Vom Geschäft mit der Zerstörung

Versteckt im hintersten Winkel einer Sackgasse, unweit der Ottakringer Straße, befindet sich das Büro von "Prajo & Co“. Dass hier mit dem Bau- und Abbruchunternehmen ein gewichtiger Teil der Holding zu Hause ist, würde man auf den ersten Blick nicht glauben. Das 1994 gegründete Familienunternehmen beschäftigt inzwischen 250 Mitarbeiter und ist somit ein nicht wegzudenkender Wirtschaftsfaktor für den Bezirk. Zwei der vier Holding-Bereiche sind in der Brestelgasse stationiert. "Der Büro­sitz in Ottakring wurde wegen des damaligen Wohnsitzes gewählt“, erklärt Zeljko Vocinkic, Geschäftsführer des Bau- und Abbruchunternehmens. Prajo bezeichnet sich selbst als "echtes Familienunternehmen“ und ist es bis heute auch. Bei 250 Mitarbeitern und einem "& Co“ im Namen ist klar, dass nicht nur Angehörige am Werk sind. Selbst in der Führungsspitze – Vocinkic ist kein eingeheirateter Prajo.

Wunschtraum: Flaktürme niederreißen

Prajo bietet Komplettlösungen an – vom Abbruch über Entsorgung und Recycling von Bauschutt bis zu Bau und Vermarktung von ­Immobilien. Das Abbruchgeschäft war eines der ersten. "Die Branche ist relativ groß. Unser Anteil liegt bei etwa 60 Prozent.“ Man hätte auch locker mehr geglaubt. Überall, wo in Wien Häuser dem Erdboden gleichgemacht werden, scheint das blau-gelbe Transparent der ­Ottakringer mit dem Slogan "… versprochen & gehalten!“ zu hängen. Etwa Ecke Brunnen­gasse/Neulerchenfel­der Straße. Drei Wochen hat der Abbruch hier gedauert. Derzeit steht die Baustelle (geplant ist u. a. ein BILLA). Das wird auch noch eine Weile so bleiben. Bezirksvorsteher Franz Prokop dazu: "Der Abbruch war mit den Brunnenmarktarbeiten akkordiert. Einmal der ganze Staub und die Absiedlung der Standler muss reichen.“ Die Baustelle geht jetzt ihren normalen Weg. Aber zurück zu Prajo. Derzeit ist man am Südbahnhof beschäftigt, der Westbahnhof-Abbruch wurde kürzlich abgeschlossen. Was Herr Vocinkic gerne mal abbrechen würde? "Wegen der Herausforderung: die Flaktürme. Aus optischen Gründen: alte Abbruchobjekte in Ottakring, die nicht mehr zum Stadtbild passen.“

  • Adresse: Brestelgasse, 1160 Wien

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