smile.koerper.ware.SCAN. der glaeserne mensch 2010

Evelyn DOLL / Silvia EHRENREICH / Gerald GRÜNWERTH / Monika LEDERBAUER / Birgit LICHTENEGGER / Britta SCHÜRMANN / Klaus SINOWATZ / Alexandra UNGERN-STERNBERG / Rupert WENZEL
www.galeriestudio38.at/SCAN

Vernissage am Mittwoch, 20. Oktober 2010 um 19 Uhr
Cafe Club International C.I.
Payergasse 14, 1160 Wien. Ausstellung bis 12. November.

Künstlerische Positionen rund um den „gläsernen Menschen“

Eine Gruppenausstellung thematisiert, ausgehend von zahlreichen Medienberichten, die Diskussion rund um den Nacktscanner auf Flughäfen, aber auch andere Aspekte, wie etwa der „Smile Scan“ für Eisenbahnbedienstete in Japan.
Die Tatsache, dass die Intimsphäre des Menschen durch Kontrollmaßnahmen für angeblich mehr Sicherheit immer mehr abhanden kommt, wird in 9 künstlerischen Positionen, die von Fotografie, Malerei, Mixed Media bis hin zur Skulptur reichen, untersucht.

Evelyn Doll drückt das Verlorensein in nicht nachvollziehbaren, unpersönlichen, abstrakten, durch
höhere Gewalt verursachten Strukturen aus. Ihre Werke gestaltet sie teilweise als optische Kippbilder, die durch eine 3D-Brille betrachtet, neue Dimensionen des Sehens erschließen. Durch den roten Farbfilter betrachtet, werden Teile des Bildes „unsichtbar“, durch den Farbfilter Cyan werden sie hervorgehoben. Die Betrachtung mit beiden Augen lässt den Hintergrund nach vorne rücken.

Silvia Ehrenreich setzt sich in einem größformatigen Gemälde mit „Sexualität in der Öffentlichkeit“ und dem Voyeurismus in all seinen Facetten auseinander. Drei Fotoarbeiten verweisen auf das „Vernetzt-Sein“, dem man oft nicht entrinnen kann.

Gerald Grünwerth hinterfragt, ob der Eingriff in die persönliche Intimsphäre und die Schaffung eines gläsernen Menschen uns vor dem Bösen schützen kann. „Ist der Scanner am Flughafen nur der Beginn einer Reihe von Maßnahmen zur Schaffung einer perfekten Überwachung des Individuums? Zurzeit ist die öffentliche Zur-Schau-Stellung der Nacktheit ja gar nicht erwünscht. Nein, es ist sogar eine Erregung des öffentlichen Ärgernisses und wird bestraft“, lautet sein Statement.

Monika Lederbauer verwendet als ausgebildete Ärztin menschliche Röntgenbilder als „Leinwand“ für ihr Triptychon „full body scanner“, und merkt dazu kritisch an: „…Colostomiepatienten, Herzschrittmacherträger/innen, diverse (z.B. Insulin-) Pumpenträger/innen …. geht das wirklich ALLE etwas an?“

Birgit Lichtenegger präsentiert eine Skulpturenserie aus Klebeband, bestehend aus sitzenden und kriienden Figuren und einer Reihe von einzelnen Körperteilen (Torsi und Gliedmaßen), unter dem Motto „Wie weit wollen sie uns noch zerlegen?“.

Britta Schürmann zeigt das Bild einer einsamen Menschenfigur, die isoliert in einem Glaswürfel gefangen ist. Das Werk besteht aus unterschiedlichen Materialien wie Tinte, Buntstifte, Acrylfarben und Wollfäden.

Klaus Sinowatz deutet in seinen Stencil-Spraybildern „Eintritt“ und „Austritt“ schemenhaft bestimmte Gegenstände an, die teilweise nur verschwommen wahrnehmbar sind. „Blätter des Wilden Weins könnten schon Alarm auslösen, wenn wir ins finstere Leben eintreten, uns durchscannen lassen und dann ins leuchtende Jenseits kommen“, findet er.

Alexandra Ungern-Sternberg kehrt in ihrer neuen „Röntgen-Foto-Serie“ das Wesen des Menschen von innen nach außen. Ihre Fotografien machen seine körperliche Vergänglichkeit sichtbar und visualisieren gleichzeitig, dass es unmöglich ist, mittels Röntgenstrahlen die menschliche Spiritualtität zu identifizieren.

Rupert Wenzel zeichnet in seinen Röntgenbild-Übermalungen die Brüchigkeit, das Kranke und Morbide der menschlichen Psyche nach und durchleuchtet die beschädigte Seite des Seins als eine Art “danse macabre”.

  • Adresse: Payergasse 14, 1160 Wien

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