Morgis Superflug nach Wien

Kreischende Kids, wissbegierige Nachwuchsspringer und neugierige Zaungäste waren ins Sportcenter Donaucity gekommen, um den Überflieger zu sehen. Für das WIENER BEZIRKSBLATT sprach Klaus Vollmann mit Thomas Morgenstern.
Als Laien verlässt einen da die Vorstellungskraft: Was fasziniert am Skispringen?
Wenn man da oben auf dem Balken sitzt, kommt irgendwann das Freizeichen, dann stößt man sich ab und bekommt im Prinzip nicht mehr viel mit, man hat den Tunnelblick, beschleunigt von 0 auf 100 in weniger als vier Sekunden, muss in kürzester Zeit möglichst viel richtig machen. Dann kommt der Flug – und den genießt man am meisten. Wenn man vorne ist, dann ist der Flug wie ein Geschenk, man fühlt sich frei wie ein Vogel.
Hat es etwas mit dem Traum vom Fliegen zu tun?
Ja. Meiner Meinung nach kommt man dem immer näher, man hat ja keine Hilfsmittel, man schwebt dahin, es ist ein irrsinnig schönes Gefühl.
Sie haben auch die Pilotenausbildung absolviert – ist das die logische Fortführung Ihres Sports?
Das habe ich gemacht, um länger in der Luft bleiben zu können (lacht). Der Privatpilotenschein bedeutet mir sehr viel, weil ich die Zeit in der Luft wirklich einmal anhalten kann, es genießen kann, mir unser Land oder Italien, Kroatien von oben anzuschauen.
Hat man auf einer Großschanze manchmal Angst davor, da runter zu müssen?
Angst ist vielleicht der falsche Ausdruck, das ist einfach der Respekt gegenüber den ­Kräften, die hier wirken. Es gibt wenige Momente, wo man wirklich Angst hat, bei sehr widrigen Verhältnissen kommt das vor, oder wenn man kurz davor ein schlimmes Erlebnis hatte, einen Sturz zum Beispiel. Man muss diese Angst dann annehmen, darf sie nicht verdrängen, muss sie einen Teil von sich sein lassen.
Wenn man alles gewonnen hat und einer der erfolgreichsten Springer ­aller Zeiten ist, was motiviert da noch?
Eben der Traum vom Fliegen. Den realisiere ich den ganzen Winter über, und zwar deshalb, weil es mir Spaß macht. Ich bin Skispringer geworden, weil mir das von allen Sportarten am meisten Spaß gemacht hat.  
Momentan ist Sommerpause. Was machen Sie tagtäglich?
Schwitzen in der Kraftkammer. Jetzt ist die anstrengendste Phase, weil der Kraftaufbau im Vordergrund steht, wir müssen richtig g’scheit Gewichte stemmen. Aber mir taugt auch das, weil ich für nächste Saison motiviert bin.

  • Adresse: Donau City, 1220 Wien

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