Kleingärten feiern 100er!

Zwölf Kleingartenvereine mit 1.140 Mitgliedern gibt es derzeit in Ottakring. Mit langer Tradition. Früher sagte man „Schrebergärten“ – damit waren Grünstreifen mit ein bissl Gemüseanbau gemeint. Doch spä­testens seit der ganzjährigen ­Bewohnbarkeit der innerstädtischen Paradiese heißen sie praktisch nur mehr „Kleingärten“. Klingt nobler.

Auch Tierhaltung

In Ottakring führt die grüne Spur bis ins Jahr 1913 zurück, als der Verein „Gartenfreunde Ottakring“ gegründet wurde. Drei Jahre später folgten die „Kulturfreunde“ in der Baumeistergasse, ehe vor genau 100 Jahren „Montleart“ und „Waidäcker“ das Licht des Gartens erblickten. Wobei im Areal gegenüber des Friedhofs einst Hühner, Hasen, Ziegen und sogar Schweine gehalten ­wurden. Damit nicht genug, fand 1919 die erste Kleingärtner-Tagung im Rathaus statt und der Kleingartenverein „Liebhartstal“ wurde gegründet.

Parkanlagen im Zweiten werden neu ausgestattet

Dass Jugendliche in den Bezirken über die Einrichtung von Parks bestimmen können, ist angewandte Demokratie-Schulung. „Word Up!“ heißt dieses Jugend­parlament, dessen Beschlüsse letztlich den Bezirksvertretern zur Bewilligung vorgelegt werden. In der Leopoldstadt hatten die Jugendlichen ein Budget von 70.000 Euro zu verteilen. Erstgereiht wurde die Idee, im Max-Winter-Park ein ­Salettl zu errichten, um ­überdacht sitzen zu können. ­Weiters werden im Prater ­Fitnessgeräte im Freien in­stalliert, und der Ballspielplatz am Volkertplatz erhält eine Absperrung, damit der Ball nicht auf die Straße ­fallen kann. Gerade noch in den Budgetrahmen hineingerutscht sind neue Bodenmarkierungen für den Dianapark.  Nun steht die Umsetzung an.

© Eva Mühlbacher

Todesfalle in der ­Grinzinger Allee

Kerzen, Blumen und ein Bund Rosen an jenem Verkehrszeichen, welches die heranrasenden Autofahrer auf einen Schutzweg aufmerksam machen sollte. Das ist die Erin­nerung an eine 79-jährige Döblingerin, die hier mit ihrem Hund die Fahrbahn der Grinzinger Allee in Höhe der Huschkagasse überqueren wollte. Ein 78-jähriger Autolenker mit einem Promi-Kennzeichen hat weder den Schutzweg noch das ständig blinkende Gefahrensignal „Achtung Kinder“ beachtet. Und er hat die Frau mit ihrem Hund übersehen, die offenbar dem Hund nach­laufen wollte.

Überrollt

Wenige Meter dahinter mussten der Ehemann der Frau und die Tochter den Unfall mit ansehen. Das Auto des bekann­ten Fotografen erfass­te die Frau und schleuderte sie auf die Gegenfahrbahn. Ein Fahrzeug, das aus Grinzing zur Kreuzung fuhr, war offenbar auch zu schnell unterwegs und konnte nicht mehr anhalten. Auch dieses Fahrzeug überrollte nach Angaben der Polizei die Frau, die noch an der Unfallstelle verstarb; genau­so wie ihr Dackel. Für beide kam jede Hilfe zu spät.

Gefahr

Eine Anrainerin ist über den Vorfall entsetzt: „In den vergangenen 20 Jahren ereigneten sich genau an dieser Stelle zahlreiche Unfälle mit Personenschaden und vier Toten.“ Betroffen ist man auch im ­Bezirk über den Unfall. Vorsteher Adolf Tiller bedauert: „Wir haben hier alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Kreuzung zu entschärfen! Mehr geht hier nicht!“

Hilfe im Zeichen des Regenbogens

Die Trennung der ­geliebten ­Eltern, der Verlust eines nahen Verwandten, von Mama oder Papa – Situationen, mit denen Kinder und Jugendliche nicht umgehen können. Die sie traurig und einsam ­machen. Und wo der Verein Rainbows mit Sitz am Richard-Wagner-Platz 3 und Gruppen in vielen Bezirken wichtig wird. Denn er hilft, Krisen zu bewältigen. Mit Oktober haben die neuen Rainbows-Trennungs-/Scheidungsgruppen für Kinder zwischen vier und 17 Jahren begonnen. Wobei wichtig ist: Finanzielle Unterstützung für den Kostenbeitrag ist nach Absprache möglich. Rainbows will nicht, dass die Unterstützung am Geld scheitert.

