Mit Tieren Menschen helfen

Cordula schnaubt genießerisch. Die 33-jährige Haflingerstute hat ihre Tagesarbeit erledigt und wird nun ausführlich gestriegelt. "Unsere Therapietiere brauchen genauso viel Zuwendung wie unsere Klienten“, erklärt Michaela Jeitler vom Zentrum für tiergestützte Pädagogik am Schottenhof. Hier an der Amundsenstraße, gleich an der Grenze zwischen dem 14. und dem 17. Bezirk, "arbeiten“ insgesamt 15 Pferde, fünf Kaninchen, jeweils drei Katzen, Hühner, Ziegen und Esel sowie ein bis drei Hunde gemeinsam mit den menschlichen Pädagogen und Therapeuten.

Sie sind alle – Mensch und Tier – sorgfältig ausgewählt und speziell ausgebildet.
Mit der Haflingerstute Cordula hat vor 26 Jahren alles angefangen. Jeitler, die auf dem Schottenhof quasi aufgewachsen ist (ihr Vater war hier Förster), wusste schon mit drei Jahren, dass sie einmal mit Tieren und Menschen arbeiten möchte. "Mir ist es wichtig, Menschen im Kontakt mit Tieren ein Stück in Richtung ihrer Lebensfreude zu begleiten“, erzählt sie.

Pferde als Therapie

Pferde sind besonders gute Therapietiere: Da ihre Bewegungen dem menschlichen Gang ähneln, treten Tier und Reiter in einen "Bewegungsdialog“. Dieser hat eine fundamentale Bedeutung, da es so einen zwischen der Mutter bzw. der Bezugsperson und dem Kind gibt.

Die gesunde Entwicklung des Kindes hängt davon ab, welche Lösungen die Bezugsperson für das Halten, Wiegen, Tragen des Kindes findet. Ohne Zustandekommen eines befriedigenden Bewegungsdialoges sind funktionelle Störungen und psychische Entwicklungsstörungen zu erwarten. Im pädagogisch begleiteten Rahmen können beim Reiten am Pferd mangelhafte oder schmerzvolle Erfahrungen in Bezug auf den Bewegungsdialog ausgeglichen werden.

Außerdem lässt der Umgang mit dem Pferd eigene Fähigkeiten bewusst
werden, dadurch wird das Selbstwertgefühl der Kinder gestärkt. Beides
sind wichtige Faktoren für eine positive Persönlichkeitsentwicklung.

Pferdemaskottchen sucht Namen

Im Zentrum für Tiergestützte Pädagogik
werden Kinder mit besonderen Bedürfnissen bei ihren individuellen
Entwicklungsprozessen gefördert und erleben eine Therapieform die Spaß macht,
Lebensqualität und Lebensfreude schenkt. Die vierbeinigen Helfer vom
Schottenhof bekommen kuschelige Unterstützung in Form eines kleinen
Pferdemaskottchens. Mit dem Erwerb des Stofftieres werden die Therapieprojekte
für schwerstbehinderte Kinder unterstützt.

Das kleine Stoffpferd hat aber noch keinen passenden Namen, deshalb sind die WIENER
BEZIRKSBLATT-Leseraufgerufen, einen Vorschlag einzusenden. Zu gewinnen gibt es auch etwas, nämlich einen Gutschein für ein Erlebnispädagogisches
Wochenende am Schottenhof. Unter allen Einsendungen werden außerdem zwei Pferdemaskottchen verlost. Die Namensgebung und die Preisübergabe erfolgt bei der "Lebenden Krippe" am 19.12. – das kleine braune Pferdchen spielt auch gemeinsam mit vielen anderen Tieren in der Weihachtsgeschichte mit.

Einsendeschluss ist der 10.12.2010
per Mail: office@schottenhof.at
per Post: Zentrum für tiergestützte
Pädagogik – Integratives Reiten und Voltigieren Schottenhof, Amundsenstraße 5,
1140 Wien

Tiergestütze Pädagogik

Seit Ende der 60er Jahre setzen sich Wissenschaftler mit der heilsamen Wirkung von Tieren auf Menschen auseinander, werden Tiere als "Co-Pädagogen“ eingesetzt. Neben dem Schottenhof gibt es in Wien noch "Tiere als Therapie“ (21.) und "e.motion – Verein für Equotherapie“ (14.).

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