Soziales Gewissen der Luxusmesse

Society-Jornalist und Soma-Betreiber wollen sich für Armutsbekämpfung starkmachen

Der Ort hätte nicht treffender gewählt sein können: Ausgerechnet auf der Messe für die oberen Zehntausend, der "Luxury, please“, präsentierte ORF-Fernsehmoderator Dominic Heinzl, zwischen Mercedes-Oldtimer, Rolex und Champagner, seine Initiative für zwei Sozialmärkte in Wien. "Ich habe täglich mit den Schönen und Reichen zu tun, treffe fast nur Menschen, die alles haben und viel mehr als sie brauchen“, so der Societyjournalist.

"Wenn 11 % der ­Wiener von Armut betroffen sind, kann das nieman­den kaltlassen."
Dominic Heinzl

Mit seiner Initiative "Bekannte ­Menschen gegen bekannte Probleme“ will Heinzl jene beiden Wiener Sozialmärkte in Hernals (siehe Kasten unten) und Favoriten unterstützen, die von Alexander Schiel geführt werden. Hier werden vor allem Lebensmittel verkauft, die etwa ein Drittel des Diskonterpreises kosten. Heinzl will mit seiner Initiative aber auch mehr Bewusstsein für Armut schaffen: "Verarmung ist längst kein Randphänomen mehr“, betont er, und "wenn rund elf Prozent der Menschen in einer Stadt, die die größte Lebensqualität der Welt hat, von Armut betroffen sind, kann das niemanden kaltlassen“.

Neben seiner Schirmherrschaft über die beiden Sozialmärkte möchte Heinzl auch mithelfen, einen dritten erweiterten Markt zu eröffnen. Dieser soll eine Art Sozialcenter werden, wo es neben billigeren Produkten des täglichen Bedarfs auch Energie, Telefonie- und Schuldnerberatung gibt. "Wir möchten den Menschen nicht nur billigere Lebensmittel anbieten, sondern ihnen auch helfen, zu sparen und ihr Leben mit den geringeren Mitteln bestmöglich zu meistern“, erklärt Soma-Betreiber Schiel seine überaus ehrgeizigen Pläne.
Neben dem Sammeln direkter Spenden will der mehrfache Romy-Preisträger Heinzl auch Sachspenden von Promis auf eBay versteigern.

Die besten Stücke sollen dann im Frühjahr 2011 im Rahmen einer prominent besetzten Charity-Auktion im Nobelrestaurant "Fabios“ auf der Tuchlauben zugunsten der Sozialmärkte unter den Hammer kommen. Damit wird Heinzls Initiative genau dort fortgeführt, wo sie begonnen hat – mitten im Luxus.

SOMA in der Kalvarienberggasse

Der Sozialmarkt in der Kalvarienberggasse ist einer der beiden Standorte des Vereins Sozialmarkt Wien (SMW). Betreiber ist der ehemalige BZÖ-Bezirksrat Alexander Schiel. Dieser Sozialmarkt hat bereits im Mai für Schlagzeilen gesorgt, als Schiel bekannt gab, den Betrieb nicht mehr aufrechterhalten zu können. In einem Zeitungsinterview gab er an, die monatlichen Kosten von 7.000 Euro nicht mehr tragen zu können – trotz ausschließlich ehrenamtlicher Mitarbeiter. Schiel forderte damals, unterstützt von der ÖVP, die Stadt Wien auf, Subventionen bereitzustellen. Keiner der insgesamt acht Sozialmärkte in Wien erhält Subventionen. In den Sozialmärkten des Samariterbundes im 15. und 21. Bezirk und im Sozialmarkt des Hilfswerks in Neubau werden in Kooperation mit dem AMS
ausschließlich Fixangestellte beschäftigt.

  • Weitere Info beim Fonds Soziales Wien (FSW), täglich von 8 bis 20 Uhr unter Tel.: 24 5 24
  • Tel.: 24 5 24
  • Adresse: Kalvarienberggasse, 1170 Wien

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