Vögel im Winter

Bergfink oder Gimpel überwintern gerne in den "wärmeren" Gefilden Österreichs. Auch wenn es hier wärmer ist, als in Skandinavien oder Russland: um ihre Körpertemperatur konstant auf 40 Grad zu halten, müssen sich die gefiederten Tierchen einiges einfallen lassen. Das gilt auch für die heimischen Vogelarten wie Kohlmeise, Buntspecht, Kloiber und Grünling.

Da heißt es vor allem, den Stoffwechsel zu fördern und genügend Kalorien aufzunehmen. Nur wenige Vögel legen sich rechtzeitig einen Wintervorrat an: Eichelhäher z.B. vergraben Eicheln im Boden und Kleiber verstecken Samen und Haselnüsse unter Baumrinden. Prinzipiell ernähren sich viele Vögel von Beeren, Samen und Insektenlarven. Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich: "Besonders bei starkem Frost sichert das Füttern im Winter das Überleben unserer daheim gebliebenen Vögel sowie der Wintergäste aus dem Norden." 

"Abgesehen von der wichtigen Nahrungsaufnahme gehören die Federn, besonders die Daunen, gepflegt", so Pfiffinger weiter. Die Daunenfedern von Vögeln sind äußerst fein verästelt, so dass sich
Luftpolster am zierlichen Vogelkörper bilden können. Diese Luft
ermöglicht die notwendige Körpertemperatur von konstanten 40 Grad. Ohne
diesen exklusiven Daunenanzug wären die meisten Vögel im Winter binnen
Minuten erfroren. Gerade bei Kleinvögeln, die oft nur 10 Gramm wiegen, ist das eine Meisterleistung. Kein Wunder also, dass Vögel so viel Wert
auf eine ausführliche Gefiederpflege legen.

Kopfeinziehen und Energie sparen
Um sich bei frostigen Temperaturen warm zu halten, haben die Vögel im Winter eine eigene Sitzpostion: Kopf einziehen, Flügel
eng anlegen und Gefieder aufplustern – fertig ist die Energiesparkugel. Zusammenkuscheln ist in der Vogelwelt relativ
selten, weil dadurch das eigene wärmende Federkleid zerdrückt wird.
Einige Vogelarten kuscheln trotzdem – vor allem wenn eine gemütliche
Schlafhöhle zur Verfügung steht. Kuschelweltmeister ist der
Gartenbaumläufer. Bis zu zwanzig Tiere können sich hier in einer
Baumhöhle zusammendrängen.

Kalte Füße warmer Körper
Obenrum in Daunen gehüllt, stehen die Wintervögel barfuss im Schnee – und frieren trotzdem nicht am Zweig
fest. Die Füße der Vögel im Winter sind absichtlich kalt – nur wenige
Grad über dem Gefrierpunkt. Nur so taut der Schnee nicht unter den
schmalen Vogel-Füßen und verhindert das Festfrieren. Vögel haben, im
Gegensatz zu den Menschen, kein Problem mit kalten Füßen: ein
Wärmeaustauschersystem gleicht den Temperaturunterschied zwischen Körper
und Füßen aus. Dabei liegen die Adern, die warmes Blut in die Füße
bringen, und die Adern, die kühles Blut wieder zurück zum Körper
transportieren, dicht neben einander.

Vögel füttern und beobachten

Abwechslungsreiches Futter ist für Kohlmeise, Buntspecht, Rotkehlchen, Spatz und Co im Winter besonders wichtig. Das bekommen sie seit kurzem an den neu eingerichteten Musterfutterstellen im Tiergarten Schönbrunn entlang des neuen Naturerlebnispfades. Wer sich mit der Bestimmung von Kohlmeise und Rotkehlchen noch schwer tut, findet an den Informationstafeln vor Ort rasch eine Antwort. Alle, die die Kälte oder den Anfahrtsweg scheuen, können sich dank der installierten Webcam ein Bild machen.

Am Dreikönigstag fand die "Stunde der Wintervögel" statt. 291 Wiener nahmen daran teil. Eine Stunde lang beobachteten sie Vögel in ihren Gärten und zählten sie. Mehr Infos hier

Vogelzählungen sind wichtig, denn Vögel reagieren sehr sensibel auf Veränderungen innerhalb ihres natürlichen Lebensraumes. Bei einem Rückgang einer Art lassen sich daher Rückschlüsse auf eine negative Veränderung ziehen. Besonders interessant werden die Zählergebnisse im länderübergreifenden Vergleich: zwischen 6. und 9. Jänner hat auch Deutschland seine Vögel gezählt.

  • Adresse: Museumsplatz 1, 1070 Wien

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