Taubenschlag Markt: Allesfresser im Visier

Sie sind mit einem Jahr geschlechtsreif und kriegen im Schnitt 12 x Nachwuchs – die Straßentaubenpopulation ist problematisch. Und das obwohl 70–75 % kein Jahr alt werden. Tauben-Kot ist gesundheitsgefährdend und er schadet der Bausubs­tanz. Bei den Wienern kommen die Federviecher auf der „Das nervt-Skala“ gleich nach Hundstrümmerln (die tatsächlich weniger geworden sind).

Meist sind Altbauten der Rückzugsort

„Tauben füttern hat einen sozialen Aspekt“, weiß Werner Amcha, Taubenabwehr Wien. „Viele geben den Tieren schon Namen.“ Märkte, U-Bahn-Stationen oder Fast-Food-Res­taurants ziehen die Vögel an. „Es ist ja skurril. Eigentlich sind Tauben Körndlfresser. Inzwischen sind sie Allesfresser, man könnte ihnen Schokolade geben.“ Das Tauben-Füttern ist in Wien nicht generell verboten. Es zu unterlassen wäre die Lösung, aber „es steckt in den Menschen. Schon 2-Jährige werfen den Tieren Brot zu.“ Weniger bekannt: Die Vögel ziehen sich abends in umliegende Häuser zurück. Amcha hat eine Runde um den Yppenplatz gedreht und berichtet: „Ein abbruchreifes Haus wie die Friedmanngasse 26 ist ein prädestinierter Taubenschlag.“ Altbaufenster mit Giebeln und Simsvorsprüngen bilden gute Landeflächen. Neubauten sind kaum betroffen. Amcha empfiehlt bei Fenstern Spikes, bei Innenhöfen Netze – Bedenken den Tierschutz betreffend hat er keine. Ausgestopfte Krähen hält Amcha für Humbug. Beauftragt wird der einstige Hausverwalter, der praktischerweise auch etwas vom Klettern versteht, von den Immobilieneigentümern.

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