Bei Interesse E-Mail an wien@rainbows.at, Telefon-Nr. 01/907 37 33 oder www.rainbows.at

Bordell: Der Bezirk probt den Aufstand

Seit kurzem ist der Betrieb als Laufhaus bei der Polizei eingereicht. Jedenfalls ist sich der Bezirk diesmal einig: Das nehmen wir nicht hin! Nur sechs Grüne sind ausgeschert – alle anderen 47 Parteienvertreter haben in der Bezirksvertretung klar gesagt: Nein zum geplanten Laufhaus Ecke Linzer Straße/Pachmanngasse neben einer Schule, einem Spielplatz, einem Kindergarten und einer Pfarre! „Ich stehe voll hinter den Bürgern, die dagegen protestieren. Der Standort ist mehr als ungeschickt, um es vorsichtig zu formulieren“, so Bezirksvorsteherin ­Andrea Kalchbrenner (SPÖ).

Eine Provokation

Schärfer formuliert es ÖVP-Bezirksrätin Elisabeth Kohl: „Das geplante Prostitutionslokal ist schlicht als Provokation zu bezeichnen! Auf einer Skala von 1 bis 10 der ungeeignetsten Örtlichkeiten ­erhält es eine glatte 10.“ Wobei die Besitzerin des ­Ecklokals auch noch ein ­anderes Bordell betreibt – und jetzt den Standort Linzer Straße 226 betreiben möchte. Umgebaut wird schon länger, auch Schilder wurden schon angebracht. Nach der Einreichung liegt der Ball jetzt beim Landespolizeikommando – bis Redaktionsschluss gab es keine Entscheidung. „Wir haben als Bezirk ja ­keinerlei Handhabe“, betont dazu die Bezirkschefin. 

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Turnsäle für Kurse öffnen

Bei Neubauten von Turnsälen und Sportstätten soll künftig auch an die Inte­gration von außerschulischen Angeboten durch Vereine gedacht werden. Beispielsweise im neuen Schulzentrum in der Mittelgasse, wo gerade ein Turnsaal gebaut wird. Das schlägt die Bezirksvorstehung Mariahilf vor. Im Turnsaal der VS St. Marien in der Liniengasse gibt es bereits jetzt exter­ne Judo-Kurse (siehe Bild oben).

Sicherheitspakt für Parks gefordert

Medienberichte über eine ­Jugendbande mit 20 Mit­gliedern, die im Währinger Park ­Kinder und deren ­Eltern tyrannisieren, haben Währings Politiker aktiviert. Den Banden müsse sofort ­Einhalt geboten werden, fordert etwa FPÖ-Bezirks­obmann Udo Guggen­bichler.

Runder Tisch

In eine ganz ähnliche Kerbe schlägt ein VP-Antrag, der die Einberufung eines runden Tisches für Sicherheitsfragen verlangt. Die Straßen- und Parkbeleuchtungen bei sogenannten Angsträumen müssen verbessert werden, Notrufsäulen für rasche Hilfe durch die Polizei sorgen und eine bessere Überwachung der Parks sollte mehr Sicherheit ­bringen. In diesem Sinn arbeitet seit einiger Zeit die ­Polizei auch in der Aktion „Gemeinsam.Sicher“ mit Schulen, Bürgerinitiativen und Anrainern zusammen. Die Bezirksblauen fordern nun zusätzlich, dass ein ­Sicherheitspakt geschlossen werden soll. Das Problem sei, dass die Polizei aufgrund der Gesetzeslage erst aktiv ­werden kann, wenn etwas passiert ist.

Antrag

Der Währinger FPÖ-Klub­obmann Georg Köckeis hat in der Bezirksvertretung nun einen Antrag gestellt, in dem die Bezirksvorsteherin Silvia Nossek aufgefordert wird, mit den Organen der Exekutive, der zuständigen Stadträtin Ulli Sima und der MA 42 Kontakt aufzunehmen, um einen solchen Sicherheitspakt zu konzipieren. Die Währinger Grün­oasen müssen für die ­Familien erhalten werden und dürfen nicht zu „No-go-­Zonen“ verkommen.

