Online-Banking auf Nummer Sicher

„Phishing“ wird der Trick genannt, über gefälschte E-Mails, Dateianhänge oder Schein-Websiten geheime Daten von Konsumenten herauszulocken. Besonders
gefragtes Diebesgut in diesem Zusammenhang: Zugangsdaten für das Online-Banking.

Georg B. ist so etwas wie ein Profi im Online-Banking. Seit Jahren erledigt er sämtliche Bankgeschäfte elektronisch und ist mittlerweile zu einem echten Experten in puncto Online-Banking mutiert, dem Phishing-Kriminelle nicht schnell etwas anhaben können. So glaubte er zumindest. Denn kürzlich saß auch Georg B. einem Phishing-Versuch auf. Eines Tages erhielt er eine E-Mail, in der er dazu aufgefordert wurde, eine Sicherheitsüberprüfung seines Online-Kontos durchzuführen. Der vermeintliche Absender der Nachricht: Die eigene Hausbank. Durch das Anklicken des Links in der E-Mail gelangte Georg B. auf die Homepage der Bank, wo er seine Zugangsdaten eingab, um sich in seinem Online-Bankingaccount anzumelden. Kurz darauf bekam er einen Anruf von einer netten Dame, die sich als vermeintliche Bankmitarbeiterin ausgab. Sie wiederholte alle seine Daten und bat ihn um den TAN-Code, den er eben per SMS zugeschickt bekam. Andernfalls könne die Sicherheitsprüfung nicht durchgeführt werden, erklärte die freundliche Stimme am Telefon. Dem Folge leistend, nannte ihr Georg B. den vierstelligen Code.

Wenige Minuten später war Georg B.’s Konto um 10.000 Euro leichter. Der Grund: Durch das Anklicken des Links gelangte er auf eine Seite, die der Original-Homepage seiner Bank zum Verwechseln ähnlich sah, jedoch von Betrügern betrieben wurde. Durch die Eingabe seiner Zugansdaten und die Nennung des TAN-Codes lieferte das Opfer seine Daten frei Haus in die Hände der Trickbetrüger, die sich damit in seinen echten Acount einloggten und sein Konto leer räumten. Die gefälschte Webseite sowie das Konto, auf das die Diebe sein Geld überwiesen hatten, wurden wenig später gelöscht.

Hausverstand als bester Schutz
Waren es E-Mails in gebrochener Landessprache, die bis vor kurzem noch das sicherste Indiz für einen Betrug waren, hat Professionalisierung mittlerweile auch in der Cyberszene Einzug gehalten. In den meisten Fällen kann ein Betrugsversuch nur noch mittels gesundem Menschenverstand verhindert werden, erklärt Christoph Zajic, Konzernverantwortlicher für den Bereich Sicherheit des Volksbanken-Verbundes. Denn Banken würden die Daten ihrer Kunden niemals per E-Mail, SMS oder Telefon abfragen. Das gleiche gilt, wenn die Hausbank plötzlich via SMS zur Installation einer Sicherheits-App auffordert.

Doch wie kann man sich vor solchen Angriffen grundsätzlich schützen? Die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen sind regelmäßig aktualisierte Antivirenprogramme für PC, Smartphone und Co. sowie der sorgsame Umgang mit eigenen Daten. Was angebotene Apps betrifft,  so sind die Bewertung des Herausgebers, Erfahrungsberichte oder die Anzahl der bisherigen Downloads gute Indikatoren für die Einschätzung der Seriosität.

 

Safer Banking – So schützen Sie Ihren PC und Ihr Smartphone:

  • Anti-Viren-Software installieren und laufend aktualisieren, am besten per automatischem Update. Werden auf dem Smartphone oder Tablet mehr als fünf Apps pro Woche installiert, empfiehlt es sich, auch dort ein Viren-Schutz­programm zu installieren.
  • Bei App-Installationen darauf achten, dass nur Apps aus offiziellen APP-Shops heruntergeladen werden, wie etwa dem Google-Playstore für Android-Geräte oder dem Apple-App-Store für iOS-Handies.
  • Nicht jede Anti-Viren-Software bietet einen Schutz gegen Spyware. Spyware sammelt − ungewollt und unbemerkt − persönliche Daten und leitet sie über das Internet weiter. Installieren Sie zusätzlich eine Anti-Spyware-Software und aktualisieren sie regelmäßig.
  • Firewall aktivieren und die WLAN-Verbindung verschlüsseln. Besondere Vorsicht ist bei der Nutzung öffentliche Computer sowie öffentlicher, ungesicherter WLAN-Netzwerke geboten. Dabei gilt: Keine sensiblen Daten per Smartphone schicken, niemals Login-Daten speichern und von jeder Webseite wieder ausloggen.
  • Bei ungesicherten und öffentlichen WLAN-Netzwerken sollte gänzlich auf Online-Banking verzichtet werden.
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