Wien: Ein typischer Pfuhl der Vorurteile

„Da arbeitet man jahrelang beim Sacher, ist bestimmt einer der führenden Konditoren in Österreich und dann muss man sich, nur weil man sich entschlossen hat sich auf eigene Beine zu stellen, fragen lassen, ob mein sein Geschäft überhaupt versteht,“ das sagt Mohammed Karanouh, Inhaber des Feinkostladens C´est Bon, Währinger Strasse 99, 1180 Wien, und meint weiter: „Worin besteht eigentlich der Unterschied der Qualität ob auf meinen Produkten Sacher drauf steht oder nicht?“

Und als ich in der Folge die Teigtaschen mit Nuss koste, bin sogar fast ich überrascht, wie gut diese munden. Ein Mann also der von Vorurteilen geschlagen ist, weil er ursprünglich aus dem Libanon kommt.

Oder: „Eigentlich habe ich mir das Ziel gesteckt, mit meinen Preisen und der guten Qualität unser Land, Bulgarien, zu präsentieren,“ das sagt mir ein Unternehmer, dessen Namen nicht genannt werden soll, der in der Laaer Bergstrasse Nr. 13, 1100 Wien, den ersten bulgarischen Supermarkt aufgemacht hat, „Das Problem mit der Logistik ist gelöst und ich denke mir, wenn ich mit den Preisen herunten bleibe, dann macht es die Menge die ich verkaufe. Früher habe ich für die Botschaft gearbeitet. Heute möchte ich zeigen, wie schön eigentlich Bulgarien ist.“

Als ich aber den Laden einige Zeit beobachte, so sehe ich ausschliesslich Bulgaren die zu ihm kommen. Eigentlich schade. Denn wenn man in Wien Menschen fragt, so sind Bulgaren faul und kriminell.

Oder: „Früher war ich Pressephotographin. Und weil ich mich niemals in einer Schublade schmeissen lasse, hat man letztlich auf mich verzichtet. Ich hatte es satt, mich um Aufträge raufen zu müssen.“ meint Ulrike Haidner, Inhaberin des Fotostudios U4, Spezialgeschäft für digitale und analoge Photographie , Gersthofer Strasse 26, A-1180 Wien, „die Menschen die zu mir kommen, wissen, dass ich immer einen guten Rat für sie auf Lager habe und die, die mich in Schubladen schmeissen wollen, die sind immer und immer wieder überrascht, denn: Die Schublade für mich ist noch immer nicht gebaut. Die Menschen aber versuchen es immer wieder und schmeissen auch heute noch mit Prügeln nach mir.“

Dabei versucht Ulrike Haidner einfach nur für alle Menschen da zu sein.

Drei Vorurteile, die Menschen hier in Wien belasten. Drei Vorurteile die es zeigen, dass es auch Menschen gibt, von denen man auf den ersten Blick nicht erkennt, was in ihnen steckt. Drei Menschen von denen man viel lernen kann, wenn man die Vorurteile besiegt.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
http://jachwe.wordpress.com

  • Adresse: Kudlichgasse 42, 1100 Wien

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