Thomas Bernhard über den Dächern von Wien

Hermann Beil, Bruno Thost, Heinz Zuber, Wolfgang Hübsch u.a. gratulieren Thomas Bernhard zum 80iger

Anlässlich des 80. Geburtstags von Thomas Bernhard am 9. Februar 2011 veranstaltet das Theater Akzent eine Lesereihe, um diesen herausragenden österreichischen Schriftsteller zu würdigen. Vom 15. Februar bis 25. März 2011 lesen an 5 Abenden Schauspieler und Persönlichkeiten der Theaterszene ausgewählte Stücke. Das Theater Akzent bietet neben zahlreichen Konzerten, Kabarett- und Theaterabenden auch programmatische Schwerpunkte. Einer davon sind die Lesereihen mit bekannten österreichischen Literaten und deren Texten im Studio „über den Dächern von Wien”.

Thomas Bernhard über den Dächern von Wien

Dienstag, 15.2.2011, 19.30 Uhr
„Der Schein trügt“
Lesung mit Günther Lieder und Bruno Thost

Ein Artist und ein Schauspieler, Karl und Robert, zwei Brüder, beide alt, die sich dienstags bei Karl und donnerstags bei Robert treffen. Die gegenseitigen Besuche verlaufen wie ein Ritual: Man erinnert sich, und diese Erinnerungen kreisen immer um das gleiche: die unterschiedlichen Berufe, denen beide nachgegangen sind. Ein Spiel, das selbst Spiel ist, mit Fragen, die sich selbst in Frage stellen, ein Duett für zwei Schauspieler.

Montag, 21.2. 2010, 19.30 Uhr
„Der Ignorant und der Wahnsinnige“
Lesung mit Katja Thost-Hauser, Jenny Thost, Christian Peter Hauser, Hans Dieter Knebel, Philipp Limbach

Eine Opernsängerin singt ausschließlich die Rolle der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte, das aber in den besten Opernhäusern der Welt. Ihr Vater, alkoholsüchtig und fast blind, begleitet sie auf ihren Tourneen. Vater und Tochter leben in einem gespannten, jedoch untrennbaren Verhältnis. Der Doktor steht zwischen dem Vater, der sich von seiner Tochter rücksichtslos behandelt fühlt, und der Tochter, die unter ihrem Künstlerdasein leidet.
Die Handlung in Thomas Bernhards Bühnenstück ist bis aufs äußerste verknappt, es entsteht eine Welt der Auflösung, der Sinnlosigkeit, der Anarchie, gebrochen durch die Gleichung der Kunst und der Medizin.

Montag, 7.3.2011, 19.30 Uhr
„Der deutsche Mittagstisch“
Lesung mit Jenny Thost, Franz Becke, Bruno Thost, Heinz Zuber

Sieben Dramolette, entstanden zwischen 1977 und 1981, siebenmal Thomas Bernhard, wie er manchen überraschen mag: Neben den rhetorischen Großformen, den Künstler- und Großbürgerdramen beherrscht er ebenso virtuos die politisch zugespitzte kurze Farce und das einaktige Volksstück im oberbayrischen Idiom.
Zwischen Komödie und Tragödie schwankend wird ein Querschnitt durch die Gesellschaft der Nachkriegszeit gezeichnet.
Man darf sich wundern und grausen, wie furchtbar Menschen denken können und wie sehr man trotzdem darüber lacht.

Montag, 21.3.2011, 19.30 Uhr
„Wittgensteins Neffe“
„Eine Freundschaft“
Lesung mit Hermann Beil

Wittgensteins Neffe ist ein autobiographischer Roman von Thomas Bernhard, in dem er über den nervenkranken Paul Wittgenstein, den Neffen des Philosophen Ludwig Wittgenstein, schreibt. Es ist ein sehr persönliches Erinnerungsbuch an „Eine Freundschaft“ – so der Untertitel –, in dem Thomas Bernhard zugleich seinen eigenen „Verrücktheiten“ nachspürt. „Nie hat Thomas Bernhard menschenfreundlicher, nie zärtlicher geschrieben“, urteilte Marcel Reich-Ranicki über das Buch.

Hermann Beil, dessen Thomas-Bernhard-Lesung Wittgensteins Neffe seit Jahren auf dem Spielplan des Berliner Ensembles steht, gastierte mit dieser Lesung u.a. in Wien (im Wittgenstein-Haus), Paris, Lausanne, Straßburg, Zürich, Salzburg, Frankfurt am Main, Innsbruck, Köln, Weimar, Tübingen, Prag und im Thomas-Bernhard-Haus in Ohlsdorf.

Freitag, 25.3.2011, 19.30 Uhr
„Der Theatermacher“
Lesung mit Wolfgang Hübsch

Das Künstlerdrama rund um den Familientyrannen Bruscon spielt im trostlosen Tanzsaal im Gasthof “Schwarzer Hirsch” in Utzbach. Bruscon und seine Schauspielerfamilie – seine hustende, lungenkranke Frau, sein unbegabter Sohn Ferrucio und die nicht seinen Ansprüchen entsprechende Tochter – bereiten die Komödie „Das Rad der Geschichte“ vor. Bruscon nörgelt und schimpft und kritisiert und klagt den ganzen Nachmittag.
Als dann das Stück beginnen kann, verscheucht ein fürchterliches Gewitter und ein dadurch ausgelöster Brand das Publikum. Bruscon im Kostüm des Napoleons, sinkt erschöpft auf einem Stuhl zusammen.

Ort: Studio im Akzent
Preise: Euro 16,- freie Platzwahl

Kartenvorverkauf: 1040 Wien, Argentinierstraße 37
von Montag bis Samstag von 13.00 bis 18.00 Uhr
Karten Hotline: 01/501 65/3306
www.akzent.at

  • Adresse: Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien

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