Die Gewinner der 133er-Awards

Sechs Exekutivbeamte wurden auf der Polizeigala für besondere Leistungen ausgezeichnet. Wie sehen die Preisträger ihre Arbeit? Jeder Tag ist anders, wir sind für die Menschen da.

Es war auch für die Veranstalter ein Jubiläum: Zum zehnten Mal wurde am 13. 3. der 133er-Award im Rathaus ausgerichtet. Und auch diesmal war eine riesige Zahl an Exekutivbeamten ­gekommen, um mitzuerleben, wie sechs aus ihrer Mitte geehrt wurden.

Zwei Simmeringer

Die – heuer ausschließlich männlichen – Preisträger waren: Michael ­Felsberger vom Landeskriminalamt. Er wurde für „besondere Verdienste im Bereich Menschenrechte, Opferschutz und Prävention“ geehrt. Sein Kollege Manfred Mahrhauser, der ebenfalls dem Landeskriminalamt ­angehört, erhielt den Award für „besondere kriminalpolizeiliche Leistungen“. Anton Schmidl von der Landesverkehrsabteilung wurde für „besondere Verdienste im Bereich der Verkehrssicherheit“ ausgezeichnet. Admir Salihovic vom Kommissariat Favoriten war früher im Verkauf tätig und bekam den Preis „Newcomer des Jahres“. Mario Magler aus dem Kommissariat Simmering wurde zum „Polizisten des Jahres“ gewählt und Hubert Grameth, ebenfalls im Kommissariat Simmering tätig, ­erhielt den „Award für das Lebenswerk“. So unterschiedlich die Tätigkeiten sind, so einhellig fielen die Antworten der Geehrten auf das Besondere an ihrer Arbeit aus.

Sichere Stadt

„Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich, jeder Einsatz ist anders“ und „Wir sind für die Bevölkerung da“. Landtagspräsident Harry ­Kopietz lobte die Arbeit der ­Polizei: „Sie sorgt dafür, dass Wien die sicherste Stadt der Welt ist.“ Und der Chef des WIENER BEZIRKSBLATTs, Thomas Strachota, bekannte: „Wenn man in die freudigen Gesichter der Polizisten blickt, freut man sich bereits auf den nächsten 133er-Award.“

© Stefan Joham/ Stefan Diesner

 

Großeltern gehen online

Wir leben in einer Welt, in der Kommunikation in der jüngeren Generation fast nur noch digital stattfindet. Diesen Umstand hat das österreichisch-norwegische Gründer-Duo von „World of Kama“ erkannt und ein Foto-Audio-Video-Chatbook für die Großeltern-Generation entwickelt. Dieses dient dazu der zunehmenden Vereinsamung von wachsenden Teilen der Bevölkerung entgegenzuwirken und auch die älteren Mitglieder ins (digitale) Familiengeschehen zu integrieren.

Einfache Handhabung

Das Software/Hardware-Produkt wurde altersgerecht entworfen, ist sehr einfach zu bedienen, leicht zu verstehen und selbsterklärend. Es sollte sich den Bedürfnissen der älteren Menschen anpassen, Fotos und Videos übermitteln und diese Erinnerungen so archivieren, damit Oma sie leicht wiederfindet.

Hier können Sie das Projekt unterstützen und sich informieren!

© Irene Sandved Lunde


Konversations-Hilfe

Und weil die Forschung der beiden Gründerinnen ergab, dass sich Gespräche mit älteren Familienmitgliedern oft auf Fragen nach der Gesundheit, dem Wetter und Essen reduzieren, kollaborierte das Kama-Team mit Gamification Experten, mit denen Interview-Fragen für die unterschiedlichen Generationen entwickelt wurden. Die App lernt dabei die Gesprächsvorlieben jeder Familie und dokumentiert Familiengeschichten und erinnerungswürdige Momente für die gesamte Familie.

Mehr Infos finden Sie unter www.mykamabook.com

© Inventas

Ein Schritt Richtung Wertschätzung

Am 24. Jänner 2018 wurde erstmalig der Tag der Elementarbildung in Österreich mit unterschiedlichen Aktionen begangen. Auch einige Kinderfreunde-Kindergärten beteiligten sich. Die Bemühungen des Kindergartens Julius Tandler Platz schlug auch medial Wellen.

