Wien schaut auf seine Senioren

Laut Statistischem Jahrbuch der Stadt Wien 2010 leben 381.442 Senioren (60+) in Österreichs Hauptstadt. Sie sind – nach der Gruppe der 30- bis 44-Jährigen – die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe. Das verwundert nicht, ist doch Wien nach einer Erhebung des Magazins "The Economist" die weltweit zweitlebenswerteste Stadt für Senioren nach Vancouver (Kanada). Und das ist kein Zufall: Die Stadt Wien investiert 2011 700 Mio. Euro in ambulante und stationäre Pflege und Betreuung. Durch den Bau von neun neuen Pflegewohnheimen bis 2015 steigt die Zahl der Pflegeplätze um fast 1.000 an (siehe Bericht S. 24). Zudem setzt man auf Gesundheitsförderung: "Wir versuchen, durch Ernährungsberatung sowie geistige und körperliche Betätigung etwaigen Krankheiten, zum Beispiel Demenz, zuvorzukommen", sagt Angelika Rosenberger-Spitzy, die Seniorenbeauftragte der Stadt Wien. "Wir bieten Tanzkurse an – Bewegung ist gesund. Ältere Menschen spielen, wie sich herausgestellt hat, auch gerne Konsolenspiele wie 'Nintendo Wii', um geistig fit zu ­bleiben."

Gemeinsam sein, nicht vereinsamen

Ein großes Anliegen ist auch, bei Betreuungsbedürftigkeit Einrichtungen wie mobile Dienste anbieten zu können. 26.930 Menschen nehmen in Wien persönliche Betreuungs- und Pflegedienste (zum Beispiel eine Heimhilfe) in Anspruch. 25.100 Senioren werden von persönlichen Beratungs- und Unterstützungsdiensten, etwa "Essen auf Rädern", begleitet.

Ein wichtiger Bestandteil der Einrichtungen für Senioren in Wien sind solche, die zur Eindämmung der Vereinsamung beitragen – etwa die 171 Wiener Pensionistenklubs. Sie feiern heuer ihr 65-jähriges Bestehen und bieten Junggebliebenen ein abwechslungsreiches Programm: Vorträge aller Art, Bingo, Kegeln, Computerkurse, Musik (Pensionisten­chor und Mandolinenorchester) oder Gymnastik. Wem das zu ein­tönig ist, kann mit SeniorenReisen nach Nizza oder Jordanien fah­ren. Allerdings: Um im Sand zu wühlen und alte Steine auszugraben, muss man nicht so weit reisen. Die Stadtarchäologie Wien bietet Senioren die Möglichkeit zur Mitarbeit (www.seniorarchäologie.at).

Weitere Infos: www.wien.pvoe.at, www.kwp.at, www.pensionistenklubs.at

Freizeit-Tipps für Senioren

März: Abwechslung im WUK
Das WUK bietet verschiedenste Action für Senioren, z. B. Tanzen und Qigong. Info-Tel.: 0664/734 90 139

März: Computer kennenlernen
Im Computerklub im SeniorenColleg lernen Sie, mit Maus und Tastatur
umzugehen. Info bei Karin Niederhofer, Tel.: 0660/890 40 30

Das ganze Jahr: Bezirksmuseum besuchen
Die Wiener Bezirksmuseen werden ausschließlich von Senioren ehrenamtlich geleitet. Auskunft: 403 58 53

Das ganze Jahr: Interesse an Archäologie?
Bei der Initiative Senior­archäologie können Sie z. B. bei Restaurationen helfen. Tel.: 0676/8118-81159

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