Mehr Platz für die Fußgänger

"Sei rücksichtsvoll und lass ausreichend Platz für andere!“ Eine Aufforderung auf der Internetseite der "Gehsteig Guerillas“, einer Gruppe im 4. Bezirk, die sich gerne mit ihren Sesseln auf den Gehsteig vor dem Büro oder der Wohnung pflanzt. Eine sympathische Idee, die man nicht wirklich kritisieren will. Weniger sympathisch – wenn auch notwendig – sind Baustellen, die einem den Weg versperren. 14.000 gibt es pro Jahr in Wien. Dass nicht alle davon in dem Zustand sind, in dem sie sein sollten, ist kein großes Geheimnis. Neuesten Zahlen zufolge weisen 98 % Mängel auf –  97 % davon werden nach der Erstkontrolle behoben. Verkehrsstadtrat Rudi Schicker (Bild oben), der kürzlich das Team Baustellenkontrollen der MA 46 aufgestockt hat, betont die Bedeutung dieser Kontrollen: „Speziell für Fußgänger – und hier wiederum speziell für weniger mobile Menschen wie Senioren – ist es wichtig, dass die Sicherheitsvorschriften auf Baustellen erfüllt werden.“ Hinweise für das Nach-dem-Rechten-Sehen kommen auch aus der Bevölkerung – die Infoline Straße und Verkehr, Tel.: 955 59, ist täglich von 7 bis 18 Uhr erreichbar. Interessantes Detail: 2009 am fleißigsten war der 3. Bezirk mit 85 Meldungen. Zu einer sicheren Baustelle gehört, so Schicker, „das Erhalten bzw. Schaffen entsprechender Durchgangsbreiten, das Ab­decken von Baugruben bzw. das Anbringen von Rampen.“ (s. Bild "Die perfekte Baustelle" oben).

Hausmauern als natürliche Leitlinie

Von Rampen berichtet auch Wiens Fußgängerkoordinato­rin Gabriele Steinbach. Obwohl die meisten Anfragen die Sicherheit betreffen, gehe esdoch überdurchschnittlich oft um die Genehmigung von Rampen. Was im ersten Moment nach einer guten Sache für gehandicapte Menschen klingt, ist weitaus komplexer, wie Steinbach erklärt: "Fußgänger sind keine homogene Zielgruppe. Was für den einen gut ist, schadet dem anderen.“ Beispiel Rampen auf Gehsteigen, die zu Geschäften und Lokalen führen: Diese sind ein Problem für sehbehinderte Menschen. „Sie müssen wissen, dass Hausmauern für Blinde eine natürliche Leitlinie sind.“ Ihr oberstes Prinzip daher: "Der öffentliche Raum ist kein Selbstbedienungsladen!“ 
Die Gehsteig-Guerillos habenübrigens eine Genehmigung der Magistratsabteilung.Frau Steinbach erreichst du unter Tel.: 811 14 929 98, gabriele.steinbach@wien.gv.at

Zweiter Geh-eimtipp: Die Kurzfassung

START: Schweizer Garten
ROUTE: Belvedere, Diplomatenviertel,Gardekirche am Rennweg, Reitschulsteg, Arenbergpark mit Flakturm, Rabenhof und über die Landstraßer Hauptstraßezum Rochusmarkt.

Zweiter Geh-eimtipp: Die Langfassung

1. Schweizer Garten
Die Parkanlage enstand 1904. Ursprünglich hieß er Maria-Josepha-Park. Erst 1919 wurde der Park nach den großzügigen Hilfsaktionen der Schweiz für die Wiener Bevölkerung umbenannt. Im Park befindet sich das Staatsgründungsdenkmal, das an die Gründung der Zweiten Republik 1945 erinnert. Außerdem zu sehen: das Museum des 20. Jahrhunderts (20er Haus). Das Gebäude war ursprünglich der Österreich-Pavillon bei der Weltausstellung 1958 in Brüssel. Heute kannst du im Schweizer Garten einen Blick auf dieBauarbeiten für den neuen Hauptbahnhof Wien werfen.

2. Belvedere
Der Weg führt am Belvedere vorbei. Im Schlosspark hast du einen wunderbaren Blick über Wien. Auf der anderen Seite siehst du das Schloss mit jenem Balkon, auf dem 1955 der Staatsvertrag der hoffnungsfrohen Bevölkerung präsentiert wurde.

3. Durch das Diplomatenviertel, weiter zur

4. Gardekirche am Rennweg
Die Kirche im Stil des Barock/ Rokoko wurde zwischen 1755 und 1763 gebaut. Sie war ursprünglich eine Spitalkirche und hieß Kaiserkapitalkirche zum gekreuzigten Heiland. Ab 1897 war sie Zentrum des polnischen Ordens der Resurrektionisten. Heute beherbergt sie einen der wenigen sakralen Rokoko-Räume Wiens in mariatheresianischem Stil.

5. Über den Reitschulsteg und den Arenbergpark mit Flakturm zum

6. Rabenhof
In dieser Gemeindebauanlage mit rund 1200 Mietern befindet sich auch das Rabenhoftheater. Ursprünglich hieß die Anlage bis 1928 "Austerlitz-Hof" – Benannt nach dem Chefredakteur der Arbeiterzeitung Friedrich Austerlitz.

7. Über die Landstraßer Hauptstraße zum

8. Rochusmarkt
Die Geschichte des Rochusmarkts reicht zurück in das 13. Jahrhundert. Damals befand sich in unmittelbarer Nähe das St. Nikolaikloster. Dieses wurde bei der Türkenbelagerung niedergebrannt, 1538 übergab König Ferdinand I. der Stadt Wien das Areal zur Errichtung eines Friedhofs. 1784 wurde der Friedhof aufgelassen, weil die Josephinischen Reformen Friedhöfe innerhalb des Linienwalls verbaten. DasGelände entwickelte sich rasch zu einem Marktplatz. Anfangs ein reiner Blumenmarkt wurde bald ein Lebensmittelmarkt und somit ein wichtiges Nahversorgungszentrum daraus. Beim Ausbau des Wiener U-Bahn-Netzes wurde der Markt 1991 modernisiert.

Gewinnspiel

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  • Adresse: Schweizer Garten, 1030 Wien

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