Zunächst wurden Eltern, Pädagogen und Assistenten sowie die Kinder befragt, was aus ihrer Sicht die Bildungsarbeit im Kindergarten ausmacht. Die Antworten wurden auf drei Transparenten am 24.1. im Franz Josefs Bahnhof ausgestellt. Außerdem interviewten neun der „großen“ Kinder Passanten im Bahnhof.

Sehr unterschiedliche Vorstellungen kamen dabei zutage: Die Befragten nannten als Zweck des Kindergartens als Bildungseinrichtung beispielsweise die Vorbereitung für die Schule, die Entlastung der Eltern, das Erlernen von Sozialkompetenzen und Regeln sowie das Schließen von Freundschaften. Mit der Aktion sollte auf die Arbeit von Pädagogen und Assistenten aufmerksam gemacht werden, denn diese verdienen eindeutig Anerkennung für ihre erzieherischen Leistungen.

© Wr. Kinderfreunde/ Lukas Horak

Tennisstar Thiem in Kaiserebersdorf

Der stärkste Tennisspieler des Landes Dominic Thiem (Nr. 6 der Welt) feierte den Abschluss eines für ihn sehr erfolgreichen, vergangenen Jahres im „Hopfen & Malz“. Mit seinen Freunden vom Fußballverein „1. TFC Matzendorf“, den er 2016 mit ­anderen Tennisspielern gründete, ­verbrachte er gemütliche Stunden im Restaurant in Kaiserebersdorf. Das „Hopfen & Malz“ (11., Kaiser-Ebersdorfer-Straße 277) ist seit mehr als 25 Jahren eine Institution in Simmering und wird von Alexander Jungbluth und Thomas Vytesnik geführt. Wer auf den Spuren des Tennisstars essen gehen möchte, findet hier Infos zum Lokal: hopfenundmalz.at

Ehre, wem Ehre gebührt…

Zum Kammerschauspieler wurde Felix Dvorak ja bereits im vergangenen Jahr ernannt, gefeiert wurde aber erst jetzt. Das dafür umso fideler. Im Schreiberhaus scharten sich hochkarätige Gäste – von Michael Ludwig über Erwin Pröll bis zu Wolfram Pirchner, Georg Markus, Helga Papouschek, Inge Serafin, Dieter Böttger sowie Paul Schauer – um den Publikumsliebling. Und ließen ihn hochleben. Der Tausendsassa, der ja auch bereits mit dem Titel Professor sowie zahlreiche Ehrenzeichen der Länder Wien und Niederösterreich ausgezeichnet wurde, strahlte. Neben der (wie immer) sehr unterhaltsamen Ansprache des Gastgebers sorgte auch das Spanferkel für Begeisterung.

Eine Hilfe für junge Mütter

Am 26. Februar ist es so weit: Die „Musical Mamis“ erklimmen um 20 Uhr die Bühne des Metropols und bieten um 30 Euro Frauen-Power vom Feinsten. Mit dabei sind Monika Ballwein, Caroline Vasicek-Pfeifer, Marika Lichter und Aida Loos. Zweck des Auftrittes der Künstlerinnen ist die Unterstützung der ­Einrichtung „YoungMum“, die jugendliche Schwangere im Krankenhaus „Göttlicher Heiland“ begleitet. Kurz vor Weihnachten kam das 2.000. „YoungMum“-Baby zur Welt. Die Mutter des kleinen Theodor: „Ich war knapp 19 Jahre, als ich schwanger wurde. Mein mittlerweile Ehemann und ich waren anfangs geschockt. YoungMum war uns eine große Hilfe.“

Sie bringt den Süden nach Wien

Wer sich in der kalten Jahreszeit schon nach Urlaub in ­Italien sehnt, kann sich im Res­taurant von Barbora ­Baucek zumindest mit dem Geschmack des Südens trös­ten. Im Il Gabbiano bereitet ihr fleißiges Team täglich frische Pasta, Pizza & Co zu. Die lebhafte Gastronomin wollte mit der Eröffnung ihres Res­taurants das typische, italienische Flair nach Wien holen. Dass die Küche ausschließlich von Italienern betrieben wird, ist für die gebürtige Tschechin ein Muss. Während die Köche italienische Spezialitäten zube­reiten, kümmert sie sich um die Organisation des liebe­voll eingerichteten Res­taurants und das Wohlbefinden der Gäste. Als typische, strenge Chefin sieht sich ­Baucek nicht, eher wie eine achtsame Mutter. Die Mitarbeiter im Il Gabbiano sind für sie wie eine zweite Familie. Unbe­dingt das ­Tira­misu probieren!


