Schauspielhaus bringt Horvath-Klassiker „Zur schönen Aussicht“

Worum geht's in dem Stück? Im Hotel "zur schönen Aussicht" fehlen Gäste, zumindest welche, die zahlen. Es gibt einen Kellner, aber keine Ku?che. Musik schu?rt Sehnsucht nach der Ferne. Der Schaumwein fließt in Strömen, die Rechnungen verfallen. Ein Vertreter macht schlechte Geschäfte. Ein derangierter Adeliger hat alles verspielt bis auf seine Pistole. Fu?r Ödön von Horváth (1901–1938) ist dies der Ort fu?r die Komödie des ökonomischen und gesellschaftlichen Stillstands. Rien ne va plus.

Nur Baronin Ada hat noch Geld und diktiert die Regeln in diesem Biotop, das aus der Zeit gefallen scheint. Immer gleiche Rituale zwischen Rausch und Leere enden jäh, als unerwartet Aussicht auf Gewinn ins Spiel kommt. Die Figuren tagträumender Langeweile mutieren auf einen Schlag zu einer Horde von brutalen Einzelkämpfern. Es wird gefährlich im Hotel.

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