Was wurde ­eigentlich aus Paul Pawlek?

Was wurde ­eigentlich aus dem ehemaligen Linksaußen von Rapid Paul Pawlek? Der Goalgetter der 70er Jahre hat sich vom Fußball zurückgezogen und betreibt eine der letzten Videotheken Wiens. Das „VTC“ auf der Favoritenstraße kurz vor dem Verteilerkreis ist nicht zu übersehen: knallrot überklebte Auslagescheiben, die das typische Angebot einer Videothek ausweisen. Videothek im 21. Jahrhundert?

Start mit acht Jahren

„Meine Kunden kommen aus ganz Wien“, erzählt Inhaber Paul Pawlek. Sein Geschäft ist einer der allerletzten Plätze in ganz Wien, wo man noch VHS-Kassetten bekommt. Daneben führt er natürlich auch das gesamte DVD-­Sortiment. Was nur langjährige Fußballfans erkennen können: Der grau melierte Herr mit dem freundlichen Lächeln hat in den 70er Jahren als Stürmer bei Rapid gespielt. „Mit siebzehn bin ich in die Kampfmannschaft gekommen“, ­erzählt der heute 60-Jährige, der bereits mit acht Jahren bei den Rapid-Knaben begann. „Unter meinen Mannschaftskollegen waren Gustl Starek, Peter Persidis und Hans Krankl“, erinnert sich der ehemalige Stürmer.

Trotz ­seiner Körpergröße von 1,68 Metern war der Linksfuß auch mit dem Kopf erfolgreich. So wie bei seinem wichtigsten Tor im Cupfinale 1976 gegen Wacker Innsbruck, als Pawlek zwei Minuten vor Schluss das 1:0 erzielte und damit Rapid zum Cupsieger machte. Ein weiterer Höhepunkt war das Eröffnungsspiel im Hanappi-Stadion 1977: das einzige Tor zum 1:0-Sieg gegen die ­Wiener Austria.

Mit 26 Jahren war Schluss mit Fußball und Pawlek wurde Geschäftsmann. „Zuerst in der Textilbranche und danach mit der Videothek.“ Fußballer verdienten damals weit weniger als heute und mussten nach Karriereende weiterhin arbeiten gehen.
Dank eigenem Fitnessraum zu Hause in Liesing ist ­Pawlek noch immer bemerkenswert durchtrainiert, die Bräune holt er sich im Garten. Und die Arbeit in der Videothek? „Was ich mache, mach ich gern.“


 

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