Nachbarin der Woche

Name | Barbora Baucek

Beruf | Unternehmerin

Alter | Nicht 50, aber älter als 20.

Persönliches/Hobbys | Sport, Mode, Kunst, klassische Musik.

Ich lebe im | 13. und 23. Bezirk

Was ich an meinem Bezirk mag | Natur, Ruhe, Menschen, Sauberkeit, Kultur, Architektur.

Was ich an meinem Bezirk nicht mag | Es gibt zu wenig Veranstaltungen.

Was ich an meinem Beruf mag | Den persönlichen Kontakt mit Menschen und die Kulinarik.

Was ich an meinem Beruf nicht mag | Stress

Was mir wichtig ist | Familie, Respekt, Gesundheit und innerer Frieden.

Worauf ich stolz bin | Auf meine Kinder.

Lebensmotto | La vie est belle


Il Gabbiano
23., Maurer Hauptplatz 2
01/397 53 64

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Nach 54 Jahren auf der Suche nach den Schulkolleginnen

Es war von 1962 bis 1964, als Sissy Menzei die Handelsschule in der Wenzgasse 7 in Hietzing ­zusammen mit 29 anderen jungen Damen besuchte. Kürzlich beschloss Sissy, die heute Fritsch heißt, nach ihren ehemaligen Klassenkameradinnen Ausschau zu halten. 18 hat sie bereits gefunden. „Wir haben uns im Café getroffen“, berichtet sie. In zwei Fällen gab es leider eine Todesnachricht. Nun hofft sie, mithilfe des WIENER BEZIRKSBLATTs weitere Ex-Kolleginnen zu finden.

Die Liste

Das sind die „ausständigen“ neun Damen: Susi Paul, Sonja ­Nikola, Christine Ondracek, Christine Pointner, Herta Fraisl, Erika Lang, Gerda Waldburger, Rosi Weigl und Brigitte Koci: „Meldet euch, wir warten auf euch!“, ­verspricht Sissy.

Sissy Fritsch


Kleine Lebensretter zeigen Einsatz

Ihre Kenntnisse in „Lebensrettung“ durften die Schüler der 3. Klasse der VS Wichtelgasse vor prominenten Gästen demonstrieren. Die kleinen Lebensretter sind im Unterricht mit der Funktion von Defibrillatoren vertraut gemacht worden und haben auch wichtige lebensrettende Handgriffe für den Ernstfall gelernt. Bildungsstadtrat ­Jürgen Czernohorszky, Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer und Wolfgang Kastel von den Helfern Wiens konnten sich über den hohen Ausbildungsstandard der Kinder überzeugen.

Retter in der Not

Bereits im vierten Jahr werden Schüler der 3. Klasse Volksschule in der Durchführung lebensrettender Maßnahmen unterrichtet. Es gibt daher rund 50.000 kleine Lebens­retter, die vom Erkennen einer lebensbedrohlichen Situation über das Absetzen des Notrufs bis hin zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen wie Herzdruckmassage und Einsatz eines Defibrillators alles erlernt haben. Der Unterricht wird von den Helfern Wiens in Zusammenarbeit mit den Wiener Rettungsorganisationen und dem Verein PULS organisiert. ­Finanziert wird das Projekt durch die Stadt Wien.

