U-Bahn: Passanten fühlen sich belästigt

Herumlungern vor dem U6-Stationsgebäude  

"Seit ein paar Wochen ist es wieder schlimm – so wie im Sommer letzten Jahres", erzählen Ottakringer, die ­täglich zur U6-Station am Gürtel ­gehen. Auch der WIENER BEZIRKSBLATT-Lokalaugenschein beweist: Direkt vor dem Eingang zum U-Bahn-Gebäude stehen grau-schwarz gekleidete Männer und Frauen, mit Bier oder Hund an der Hand – ein beklemmendes Gefühl.

"Das sind Süchtige vom Karlsplatz", legt ein U-Bahn-Auf­seher gleich los. Er sei überzeugt, dass sich die "Szene" hierher verlagert hätte. Offiziell betonen die Wiener Linien dazu: "Wir stehen laufend mit Sozialarbeitern, Bezir­ken und Polizei in Kontakt, um unerwünschte Situationen im Keim zu ersticken. Der Bereich vor der U-Bahn-Station ist öffentlicher Grund und die Wiener Linien haben außerhalb ihrer Anlagen kein Hausrecht."

Weniger Plätze in Sozialeinrichtung

"Im schlimmsten Fall muss die Polizei einschreiten. Wir wollen, dass alles in geordneten Bahnen verläuft", stellt dazu Otta­krings Bezirksvorsteher-Stv. Eva Weissmann klar. ­Unaufgeregt reagiert die Wiener ­Polizei: "Beschwerden sind uns bekannt, es wird auch jeder Beschwerde nachgegangen." Streifendienste würden routinemäßig kontrollieren. Ein Zusammenhang mit dem benachbarten "Tageszentrum für Obdachlose und Straßensozialarbeit" (JOSI) scheint klar, zumal immer mehr Obdachlose aus der EU regis­triert werden. Viele finden keinen Platz mehr bei JOSI: Kamen früher 150 am Tag hinein, sind es jetzt nur noch 100 – damit das Zentrum nicht "explodiert". Natürlich wäre "das für Passanten und Anrainer wahrnehmbar", so die Polizei.

  • Adresse: Hernalser Gürtel, 1160 Wien

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.