Na bumm: Gesetz mit Knalleffekt

Auf 700 Quadratmetern tut sich in der Weihburggasse 27 eine Welt auf, deren erstmaliges Betreten für den Durchschnittsbürger schon etwas beklemmend sein kann. Im Reich von "Johann Springer’s Erben“ finden sich modernste Feuerwaffen ebenso wie Pistolen aus dem 17. Jahrhundert oder Blankwaffen. "Hier kaufen viele Touristen, vor allem Jäger, ein“, erzählt Filialleiter Werner Sodia. Der Büchsenmacher leitete 25 Jahre eine Waffenfirma in Salzburg, bevor es ihn 2009 nach Wien verschlug. Als Besonderheiten kann das Geschäft in der Innenstadt mit Luxus- sowie Leasingwaffen aufwarten. "Das Waffenleasing bieten wir seit diesem Frühjahr an, ein für diese Branche gänzlich neuer Zweig“, erklärt Sodia. "Die Resonanz darauf ist sehr gut.“ Unter Luxuswaffen versteht man alles ab einem Kaufpreis von 10.000 Euro. Die berühmtesten Feuerwaffen kommen aus London. "Ausschlaggebend in diesem Segment ist auch eine schöne, künstlerische Ausführung.“
Mit dem von Hollywood geprägten Baller-Brutalo-Image haben die Springer-Kunden in der Weihburggasse freilich nichts zu tun.

Frauenanteil steigend

Vor allem die Jagd ist hierzulande beliebt. "Das Interesse an Waffen ist die letzten Jahre gleichbleibend, aber der Frauenanteil nahm zu“, wie Sodia weiß. "Derzeit liegt er bei rund einem Viertel.“ Damit das Abfeuern einer Waffe auch weiterhin Hobby bleibt, gibt es in Österreich ein strenges Waffengesetz. 1996 wurde es bereits verschärft. Jetzt kommt neuerlich eine Novelle. Es geht um ein zentrales Waffenregister, sprich eine "Meldepflicht“ für alle Schusswaffen, bisher gab es die nur bei Faustfeuerwaffen. Damit wird bis 2014 ein computergestütztes zentrales Waffenregister eingerichtet (siehe unten). Das Registrieren muss künftig der Händler übernehmen, was mit einem organisatorischen und finanziellen Mehraufwand verbunden ist. "Es muss entsprechende Hard- und Software angeschafft werden“, so Sodia. "Die neue Bestimmung schreckt
sicher ab, wir rechnen mit einem Einbruch der Verkaufszahlen.“

Gesetzesnovelle für Schusswaffen

Eine EU-Richtlinie machte die Novelle des österreichischen Waffengesetzes notwendig. Diese wurde im Mai beschlossen. Der Großteil der Bestimmungen tritt jedoch erst in Kraft, wenn die technischen Voraussetzungen für den Betrieb des Registers geschaffen sind.
Bis Ende 2014 wird damit ein computergestütztes zentrales Waffenregister eingerichtet. Dort werden erstmals alle Schusswaffen erfasst, auch jene, die bisher frei erhältlich waren. Dann werden Waffen der sogenannten Kategorien C (etwa Gewehre mit gezogenem Lauf) und D (Schrotflinten), also Langwaffen, für die keine sonstige waffenrechtliche Bewilligung notwendig ist, vom Besitzer bei einem niedergelassenen Waffenhändler zu melden sein.
Dabei ist auch eine Begründung für den Besitz und Erwerb anzugeben. Zulässig sind etwa die Bereithaltung zur Selbstverteidigung, die Ausübung der Jagd, die Ausübung des Schießsports oder das Sammeln.

  • Adresse: Weihburggasse 27, 1010 Wien

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