Seit 70 Jahren halten sie wie Pech & Schwefel zusammen

Diese Geschichten kann nur das Leben schreiben. Und das Otta­kringer Leben besonders … Es war der 22. Jänner, als sich Ilse und Walter Skokan, die am Josef-Weinheber-Platz 6–10 wohnen, über prominenten Besuch freuten. ­Bezirksrat Alexander Wolfsberger war vorbeigekommen, um im Namen des offiziellen ­Ottakring zu gratulieren: Das Ehepaar ist seit 70 Jahren ­verheiratet! Dafür gab es Blumen, eine Urkunde und 1.100 Jubiläums-Euro für die „Gnadenhochzeit“.

Rüstige 101 Jahre

Ein bisschen weniger, 400 Euro, erhielt Ilse Herkner aus der Pfenninggeldgasse für ihren stolzen 101. Geburtstag. Die rüstige Ottakringerin, die mitten im Ersten Weltkrieg geboren wurde, erfreut sich bester Gesundheit und strahlte beim Besuch von Vize-­Bezirksvorsteherin Eva Weißmann. Für viele ein ­Vorbild …

Richtung 90 und kein bisschen leise

Als Künstler prägte Arik Brauer mehrere Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts, von Austropop bis Phantastischen Realismus. Mit 89 gibt er ein Tondokument neu heraus. Auf klassischem Vinyl.

Jedes Mal, wenn Arik Brauer eine seiner einzigartigen musikalischen Produktionen vorbereitet, dann ist das an und für sich schon ein Garant für eine gelungene sowie durchdachte Konzeption. Wenn es dann gar sein letztes Werk werden könnte, wird die Sache in ­vielerlei Hinsicht noch um ­einiges spannender. Er hat uns in sein privates Museum in Währing eingeladen und uns einen intimen Einblick in seine Welt gewährt. Vom Vinyl kommt Österreichs großer Maler und Musiker schnell auf die „Schrecken der Perfektion“ und erklärt, warum er der EU alles Gute wünscht.

Malerei jeden Tag

Das Malen auf der Staffelei wird Arik Brauer niemals loslassen, und Brauer will auch keinen der anderen Stile in der Malerei neu erfinden oder radikal umkrempeln. Das zu machen, was er kann und immer wollte, ist für Brauer das größte Geschenk: „Ich stehe in der Früh auf und male. Jeden Tag. Ich kann sagen, ich lebe malend.“

Zeitzeuge

Als echter Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts, das er oftmals auch als Motiv für seine, dem „Phantastischen Realismus“ zugeschriebenen Werke ­verwendet, wohnt ihm eine absolut positive Euphorie des europäischen Staatenbundes inne, welche jedoch von einem Hauch der ehrlichen Ratlosigkeit ob der Entwicklung der gesamten Menschheit ­umspannt wird.

„Wenn wir von der Politik sprechen, dann sehe ich aus meinem Leben heraus die EU als einen Jahrtausend-Fortschritt an. Ein freiwilliger ­Zusammenschluss zwischen Staaten, der nicht einem Krieg diente, das gab es noch nie! Ich bin auch zuversichtlich, dass die Menschen diese lange Friedenszeit wieder erkennen werden und sich auch Europa wieder konsolidieren wird. Wie man hingegen mit der Umweltzerstörung umgehen will, dazu reicht meine Vorstellungskraft nicht aus. Alle Probleme gehen doch irgendwie von dieser Explosion der Bevölkerung aus. Seit ich lebe, in diesen lächerlichen Jahrzehnten, hat sich die Menschheit verdreifacht. Und jetzt soll sie sich wieder verdreifachen? Das kann leider nicht gut gehen“, so Arik Brauer.

Einen spannenden TV-Beitrag zu Arik Brauer gibt es auf W24 zu sehen. 

Wir verlosen zehn exklusive Exemplare von „Von Haus zu Haus“!
(10 x 2 Vinyl-Platten Sonderedition)

© Arik Brauer



Benedikt Hesoun zu Besuch bei Arik Brauer in dessen Privatmuseum in Wien Währing.

Arik Brauer bereitet eine neue Schallplatte vor, vom Vinyl kommt der 89-Jährige schnell auf die Schrecken der Perfektion. Im  Interview erklärt Österreichs großer Maler und Musiker aber auch, warum er der EU alles Gute wünscht.

