Neue Mittelschule löst Hauptschule ab

Die Debatte ist so altwie die Republik Österreichselbst: Seit Generationen wird daru?ber diskutiert, welcher Schultyp am geeignetsten ist,um die Kinder des Landes bestmöglich zu bilden. Dabei soll auf sozial gerechte Aufstiegsmöglickeiten ebenso eingangen werden wie auf die Talente und Bedu?rfnisse der einzelnen Schu?ler. Durch die Neue Mittelschule (NMS) wird ab Herbst erstmals seit 50 Jahren ein neuer Schultyp in Österreich eingefu?hrt.


Schritt fu?r Schritt

Dabei handelt es sich um keine bildungspolitische Revolution, sondern vielmehr um einen weiteren Schritt in Richtung Annäherung an die gemeinsame Schule der 6- bis14-Jährigen. Obwohl die Hauptschulen bis Schulbeginn 2018/19 komplett in dem neuen Schultyp aufgehen werden, bleiben die Unterstufen der Gymnasien auch hinku?nftig bestehen. Die Lehrpläne der NMS entsprechen dabei jenen des Realgymnasiums,sind aber eigenständig. Ein besonderes Augenmerk soll in den Neuen Mittelschulen auf eine spätere Entscheidung gelegt werden. Das heißt, dass die Kinder nicht schon mit zehn Jahren ihren zuku?nftigen Bildungsweg einschlagen. Demnach erhalten auch Unterricht und Beurteilung ein neues Gesicht.
Zusätzlich zu den klassischen Noten „Sehr gut" bis „Nicht genu?gend" wird auch eine ausformulierte Beschreibung der Schu?ler-Leistung ausgegeben.
Statt den Leistungsgruppen, die in den Hauptschulen u?blich waren, gibt es ab der siebten Schulstufe in den Hauptgegenständen die Unterscheidung in „grundlegende" und „vertiefende" Bildung. Die „vertiefenden" Elemente decken sich dabei mit dem Inhalt der AHSUnterstufe, die „grundlegenden" werden weniger komplex vermittelt. Ein „Sehr gut" bzw. „Gut" berechtigt daher automatisch zum Aufstieg in eine höhere Schule am Ende der achten Schulstufe.

Verschiedene Lehrer
Auch beim Lehrpersonal tut sich einiges. So sollen ab Herbst Lehrer von Hauptschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen im Einsatz sein, was auch zu Änderungen im Dienstrecht fu?hrt. Auf Kinder, die besondere Förderung brauchen, soll ebenso eingegangen werden wie auf Kinder mit Begabungen. Dafu?r sollen pro Woche und Klasse sechs zusätzliche Stunden zur Verfu?gung stehen. Durch den Unterricht im Team sollen die Lehrer gemeinsam auf die unterschiedlichen Fähigkeiten der Schu?ler eingehen können. Ausgebildete
„Lerndesigner" sollen zudem die Entwicklung des Unterrichts begleiten und somit schnell Verbesserungen durchfu?hren können.
Generell soll es Neue Mittelschulen mit vier verschiedenen Schwerpunkten geben: Sprachliche, naturwissenschaftliche, wirtschaftliche sowie musischkreative.
Die Neue Mittelschule ist also ein Schritt in Richtung „echter Gesamtschule", bei der alle 6- bis 14-Jährigen – so wie bisher in der Volkschule – einen gemeinsamen Bildungstyp besuchen. Überraschend: Der Weg ist nicht mehr weit, wie Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl verrät. Unabhängig vom Schultyp beschäftigt momentan aber ein anderes Thema Schu?ler, Eltern und Lehrer.

  • Adresse: Maria-Jacobi Gasse, 1030 Wien

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