ORF-Wettlauf im letzten Paradies

"Unterhaltung und Action sind in Ordnung. Aber das bedeutet nicht, dass man so etwas in einem der letzten wirklich unberührten Gebiete der Erde machen muss. Solche Aktionen sind absolut entbehrlich, das ist Sensationssucht ohne Sinn“, kritisiert der Wiener Ökosystemforscher Andreas Richter im Exklusiv-Talk mit dem WIENER BEZIRKSBLATT. Richter weist auch darauf hin, dass es gerade ein Österreicher war (der Forscher Carl Weyprecht), der das erste Internationale Polarjahr 1882/83 ausrief – und Polarexpeditionen ohne wissenschaftlichen Hintergrund scharf verurteilte. Auch international ist der "Wettlauf zum Südpol“, der im März 2011 im ORF und ZDF ausgestrahlt wird, umstritten.

Antarktis: Experten gegen Polar-Events

Klemens Pütz, Direktor des renommierten Antarctic Research Trust, erachtet auf Anfrage des WIENER BEZIRKSBLATTs nicht-wissenschaftliche Aktivitäten generell als "bedenklich“, "rein sportliche Veranstaltungen sind dagegen abzulehnen“. Rosemary Nash vom SCAR (Scientific Committee on Antarctic Research) weist darauf hin, dass "jeder Besuch in der Antarktis einen Einfluss auf die Umwelt hat“. Der "Coolness-Faktor“ der Südpolregion hat jedoch auch längst den "normalen“ Tourismus erfasst: Suchten im Jahr 1990 noch 1.000 Besucher pro Jahr in der Antarktis nach Eisbergen und Pinguinen, fielen im Jahr 2000 bereits 14.000 Hobby-Abenteurer über das empfindliche Ökosystem her.

In der fünfteiligen Doku "Wettlauf zum Südpol“ kämpfen Hermann Maier, Tom Walek und zwei weitere Kandidaten bis Anfang Jänner gegen ein deutsches Team um den Sieg.

  • Adresse: Würzburggasse 36, 1130 Wien

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