© Stefan Joham


Im Frühjahr 2018 wird die Vinyl-Edition der Musikproduktion „Von Haus zu Haus“ veröffentlicht.

Es wird  nur noch dieses eine Werk veröffentlicht. Die Musik selbst interessiert mich aber in immer höherem Maße, ich höre viel Klassik und guten Jazz , Stücke aus meiner Jugend (Arik Brauer ist Jahrgang 1929, Anm. d. Red.) z.B. Mahalia Jackson!

Das einzige, wozu ich mein ganzes Leben lang keine Verbindung aufbauen konnte, ist Musik aus elektronischen Geräten. Perfektion ist ja etwas Unmenschliches. Auch die Natur ist nicht perfekt, sie braucht dieses leichte Variieren, um Neues hervorzubringen. Das sieht man ja auch in der Architektur früherer Zeiten; ein völlig gerader Turm im mathematischen Sinne war lange gar nicht möglich. Und er hat auch etwas Langweiliges.

Die Übergabe kreativer Techniken an den Computer führt zwangsläufig dazu, dass sich der Mensch nicht mehr darinnen wiederfindet. Es geht ja um eine Kombination. Das, was uns am menschlichsten macht, sollten wir anstreben und das ist nun einmal die Kunst. In jedem Gegenstand vom einfachen Esslöffel bis zum Wolkenkratzer müsste immer noch etwas Menschliches enthalten sein. Die Automaten helfen ja nicht nur, sie führen und auch ständig unser Unvermögen vor. Je perfekter das ist, desto ohnmächtiger sind wir.

Hat damit auch die aktuelle Begeisterung für Vinyl, immerhin kommerziell eines der wenigen Wachstumsfelder der Musikbranche, zu tun?

Zunächst denkt man, dass ist nur so eine Modeerscheinung. Aber auch bei diesen Moden steckt oft ein echtes Bedürfnis dahinter. Vielleicht geht es da ebenfalls einfach um die eigene Tätigkeit, darum aktiv zu werden. „Ich leg mir Musik auf“, klingt nicht nur anders als „ich schalte ein“, es hat auch eine andere Qualität, als einen Knopf zu drücken. Ich glaube aber nicht, dass man die Geschichte oder auch die Kunstgeschichte zurückkurbeln kann. Es hat sich aber mittlerweile doch einiges als falsch herausgestellt. Die Euphorie für den Fortschritt wie wir sie in den 1950er und 1960er Jahren noch hatten, wurde deutlich eingebremst.

Und die Kunst wäre das Heilmittel gegen diese Angst in den Städten?

Die Kunst wurde ja systematisch abmontiert im letzten Jahrhundert. Seit der Erfindung der Fotografie ergab sich eine neue Fragestellung an die Malerei und die wurde unterschiedlich beantwortet von der bildenden Kunst. Was die Malerei betrifft, ist sie für viele Fachleute eine Kunst der Vergangenheit und von gestern. Ich halte das für vollkommen falsch. Für mich stellt sie eine Entfaltung des Menschen dar, die sich mit dem Erlernen einer Sprache vergleichen lässt: Es geht um die Ausdrucksmöglichkeiten und das Erfinden von Neuem. Einen Baum mit allen Blättern, die er hat, zu malen, kann der Mensch nicht, das schafft nur der Fotoapparat. Aber das soll der Mensch auch gar nicht können, er braucht nur im Stande sein, den Ausdruck des Baums, die Stimmung, zu erfassen.

Dazu kommt, dass auch die physische Bearbeitung von Material einen Urtrieb darstellt, der zurückgeht bis zum steinzeitlichen „Nestbau“. Die Arbeit mit den modernen Materialien – auch wenn es da kreative Leistungen gibt – beantworten dieses Bedürfnis nicht. Wenn sie nur einen Knopf drücken und etwas ist nicht mehr grün, sondern in Sekunden rot, dann geht das nicht nur zu schnell. Es fehlt auch was. 

Im Frühjahr 2018  kommt als Tondokument  Ihr „Von Haus zu Haus“ als Vinyl-Edition heraus. Wie steht es mit der Malerei?

Ich stehe in der Früh auf und male. Jeden Tag. Ich kann sagen, ich lebe malend.

