Palais Schönborn zwischen den Fronten

Ich mache mir Sorgen“, meint SP-Gemeinderat Heinz Vettermann. Damit ist er nicht der Einzige. Viele Josefstädter sehen wie der SPÖ-Mandatar der Zukunft des von Johann Lukas von Hildebrandt errichteten Wahrzeichens mit gemischten Gefühlen entgegen. Das hat zwei Gründe: den dramatisch schlechten Zustand des Gebäudes und die – in Warteschleife befindlichen – Fusionierungspläne von Volkskunde- und Völkerkundemuseum. Ersteres ist Mieter des Palais Schönborn.

Marodes Dach, ­Leitungen kaputt

Margot Schindler, Direktorin des Volkskundemuseums: „Das Fusionierungsprojekt befindet sich nicht unter den drei derzeit von Frau Minister Schmied favorisierten Großprojekten.“ Noch dringender ist allerdings eine Sanierung. Schindler zeichnet ein düsteres Bild: „Das gesamte Dach ist altersschwach, die Mauer zum Nachbarn südwestseitig feucht. Kanalsystem, Wasserzuleitungen und Stromleitungen sind kaputt und unzureichend. Beschämend ist auch die Ansicht der Fassade. Die Holzfenster sind zu 30 Prozent kaputt.“

Zu Ostern musste man den zweiten Wasserrohrbruch dieses Jahres verkraften. Kostenpunkt: 10.000 Euro. Allerdings ist das Museum laut Vertrag für die Erhaltung des Hauses zuständig. Dieses Geld könne man jedoch unmöglich alleine aufbringen, so ­Schindler. Sie schlug eine Drittellösung zwischen Bund, Stadt und Museumsverein vor. Die wurde nicht angenommen. Vielleicht findet sich ja ein Retter …

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