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Der Strom kommt aus der Kiste

Erfindung aus Floridsdorf – Treibstoffkanister schleppen war gestern: Die Entwicklung des jungen Wiener Unternehmens Base.Energy wird mit Sonne betrieben. „Die Menschen interessieren sich immer mehr für Solarstrom, wurden bisher jedoch mit Bürokratie, Kosten und Komplexität überhäuft“, erklärt Gründer Simon ­Niederkircher. Mit seinem Team hat der junge Floridsdorfer den ­SolCube entwickelt, der kürzlich auf der Vienna Design Week präsentiert wurde: ein Stromgenerator mit eingebauter Batterie und Steckdose, der mit herkömmlichen Solarmodulen aufgeladen wird und Größe und Gewicht des ­Geräts einer Bierkiste hat. Damit hat man im Wohnmobil oder im Schrebergarten Strom für bis zu 140 Stunden Licht, 40 Tassen Kaffee oder 14 Laptop-Ladungen. Die Kaufversion soll Ende 2017 auf den Markt kommen.

Happy End dank Tierretter

Gleich zwei armen Tieren konnte die Berufsfeuerwehr Wien in Simmering in den vergangenen Wochen das Leben retten: Nachdem die Katze Zula in einem Spalt zwischen der Garage und dem Geräteschuppen ihrer Besitzer gefan­gen war, half nur mehr der spektakuläre Einsatz der Feuerwehrmänner, die Zula mittels Bohr- und Stemmhammer wieder befreiten. Ein kleiner Igel, der mit seinem Kopf in einem Gitter stecken­blieb, konnte ebenfalls unverletzt erlöst werden.

© MA 68

142 neue Wohnungen im ehemaligen Spital

Im Grätzel Felberstraße 66–76 errichtet die Gesiba ein neues Wohnhaus mit 142 Einheiten. Vor wenigen Tagen wurde das Startsignal auf dem Gelände des ehemaligen Kaiserin-Elisabeth-Spitals erteilt. „Damit wird die Nachnutzung des Geländes weitergeführt“, so Gemeinderätin Claudia Laschan. „Für den Bezirk bedeutet das mehr leistbare Wohnungen und eine Aufwertung des Gebietes.“ Stadtrat Ludwig ist noch aus einem anderen Grund von dem Projekt überzeugt: „Mit einem Supermarkt und Kindergarten direkt in der Anlage eignet sich das Projekt besonders für junge Familien, die ein neues Zuhause im historischen Bau­bestand suchen.“

Gänsehaut in Auschwitz

Die Streetworker aus Liesing besuchten das größte Vernichtungslager des 2. Weltkriegs. Es liegt in der Verantwortung sozialer Arbeit, zu fördern, dass junge Menschen sich mit der Geschichte Österreichs und seiner Bevölkerung befassen. Aus diesem Grund besuchte Streetwork Liesing die Gedenkstätte Auschwitz, um sich mit den gesellschaftlichen und poli­tischen Hintergründen, die zum Nationalsozialismus führten, auseinanderzusetzen.

Im Vorfeld wurde über den Nationalsozialismus und die Verfolgung von Minderheiten diskutiert sowie eine Dokumentation über einen Holocaust-Überlebenden angesehen. Die jungen Menschen erfuhren mehr über die brutale Terrorherrschaft und die bestialische Ermordung von mehr als einer Million Menschen. Diese realistischen Eindrücke sollen an die nächsten Generationen weitergegeben werden, damit sich dieser dunkle Teil der ­österreichischen Geschichte nie mehr wiederholen kann.

Gemeinsam leben unterm Regenbogen

Familien stehen im ­Alltag oft vor Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Für lesbische, schwule und queere Familien gilt das besonders. Mit dem „Famos“ (Familien Andersrum in Österreich) in der Franzensgasse gibt es für sie eine spezielle Einrichtung. Der Verein setzt sich für die Vernetzung und Unterstützung von Regenbogenfamilien ein. Regelmäßige Gruppentreffen und Aktivitäten stehen hier auf dem Programm.

Gleiche Chancen

Ende September besuchte Ministerin Pamela Rendi-Wagner die Margaretner ­Institution gemeinsam mit dem SoHo-Vorsitzenden Mario Lindner. „Wir wollen ein ­Österreich, in dem jeder Mensch und jede Familie die gleichen Chancen auf ein glückliches und erfülltes Leben haben. Gerade Einrichtungen wie diese zeigen, dass die LSBTI Community in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Wir freuen uns, so tolle Projekte aktiv unterstützen zu können“, so Pamela Rendi-Wagner und Mario Lindner im Rahmen des Besuchs beim Regen­bogenzentrum.

