Wie Wiens Schüler lernen

Wiens Schüler zwischen 10 und 18 Jahren wenden pro Woche rund 8 Stunden außerhalb des Unterrichts für die Schule auf. Dabei sind sie zumeist Einzelgänger: Mehr als 90 Prozent lernen vorzugsweise allein und in den eigenen vier Wänden. Unterstützung seitens der Eltern gibt es für weniger als die Hälfte aller Schüler, das Internet nutzen immerhin knapp zwei Drittel. Dies sind die markantesten Ergebnisse einer aktuellen Schülerbefragung, die das Nachhilfeinstitut LernQuadrat an AHS und BHS durchführte.

„Während politisch über Systemreformen und Lehrerarbeitszeiten debattiert wird, wollten wir einmal wissen, wie es um den Lernalltag der Schüler bestellt ist", betonte LernQuadrat-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Konrad Zimmermann anlässlich der Präsentation der Umfrage in der Filiale Mariahilfer Straße. Die Ergebnisse sind aufschlussreich. Im Schnitt sitzen die Schüler etwa eineinhalb Stunden bei Hausübungen, Referats- und Prüfungsvorbereitungen, die Mädchen etwas länger als die Burschen, die Jüngeren etwas länger als die Älteren.

Lernalltag daheim

Gelernt wird überwiegend am eigenen Schreibtisch, fallweise auf der Couch oder sogar in der Badewanne", berichtet Lernexperte Zimmermann. Während die Gruppe der 10-14-Jährigen vorzugsweise gleich nach der Schule lernt, verschieben die Älteren das lieber in den Abend. 29 Prozent aller Befragten hören während des Lernens Musik, bei 7 Prozent läuft der Fernseher im Hintergrund. Wie die Umfrage zeigt, dürfen sich jene, die beim Lernen absolute Ruhe bevorzugen, im Schnitt auch über bessere Noten freuen.

Lediglich 6,3 Prozent der Schüler lernen gerne in der Gruppe, etwa jeder Neunte besucht ein Nachhilfeinstitut. Dabei ist Unterstützung von Zuhause eher nicht der Regelfall. Nur 47,5 Prozent dürfen auf die Hilfe ihrer Eltern zählen, bei den 15-18-Jährigen sinkt diese Zahl sogar auf 34,5 Prozent. Vorwiegend die Mädchen finden Unterstützung auch im Freundeskreis, 13,6 Prozent wenden sich im Notfall an ihre Lehrer. 63,1 Prozent suchen die benötigten Informationen unter anderem im Internet und halten sich nach eigenen Angaben immerhin eine Dreiviertelstunde pro Tag zu Lernzwecken im Netz auf.

Mathematik und Englisch polarisieren

Die Studie nahm aber auch die einzelnen Schulfächer etwas näher unter die Lupe. „Die Ergebnisse bestätigen unsere Erfahrungen in der Nachhilfe. Mathematik und Englisch sind auch für die Schüler selbst mit Abstand die größten Sorgenkinder, und das sowohl bei Buben als auch bei Mädchen", berichtet Zimmermann. So liegt die Durchschnittsnote in Mathematik bei 2,74, in Englisch bei 2,65, während sie sich in Deutsch bei 2,38, in Physik bei 2,27 und in Geschichte sogar bei 1,96 einpendelt.

Kein Wunder also, dass Mathe und Englisch auch das Ranking der unbeliebtesten Schulfächer mit klarem Abstand anführen. Andererseits liegen gerade diese beiden Fächer aber auch in der Hitparade der beliebtesten Unterrichtsgegenstände – gemeinsam mit Turnen – auf den vordersten Plätzen.

Chancen zum besseren Lernen

„Die Umfragedaten zeigen, dass in der Lernkultur noch viel Potenzial zur Verbesserung der Leistung und damit der Schulergebnisse liegt", meint Zimmermann. So könne gerade die Kleingruppe für viel mehr Freude und unheimliche Motivation untereinander sorgen. „Zuhause am Nachmittag ist halt leider oft der Fernseher der einzige, der spricht", fürchtet der Nachhilfe-Profi.

Aber auch für den individuellen Lernalltag gibt es eine ganze Menge Tipps und Tricks, die zum Erfolg beitragen. Am Start ordentlich Energie tanken und dann immer 30 Minuten lernen und 10 Minuten Pause machen, empfiehlt LernQuadrat. Gute Planung mittels Wandkalender, Poster für Skizzen und Mindmaps, die Lernbox für's Vokabellernen und ein bisschen Obst und Gemüse nebenbei als Brainfood können ebenfalls helfen. Detaillierte Informationen zur richtigen Lerntechnik bietet LernQuadrat übrigens in Gratis-Seminaren an. Zudem gibt es eine ansprechende Broschüre, in der das Fantasiewesen „Q" durch die Welt des Lernens führt.

Infos: www.lernquadrat.at

  • Adresse: Mariahilfer Straße 103, 1060 Wien

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