Wie zum Teufel kommt der auf sowas?

"Liebe Freunde der Kunst! Was braucht der Mensch, damit es einem wirklich gut geht? Ich sag‘: An guaten Schanigarten und gute Kunst!“ Eine Eröffnungsmoderation von Jürgen "der Kulturflitzer“ Weishäupl. Nur was bitte ist „gute Kunst“, wo soll man hinschauen und was kann man sich getrost sparen? Weil das selbst für prinzipiell Interessierte nicht ganz so einfach zu sondieren ist, fährt der Mann auf der roten Vespa (nicht vom Foto unten täuschen lassen) schon mal vor und checkt die Lage. Dabei darf es ruhig ein bisschen schräger und unorthodoxer sein, wie gleich eine der ersten Sendungen im Frühjahr schön unter Beweis stellte. Stillende Frauenfiguren im Dommuseum waren das Thema. Da musste man schon zweimal hinschauen.

Folgen Sie dem goldenen Elefanten!

Dass dem gebürtigen Vorarlberger wenig tabu ist, wird aus seiner Biografie ersichtlich. Auf Sizilien, wo er lange Jahre lebte, veranstaltete der Zeremonienmeister (er hält wissenschaftliche Vorträge darüber) ein Anti-Mafiafestival. Nochmal: Auf Si-zi-li-en!
"Und ich hab im Swingerclub Lieder gesungen – vielleicht ist das auch interessant“, ergänzt der Kulturmanager, während er seine persönliche Bilddatenbank auf dem Laptop durchklickt. Generell fragt man sich bei seinen Schilderungen gerne: "Wie zum Teufel kommt der nur auf sowas?“ Etwa, wenn Weishäupl erzählt, dass er nächstes Jahr den über sieben Meter hohen und 2,5 Tonnen schweren goldenen Elefanten der Bregenzer Festspiele-Produktion Aida über den Wasserweg bis nach Prag schiffen möchte, um an jeder Zwischenstation eine Party zu schmeißen.  

Mit Handkamera abends unterwegs   

Aber zurück zu seiner Sendung, die jeden Montag und Donnerstag circa 3-minütiger Teil von Wien live-TV ist. "Ich habe meine Sony-Kamera immer dabei, filme die Beiträge selber. Die Moderation wird dann im Studio auf der Vespa sitzend aufgezeichnet, deswegen trage ich auch keinen Helm.“ Der offensichtliche und trashige Bluescreen-Effekt  ist es auch, der die Sendung noch kultiger macht. Die Texte liest er ab, dafür muss der Vespafahrer die Stichworte auswendig lernen, an denen er "abbiegt“. Einen Beifahrer gibt es prinzipiell nicht, aber: Weishäupl bietet an, einen Leser des WIENER BEZIRKSBLATTs auf seiner Studio-Vespa mitzunehmen. Einzige Voraussetzung: Er oder sie muss dabei etwas über die Kultur im eigenen Bezirk erzählen. E-Mail (mit Angabe der Telefonnummer!) unter KW "Kulturflitzer“ bis 7. 6. an gewinn@wienerbezirksblatt.at!

  • Adresse: Schottenfeldgasse 24, 1070 Wien

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