Wien Work näh(r)t den Erfolg

Einer der letzten Vertreter des Wiener Schneidereihandwerks hat die Wirtschaftskrise gut überstanden: die Firma Wien Work, die vis-à-vis der Schnellbahnstation Erzherzog-Karl-Straße ihre Textilsparte angesiedelt hat. „Dass es hier gelingt, mit benachteiligten Menschen Qualitätsarbeit abzuliefern und Aufträge in der Donaustadt zu halten, die sonst an das billige Ausland verloren gingen, ist bemerkenswert“, lobte der Donaustädter Gemeinderat Ernst Nevrivy Ende März die Leistungen des Betriebs.

Wie andere Branchen auch spürten die zehn mehrheitlich gehörlosen Näherinnen die Folgen der Wirtschaftskrise. Während die Bestellungen für Arbeitsgewänder rückläufig sind, konnten rechtzeitig neue Kleider-Kleinserien von 50 bis 200 Stück für Topdesigner als Aufträge an Land gezogen werden. „Im Wiener Modebereich haben wir wenig Konkurrenz – das ist für Änderungsschneidereien zu viel und für ausländische Großbetriebe zu wenig Arbeit“, erklärt dazu Geschäftsführer Prokurist Helmut Hochleitner. Geliefert wird zu wettbewerbsfähigen Preisen – obwohl den Mitarbeitern aller Wien-Work-Sparten Sozialarbeiter, ein Betriebsarzt und -psychologe zur Seite stehen und Lehrausbildungen bzw. Teilqualifizierungen geboten werden.

Professionelle „Outplacer“ beraten überdies Wiener Firmen, wenn es um die Übernahme Behinderter geht: „Das Geld dafür erwirtschaften wir bis zu sechzig Prozent am freien Markt. Die vierzig Prozent, die wir von unseren Fördergebern BMASK, Bundessozialamt, Fonds Soziales Wien, waff, AMS Wien und ESF für die Beschäftigung und Qualifizierung von Benachteiligten bekommen, entsprechen jenen Tarifen, die auch jeder andere Betrieb in Anspruch nehmen kann und soll.“

Qualität ohne Subventionsbonus

Eben weil es keine leistungs­unabhängige Grundförderung gibt, ärgern sich Beschäftigte und Management über Kunden, die „subventionierte“ Preise erwarten. Schneiderin Cornelia Götz: „Wir sind stolz auf die Arbeit und liefern Qualität!“

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