Weitere Informationen zu „Famos“ gibt es auch unter: www.regenbogenfamilien.at

Fit für Verkehr in Erdberg

Beim Verkehrssicher­heitsprogramm „Hallo Auto!“ lernen Volksschüler beispielsweise, dass sich der tatsächliche Anhalteweg eines Fahrzeugs aus ­Reaktions- und Bremsweg ­zusammensetzt. Mit speziell umgebauten Fahrzeugen und spielerischen Übungen hat der ÖAMTC in Kooperation mit der Unfallversicherung AUVA bereits 170.000 Kinder fit für den Straßenverkehr gemacht – und damit zur Senkung der Unfallzahlen beigetragen. Nun hat das Programm beim ÖAMTC-Mobilitätszentrum in Erdberg ein neues Zuhause erhalten. Dort sollen jährlich 5.500 Kinder auf ihre mobile Zukunft und den Schulweg vorbereitet werden. Im Vorjahr wurden in Wien 280 Kinder als ungeschützte Verkehrsteilnehmer, wie etwa Fußgänger, Rad- oder Skateboardfahrer, ­verletzt und eines getötet.

Infos: www.oeamtc.at

Den Grippe-Viren entkommen

Bis 7. Dezember ­werden wieder die Grippe-Schutzimpfungen der Stadt Wien angeboten. Besonders Kindern und älteren Menschen wird die Impfung empfohlen, weil die Grippe mit hohem Fieber verbunden sein kann und mit Kompli­kationen zu rechnen ist.

Geimpft wird im Bezirksgesundheitsamt am Hietzinger Kai 1–3 im 13. Bezirk (früheres Vorstehungsgebäude). Der Kostenbeitrag für die Impfung beträgt je nach Impfstoff 11 bis 15 Euro. Die Impf­zeiten: jeden Dienstag und Mittwoch (mittwochs nur während der Schulzeit) von 13 bis 15 Uhr und an Donnerstagen von 8 bis 10 Uhr.

Mehr Miteinander in der Mischkulanz

Frisch angelobt, aber schon mittendrin in der Bezirksarbeit: Marcus Franz wurde in Favoriten mit überwiegender Mehrheit zum neuen Bezirksvorsteher gewählt. Er will ein Politiker zum Anfassen sein. Sein Büro ist noch nicht fertig, wir treffen ­Marcus Franz in der Bäckerei „Mann“ im Sonnwendviertel. Er bestellt ausnahmsweise Pfefferminztee – der Wahlkampf hat sich auf seine Stimme geschlagen.

Was sind die vorrangigen Aufgaben im Bezirk?

Marcus Franz: Es gibt viele neue Wohngebiete im Bezirk, deshalb müssen wir darauf achten, dass sich das Neue mit dem Alten gut verbindet. Wir revitalisieren daher viel.

Kommt ein Busbahnhof am Verteilerkreis?

Ich bin dagegen, das bringt für Favoriten keine neuen Arbeitsplätze. Da gibt es andere Chancen, wie etwa ein Health Care Centre oder den Ausbau des FH-Campus.

Gibt es genügend Park-and-ride-Parkplätze bei den neuen U-Bahn-Stationen?

Ja. An der Kuhtrift in Oberlaa sind noch genügend Plätze frei. Viele fahren jetzt öffentlich zum Hauptbahnhof.

Favoriten liegt in der -Kriminalstatistik oft vorne.  

Das ist je Kategorie unterschiedlich. Man muss bedenken, dass hier 10 % der Bevölkerung Wiens leben. Aber klar, mehr Polizisten wären gut.

Welche neuen Wege möchten Sie gehen? 

Ich möchte authentisch bleiben und jedes Anliegen gleich wichtig nehmen. Ich habe bereits fixe Bezirkstouren eingeplant und werde für die Berufs­tätigen eine Abend-Sprechstunde einführen. Der Kontakt mit der Bevölkerung ist mir extrem wichtig.

Was mögen Sie an Favoriten? 

Die Mischung der Menschen und Grätzel. Wenn ich einen freien Kopf brauche, fahre ich auf den Wienerberg oder nach Oberlaa. Die Versorgung ist ausgezeichnet: Wir sind einer der wenigen Bezirke, wo es noch einen Bauernmarkt gibt, ein Erlebnis an Samstagvormittagen.

Wie soll Favoriten in zehn Jahren sein? 

Ich wünsche mir, dass das Zusammenleben im Bezirk gut funktioniert. Und dass die ­Austria Wien wieder Meister wird.

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