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Vollpension: Essen wie bei Oma

Was im Jahr 2012 als soziales Pop-up-Projekt begann, hat sich nun als permanentes gastronomisches Sozialprojekt in der Schleifmühlgasse 16 institutionalisiert: Die Vollpension, ein Kaffeehaus der besonderen Art. Denn im Unterschied zu herkömmlichen Wiener Kaffeehäusern versteht sich die Vollpension als Social Business, verfolgt also neben wirtschaftlichen Zielen auch soziale und gesellschaftliche Ziele.

Wo Alt du Jung zum Reden kommen

Die Grundidee der Vollpension ist schnell erklärt: Bekocht, bebacken und bedient wird man in der Vollpension ausschließlich von pensionierten Senioren, die in Teilzeit angestellt sich so ein kleines Zusatzeinkommen schaffen. Denn in Österreich gibt es über 500.000 alleinstehende Senioren, von denen etwa die Hälfte entweder unter oder knapp über der Armutsgrenze lebt. „Außerdem gibt es gerade in Städten viele alleinstehende ältere Menschen, die eine sinnstiftende Tätigkeit und Anschluss suchen. Die Vollpension bietet genau das: ein Zusatzeinkommen, soziale Kontakte und ein gemütliches Platzerl zum Reden“, erklärt Hannah Lux, die als Geschäftsführerin das Kommando in der Vollpension hat.

Gegessen wird, was von der Oma auf den Tisch kommt

Mit dem Start beschäftigt das Lokal derzeit zwölf Seniorinnen, die als Bäckerinnen und Gastgeberinnen die Gäste verwöhnen. Anders als beim Konditor wird nicht à la carte bestellt, sondern das, was die jeweils diensthabende Oma aus dem Ofen zieht. Von Apfelstrudel, über Zwetschkenfleck bis hin zur Schwarzwälder Kirschtorte – jede Oma bereitet das auf, was sie am besten kann und wozu sie gerade Lust hat. Neben täglich wechselnden Mehlspeisen, die das Kernstück der Menüliste in der Vollpension bilden, gibt es für Fans der salzigen Kulinarik auch Hausmannskost-Klassiker wie Schweinsbraten, Kasnocken, geröstete Knödel mit Ei oder Tafelspitz nach Simmeringer Art. Auch hier gilt, gekocht wird, wofür die jeweilige Oma hinter dem Herd berühmt ist und wonach ihr der Sinn steht.

Aufgekocht wird vor den Augen und Nasen der Gäste. Die offene Küche mit ihren vier neonfarben-leuchtenden Backöfen ist das Prunkstück des Vollpension-Designs. Und damit es nicht nur schmeckt wie bei Oma, sondern auch so aussieht, wurden alle Einrichtungsgegenstände und Deko-Stücke des Großraumlokals handverlesen auf Flohmärkten und diversen Internetportalen erstanden. In liebevoller Deko-Arbeit zusammengestellt fühlt man sich so, umgeben von Retro-Kitsch, gleich einige Jahre zurückgeworfen, wie damals bei Oma….

TIPP: Ab Mitte Juni gibt es an Samstagen und Sonntagen von jeweils 9:00 bis 15:00 Uhr Omas Brunch, bei dem Oma alle Leckereien auftischt, die das Frühstücks- und Mittagsherz nur begehrt.

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