Naturhistorisches Museum: Ausstellung Biodiversität

Biodiversität und Biodiversitätsforschung, spannend und leicht verständlich vermittelt: Im Naturhistorischen Museum fordern mehr als 50 interaktive Exponate und Medieninstallationen  zum Mitmachen auf und laden ein, selbst zum Forscher und Entdecker zu werden.

Die Sonderausstellung „Vielfalt zählt”, die bis zum 17. April 2017 läuft, entführt auf eine spannende Expedition durch drei Kategorien von Lebensräumen, die mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) intensiv und innovativ beforscht werden: Wiese, Wald und Meer. Attraktive „Wimmelbilder” vermitteln auf spielerische Weise faszinierende Einblicke in diese Ökosysteme. Ein Berg-Regenwald und ein europäischer Mischwald haben schon auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Aber auch “Wiese“ ist nicht gleich „Wiese”. Die Unterschiede zwischen Trockenrasen und Weiden, Magerrasen und Heiden werden auf plakative Weise veranschaulicht.

Biodiversität ist nicht nur Artenvielfalt. Der Begriff Biodiversität umfasst die Fülle an Genen, Arten und Lebensräumen mit all ihren vielfältigen Beziehungen und Interaktionen, aber auch ihre Einflüsse auf den Menschen. Dazu stellen die Biodiversitätsforscherinnen und -forscher entscheidende Fragen: Wie viele Arten gibt es in einem Lebensraum und welche? Was passiert, wenn eine oder mehrere Arten aussterben? Sind artenreiche Ökosysteme stabiler als artenarme? Welche Folgen haben Klimawandel, Lebensraum-Zerstörung und steigender Ressourcenbedarf? Unsere Zukunft wird von den richtigen Antworten abhängen. Dafür ist Forschung in weltweiten Zusammenhängen, in großangelegten und jahrelangen oder sogar jahrzehntelangen Projekten erforderlich. Mit der Ausstellung gewährt die DFG nicht nur Einblick in ihre Forschungspolitik, sondern thematisiert auch aktuelle ökologische Fragestellungen, mit denen sich die Wissenschafterinnen und Wissenschafter am Naturhistorischen Museum Wien intensiv auseinandersetzen.

Egal, ob Wiese, Wald, See, Fluss oder Meer – jedes Ökosystem erbringt für unsere Erde, aber auch für jeden Staat, jeden Konzern und jeden Menschen eine Reihe von Dienstleistungen, deren Wert nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Fruchtbarer Boden, sauberes Wasser und reine Luft galten in der Vergangenheit als unbegrenzte und kostenlose Ressourcen. Derzeit unterliegt diese Einschätzung einem dramatischen Wandel. Ob es für künftige Generationen eine ausreichende natürliche Lebensgrundlage geben wird, hängt vor allem davon ab, welchen Stellenwert wir in naher Zukunft den vielfach noch immer sehr billigen oder kostenlosen Ökosystem-Dienstleistungen zugestehen.

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