Hat sich dabei etwas geändert an Technik oder Farben?

In meinen Augen schon, wobei ich nicht weiß, ob das auch Betrachtern auffallen würde. Ich gehöre aber zu den Malern, die ihr Leben lang das Gleiche gemacht haben. Im Gegensatz zu denen, deren berühmtestes Beispiel wohl Picasso darstellt, die sich immer neu erfinden. Das allein kann aber auch kein Qualitätsmerkmal sein. Auch Breughel hat stets das Selbe gemacht, Mozart auch.

Was fasziniert einen nach Jahrzehnten an der Staffelei noch?

Man vertieft die Sache, die man hat und an die man glaubt. Wenn man das kann. Deshalb hält man daran fest.

Freut Sie als Dialekt-Pionier („Sie hab‘n a Haus baut“) die Rückkehr wienerischer Texte in die Popmusik?

Die letzten Jahrzehnte wurde viel auf Englisch gesungen, weil die jungen Leute das auch weitaus besser können als in meiner Generation. Mir waren die Texte ja oft peinlich, weil man gemerkt hat, das ist jetzt kein „native English“. Vor allem aber soll man die Sprache ja nicht nur als Verständigungsmittel betrachten, sondern auch in ihr denken und träumen. Es wäre also eine Sünde, ein musikalisch vorgetragenes Gedicht, was für mich ein Lied immer war, in einer Fremdsprache zu machen. Dazu kommt, dass der Dialekt eine starke Potenz hat. Nicht nur das Wienerische, sondern jeder Dialekt.

Aber zu viel Zucker im Tee ist auch ungesund… Als ich die Chansons in Paris geschrieben habe, das war noch in den 1960er Jahren, bin ich draufgekommen, dass der Wiener Dialekt mit der deutschen Sprache das Gleiche macht wie die französische Sprache zuvor mit dem Latein: Sie lässt Buchstaben weg um des besseren Sprachflusses wegen. „I hob an Huat“ klingt viel besser als „Ich/habe/einen/Hut“.

Bei all der Nostalgie heute: Wäre da eine Zusammenarbeit mit einer der aktuellen Bands nicht reizvoll?

Mich haben schon ein paar Gruppen angesprochen, die Chansons von mir vortragen, und das mal besser, mal weniger gut tun. Aber ich finde immer, dass die Jungen lieber was Eigenes erfinden sollen, als bei etwas zu „hitchhiken“, was ein anderer gemacht hat. Das gilt vor allem bei den Texten. Wobei leider manche von mir immer noch Aktualität besitzen

Wenn Sie sich doch noch hinsetzen würden, um ein Lied zu schreiben, was wäre so ein Thema?

Vermutlich die Thematik, die momentan ganz Europa in seinen Grundfesten erschüttert, und an der man gar nicht vorbeischreiben kann.

Wie zuversichtlich blicken Sie in die Zukunft bei solchen Herausforderungen?

Wenn wir von der Politik sprechen, dann sehe ich aus meinem Leben heraus die EU als einen Jahrtausend-Fortschritt an. Ein freiwilliger Zusammenschluss zwischen Staaten, der nicht einem Krieg diente, das gab es noch nie. Ich bin auch zuversichtlich, dass die Menschen diese lange Friedenszeit wieder erkennen werden und sich auch Europa wieder konsolidieren wird. Wie man hingegen mit der Umwelt-Zerstörung umgehen will, dazu reicht meine Vorstellungskraft nicht aus. Alle Probleme gehen doch irgendwie von dieser Explosion der Bevölkerung aus. Seit ich lebe, in diesen lächerlichen Jahrzehnten, hat sich die Menschheit verdreifacht. Und jetzt soll sie sich wieder verdreifachen? Das kann nicht gut gehen!

 

Promi-Nager an der Alten Donau

Nagen für den guten Zweck! Das Strandcafé (erstmalig auch im Winter geöffnet) lud zum großen Ripperl-Wettessen zugunsten von Dancer Against Cancer von Yvonne Rueff. Für jeden abgenagten Knochen spendete Österreichs Ripperl-Hochburg 50 Cent (in Summe 1500 Euro). Dem „Knochenjob“ stellten sich Dancing-Star Roswitha Wieland, Miss Austria Celine Schrenk, Model Kimberly Budinsky, „Mr. Zeit im Bild“ Hans-Georg Heinke, Adabei Christina „Mausi“ Lugner, Gary Lux, Andrea Buday, Atousa Mastan, Klaus Biedermann und viele mehr.

