Wadim Mass, Riga (Lettland) bilder als kulturteppich

bilder als kulturteppich
verwoben natürlich und einfach
aus vergangenheit und zukunft
aus freude und traurigkeit
aus hass und liebe
ohne grenzen und ohne rahmen

Bilder und Objekte

Mellow Café.Bar Mahlerstraße 13, 1010 Wien www.mellow.co.at
0699 11 39 20 74

Vernissage Donnerstag, 17. Juni 2010, 19 Uhr

Laudatio: Ursula Pfeiffer, Kuratorin / Dr. Marianna Blier, Künstlerin (in russischer Sprache)
Grußworte: Maija Teikmane, Botschaftsrätin der Republik Lettland
Eröffnung durch Maria Graff, Kulturvorsitzende Wien Innere Stadt

Ausstellung bis Ende Juli
Öffnungszeiten Mo–Fr: 16.30–2 Uhr Sa: 18–2 Uhr
Sonn- & Feiertag geschlossen

www.galeriestudio38.at/mass
http://mass.gallery.ru
In Lettland, bis 1990 Sowjetrepublik im Baltikum und seit 2004 Mitglied der Europäischen Union, wird die nostalgische Liebe zum Ursprung gefördert, ja sogar kultiviert. Der dort beheimatete russische Künstler Wadim Mass begibt sich in seinen neuen Arbeiten auf die Suche nach solchen künstlerischen Archetypen. Während seiner Kindheit, zu Zeiten der Sowjetunion, waren Teppiche an der Wand nicht nur Zeichen häuslichen Komforts, sondern gleichzeitig meistens auch das einzige Artefakt im Haus. Gegen den sowjetischen Modergeruch rebellierend, konnte der junge Künstler damals nicht ahnen, dass ihn eben genau dieses nostalgische Sujet — der Teppich an der Wand — später einmal so stark beschäftigen würde.

In seinem Streben, den Eklektizismus des 20 Jahrhunderts zu überwinden, bewertete der Künstler in seiner Jugend diese Liebe zu Teppichen als einen Fehler. Er ersetzte die Teppiche an der Wand durch Bilder reich an politischen und sexuellen Provokationen („Selbstporträt Lenins mit Schirmmütze“, „Ilona in der Art von Manet“). Heute versteht der Künstler, dass uns Revolutionen letztendlich teuer zu stehen kommen und demonstriert seine Kompromissbereitschaft.

Es scheint, als ob eine solche Bereitschaft zu Veränderungen ihn zu dem Einsehen geführt hat, dass der Teppich an der Wand seine Berechtigung hat. Doch ist dieser Kompromiss ein Betrug, eine Illusion? Verbirgt sich dahinter die Aussage: „Zurück in die Vergangenheit – zurück zu den Wandteppichen“? Dann aber gefälligst ein Teppich als Faktum der Kunst, als eine Form der Malerei, die auf dem Trägermaterial der Leinwand wie ein Wandteppich gestaltet ist.

Die Malerei des Künstlers vibriert an der Grenze zu Modernismus und Expressionismus. Seine expressiv rhythmische Ornamentik, die charakteristischen krummlinigen Umrisse, ordnen sich einer durchgehenden Kompositionsstruktur unter. Große Farbebenen, Schattenrisse, fein abgestufte Monochromien sowie ein virtuoses Spiel von zarten Linien und Silhouetten, treten in einer bei Teppichen im Modernismus charakteristischen Weise dem ornamentalen Hintergrund bei.

Frech entzieht Wadim Mass den Leinwänden auch noch die Spannrahmen, als ob er genau wüsste, dass gerade seine Kunst die in die Krise geratene Welt, retten wird. Wenn man dann in seinen teppichartigen Ornamenten die Ruinen griechischer Tempel wieder erkennt, versteht man, der Künstler hat Recht – das „Heidentum“ der Kunst muss mit der Zeit ein ausgewähltes Genre freigeben und sei es nur für bestimmte Zeit. Denn, alle Kompromisse sind temporär.

  • Adresse: Mahlerstraße 13, 1010 Wien

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