Wanderfalken sollen in Wien wieder heimisch werden

Dazu haben die BirdLife-Experten Nistkästen die auf den Zinnen der Flaktürme
montiert. Bisher hat sich noch keine der Falkenarten (auch Turmfalken werden dort immer wieder gesichtet) eingenistet. Von der Jahreszeit her könnte sich der Turmfalke noch einnisten, mit einem brütenden Wanderfalken sei dieses Jahr aber nicht mehr zu rechnen, so BirdLife-Projektleiterin Mag. Brigitte Baldrian-Altmann. "Im Allgemeinen dauert es 1 bis 2 Jahre, bis Brutkästen von Falken angenommen werden", so die Expertin weiter. "Allerdings gilt auch da das Verdrängungsprinzip des Stärkeren: wäre der Nistkasten von einem Turmfalken besetzt und der wesentlich größere Wanderfalke beschließt dennoch dort nisten zu wollen, wird der Turmfalke vom Wanderfalken hinauskomplimentiert."

Artenschutzprojekt im Wiener Augarten: "Comeback
Wanderfalke!"

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) hat eine bewegte Vergangenheit
hinter sich. Pestizidbelastung und illegale Aushorstung führten zu enormen
Bestandseinbrüchen. "Von seinem ursprünglichen Lebensraum, den steilen
Felsschluchten, dringt er heute immer weiter in den urbanen Raum vor. Doch
gerade hier fehlen dem schnellen Flugjäger geeignete Nistmöglichkeiten", erklärt
Christoph Roland, Ornithologe und Vorstandsmitglied von BirdLife Österreich.
Die Idee den Wanderfalken mittels Anbringung von speziellen Nistkästen im
Augarten anzusiedeln, entwickelte Roland gemeinsam mit der Biologin und
Fotografin Mag. Brigitte Baldrian-Altmann. Unter dem Titel "Zahme
Wildnis" hat Brigitte Baldrian den Augarten bereits mehrfach durch die Linse
erforscht und fotographisch festgehalten.

Wanderfalke: Brutvogel der
Großstädte

Zur Bestimmung der artgerechten
Platzierung der Nistkästen wurde Dr. Anita Gamauf, Greifvogelexpertin Naturhistorisches
Museum und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates von BirdLife Österreich
herangezogen: "Der Wanderfalke als Brutvogel ist in Großstädten bereits ein
weitverbreitetes Phänomen. In Wien konnten wir bisher nur 0 – 1 Brutpaar
feststellen. Mit der Montage der Nistkästen auf den Flaktürmen geben wir dem
Felsenbrüter eine Chance sich auch in Wien zu etablieren. Nahrung gibt es für
den bis zu 50 cm großen Vogel genug".

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