Weil jedes Ripperl zählt! Auch im tiefsten Winter glüht im Strandcafé der – mit sieben Metern – größte Holzkohlegrill Österreichs auf Hochtouren. An diesem Abend kam der XXL-Griller, er schafft immerhin 50 Lagen Ripperl in 15 Minuten, trotzdem an seine Grenzen. Mehr als 150 Gäste stellen sich bei „Ripperl against Cancer“ der Herausforderung, möglichst viele Ripperln gegen die Zeit zu verspeisen.

Für jeden abgenagten Knochen spendete das Strandcafé an der Alten Donau 50 Cent an den Verein Dancer Against Cancer von Yvonne Rueff. „Ich selbst bin ja Vegetarierin, aber zumindest habe ich alle Teilnehmer dabei überprüft, dass hier nichts verschwendet, sondern jeder Knochen sauber abgenagt wurde. Es war wirklich beeindruckend, wie schnell manche der Teilnehmer die Ribs verschlungen haben“, so Rueff.

Strandcafé-Betreiber Josep Yeritsyan: „In Summe haben die Teilnehmer 1400 Knochen / Spareribs verspeist. Der Rekord liegt bei 28 Knochen in 5 Minuten. Ich freue mich, dass wir 1500 Euro an Dancer against Cancer spenden können.“ Der Ripperlkönig 2018 kommt mit Oswald Rössler aus Wien. An „Oswald der Erste“ wurde ein 500 Euro Gutschein übergeben.

© Robin Consult/ Lepsi


Strandcafé: 22., Florian-Berndl-Gasse 20

Weihnachtmänner und Christkinder liefen um die Wette

Eine Woche vor Weihnachten liefen am 17. Dezember über 1300 als Weihnachtsmann oder Christkind verkleidete Läufer beim erstmals durchgeführten Christmas Run im Wiener Prater um die Wette. Im Duell der Weihnachtsboten konnte sich der Weihnachtsmann durchsetzen. Gewertet wurden die Durchschnittszeiten aller Christkinder und Weihnachtsmänner. Neben dem thematisierten Duell der Weihnachtsboten stand neben dem Spaß an Sport und Bewegung, auch die Steigerung der weihnachtlichen Vorfreude und der gute Zweck im Vordergrund. Insgesamt konnte eine Spendensumme in Höhe von 6.055€ an das Kinderhospiz Sterntalerhof übergeben werden.


© Stefan Voitl

Frühstück mit Morgi

Exklusiv für WBB-Leser und Sport-Fans!

Er zählt zu den ganz Großen der Skisprung-Welt, hat drei Olympia-Goldene, acht WM-Goldene, den Gesamtweltcup und die Vierschanzen-Tournee gewonnen. Seit seinem Rücktritt ist es aber keineswegs ruhig um Thomas Morgenstern geworden. Er ist das sportliche Aushängeschild der Volksbank, die ihn am 21. Dezember nach Wien bringt. Und WIENER BEZIRKSBLATT-Leser haben exklusiv die Chance, um 9.30 Uhr mit dem Star zu frühstücken!

Wir verlosen ein Frühstück mit Thomas Morgenstern!

E-Mail-Adresse

Jeder Wiener kauft um 350 Euro ein

Die Weihnachtsumsätze des Wiener Handels sollten 2017 dasselbe hohe Niveau erreichen wie im Vorjahr. „Wir erwarten ein Weihnachtsgeschäft von etwa 345 Millionen Euro“, schätzt der Wiener Handelsobmann ­Rainer Trefelik. Gemäß einer Umfrage wird jeder Wiener heuer im Durchschnitt Geschenke im Wert von 350 Euro einkaufen. Allerdings beabsichtigen viele „Christkindln“, heuer erst knapp vor dem Fest ihre ­Besorgungen zu machen.