TAGEBUCHTAG im 16.

„werk.protokolle“ – aufgeschrieben und illustriert
protokoll.vorlage am Mittwoch, 16. November 2011, 19 Uhr
Cafe Club International C.I. Payergasse 14, 1160 Wien
www.galeriestudio38.at/TAGEBUCHTAG

Wort- und bildreiche Tagebuchtage in Ottakring und der Brigittenau!

Im November findet wieder der von Traute Molik-Riemer initiierte TAGEBUCHTAG statt. Im Rahmen seines diesjährigen Programm-Schwerpunktes „Kunst ist Arbeit – Arbeit ist Kunst“ hat der Verein kunst.projekte für Ottakring die Themenstellung vorgegeben, Werkprotokolle, Arbeitstagebücher sowie die Entstehung von Kunstwerken nachvollziehbar zu machen. Für die Brigittenau lautet das Motto „Leben und Arbeiten im Bezirk“.

4 Künstlerinnen und 4 Künstler öffnen am 16. November im Club International C.I. ihre bildnerischen und literarischen „Werktagebücher“. Einerseits stellen sie den Begriff „Arbeit“ im „klassisch“ handwerklichen Sinne dar. Andererseits wird auch die geistige Arbeit beschrieben, jene Denkprozesse und Schritte, die von der kreativen Idee im Kopf ein fertiges Werk oder Werkstück entstehen lassen. Weitere Aspekte sind das Hinterfragen des Begriffes „Was ist Arbeit überhaupt?“ und das Scheitern an einer Arbeit.

Im „Tagebuch eines angehenden zertifizierten Almführers“, das mit begleitendem Bildmaterial in Form von Fotografien illustriert wird, schildert der aus Bayern stammende und in Wien lebende Künstler Wolfgang Bäuml auf humorvolle Weise seine Erlebnisse mit der österreichischen Bergwelt und seinen Bewohnern.

Elisabeth Bunka-Peklar stellt in ihren Monotypien (Acryl- und Öldruck auf Eisen und Kupfer) verfremdet Situationen des Handwerks (z.B. Gießerei) und Arbeitsprozesse (z.B. Fertigung) dar.

Die Tagebucheinträge von Sonja Henisch skizzieren in satirischer Form ihr unverschuldetes Scheitern an einer „Kulturarbeit“, bei der ein Kulturverein gegründet werden sollte.

Die Bilder der Serie „Splitter in einem Kinderleben“ auf Computertomographien von Christian Kammerhofer illustrieren Schlüsselereignisse in der Kindheit, die ein ganzes Menschenleben prägen bzw. zerstören können. Diese Arbeiten entstanden aus der aktuellen Emotion heraus. Der Künstler versucht hier konsequent seine Gedanken umzusetzen ohne Skizzen und Vorstudien.

Patrik Muchenberger wirft in “One year one shot per day” die Frage auf, ob er „gearbeitet“ hat oder „faul“ war. Ein Jahr lang – von Februar 2009 bis Februar 2010 -fotografierte er täglich um 13 Uhr den spontan meistgemochten „Bildausschnitt“ in seiner unmittelbaren Umgebung. Ansonsten leistete er nur dann direkte wirtschaftliche Arbeit, wenn es einen Luxus zu finanzieren galt. Am Ende dieser Zeit sammelte er die Bilder und gestaltete sie zu einem Werk.

In den „Werkstätten-Aquarellen“ von Herbert Pasiecznyk steht die Staffelei des Künstlers jeweils im Mittelpunkt. Der Text „Ich bin Sohn einer Witwe“ ist inhaltlich mit diesen Aquarellen verwandt und setzt sich mit der Sinnhaftigkeit des Künstlerdaseins auseinander (Zitat: …aber warum macht man sich die Umstände, die man als Künstler hat? Man erzeugt rätselhafte Werke, die kein Mensch braucht und keiner bestellt hat und wenige verstehen, warum setzt man sich Hunger, Demütigungen und dem Wahnsinn aus? Warum?)

Katharina Pichler präsentiert Arbeiten im dadaistischen Sinne, die sie als „Textbilder“ bezeichnet. Die visuelle Präsentation des Geschriebenen ist wesentliches Element ihres künstlerischen Konzeptes. Die philosophisch-analytischen Werke unterliegen keinen starren Dogmen, keiner Revolte gegen die Kunst, keinem technischen Perfektionismus. Vielmehr herrschen Zufall, ironische Überspitzung und Abstraktion als schöpferische Prinzipien. Es wird das nicht zu Erklärende erklärt, auf das nicht Gefragte geantwortet.

Irene Pollak, die in ihrem Hauptberuf Architektin ist, verarbeitet Bautagesberichte aus Projekten ihrer Planungs- und Bautätigkeit literarisch-assoziativ. Ergänzend dazu zeigt sie grafisch verfremdete Baupläne.

  • Adresse: Payergasse 14, 1160 Wien

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