Toni und die Erdmännchen

Die Erdmännchen im Tiergarten Schönbrunn haben einen neuen Paten: Schauspiel-­Legende Peter Simonischek. Passend zu seinem Alter Ego „Toni Erdmann“ in der vielfach ausgezeichneten Tragikomödie hat der Publikumsliebling die Patenschaft übernommen. Und Zoo-Direk­torin Dagmar Schratter hat sich gefreut!

Wohnen im Wartehäuschen

Die Künstlerin Barbara Ungepflegt wohnte zwei Wochen lang in einem extra für sie aufgebauten Bus-Wartehäuschen. Sie bereitet nun eine Dokumentation über dieses einzigartige Erlebnis vor.

Der im September über den Wallensteinplatz ging, ­bemerkte ein doppeltes Wartehäuschen neben der 5B-Station: Die eine Hälfte besaß nicht drei Wände, sondern vier und im Inneren war ein kleines Wohnzimmer aufgebaut: ein grünes Sofa, ein Tisch, zwei Sessel, ein Gas­kocher und im Wandregal ein kleines Radio, Bücher und jede Menge Fotos, Figürchen und auf dem Boden eine ­Marienstatue.

„Am Tag meines Einzugs war Toni Faber hier, um mein neues Heim zu segnen“, erzählt Barbara Ungepflegt. Die Installationskünstlerin, die im Brotberuf Lehrbeauftragte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien ist, trägt eine knallrote Kunstpelzhaube und Anorak: Es hat etwas mehr als zehn Grad. Wie sind die Nächte, außer kalt? „Ich schlafe schlecht“, sagt Ungepflegt. „Manchmal klopfen Männer an die Scheiben und sagen grausliche ­Sachen.“ Ansonsten wird
sie verwöhnt: Anrainer bringen Lebensmittel, eine Friseurin bot ihr einen Gratis-Haarschnitt an. Wer hereinkommt, bekommt Kaffee, Tee oder Wein angeboten.

Mit ihrer Installation, die sie „Airpnp – Air pause and peep“ nennt, will sie auf die problematischen Folgen der Plattform Airbnb aufmerksam machen. „Dass Immobilienhaie Wohnungen aufkaufen, um sie zu vermieten, schadet nicht nur der Hotellerie, ­sondern auch den Einheimischen, für die sich die Wohnungen verteuern“, sagt Ungepflegt. Ende September wurde das Häuschen abgebaut, die Künstlerin übersiedelte wieder in ihre eigene Wohnung: ein warmes Heim, eigene Toilette und ungestörte Nächte. Über ihre Erlebnisse im Wartehäuschen wird sie eine Dokumentation zusammenstellen.

Promenade, die ihren Namen trägt

Ingrid Leodolter ist unvergessen. In Wahlkampfzeiten geht’s zack, zack. Nach zwei Jahren wurde eine Benennung offiziell. Sie war unbestritten eine ganz Große der Nachkriegspolitik, eine Weggefährtin von Bruno Kreisky. Sie sorgte für die Einführung des Mutter-Kind-Passes, kämpfte für eine Verrin­gerung der Säuglingssterblichkeit und brachte die ­Erhöhung der Geburtenbeihilfe durch. Damals waren Reformen noch möglich …

Enthüllung

Die Rede ist von Primaria Dr. Ingrid Leodolter (1919–1986), einer Hiet­zingerin. Und schon vor zwei Jahren wurde die Leodolter-Promenade in der Wolkersbergenstraße 1 nach ihr benannt. Doch erst jetzt, vor wenigen Tagen, auch feierlich „enthüllt“. Natürlich mit der hohen Politprominenz, wie in Wahlkampfzeiten üblich. ­Kultur- und Sportstadtrat Andreas Mailath-Pokorny rühmte Ingrid ­Leodolter „als große Politikerin, die zukunftsweisende Maßnahmen durchgesetzt hat“.

Kindheit schenken

Vernachlässigungen, Gewalt, Missbrauch – das war der Alltag jener Kinder, die nun in einem der Kinderdörfer leben. Seit mittlerweile fast 60 ­Jahren ­arbeitet das Hilfwerk ­intensiv an der Integration jener ­jungen Menschen, die einen nicht ganz so einfachen Start ins Leben hatten.

Sorgenfrei

In den Einrichtungen geben Sozialpädagogen den Kindern ein geborgenes Zuhause und versuchen, ihnen ein Stück Kindheit zu schenken und sie auf dem Weg in ein selbst­bestimmtes Leben zu begleiten. Um ihre schicksalsbedingten Sozialisationsstörungen zu bearbeiten, ist es ­notwendig, therapeutische Unterstützung anzubieten. Ermöglicht werden kann das Angebot allerdings nur mit der Unterstützung vieler. Die Kinderdörfer sind daher auf Spenden angewiesen.

Infos: www.kinderdoerfer.at

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Das Ende einer Ära im 7.

Seit 2001 war der Grüne Thomas Blimlinger Bezirks­vorsteher in Neubau. Ende September gab Blimlinger nach 16 Jahren an der Spitze der Bezirkspolitik seinen Rücktritt bekannt. In seine Amtszeit fallen neben dem Umbau der Mariahilfer Straße und dem Ausbau des Radnetzes im Bezirk auch die Schaffung von neuen Grünräumen und die Verkehrsberuhigung. „Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, dass ich diesen wunderbaren Bezirk 16 Jahre lang mitgestalten und für die Menschen und ihre Anliegen da sein konnte“, so Blimlinger. Als sein Nachfolger ist der Grüne Bezirksrat Markus Reiter designiert. Dessen Schwerpunkte liegen in der Finanz- und Sozialpolitik, er ist als Geschäftsführer der sozia­len Einrichtung „Neunerhaus“ tätig. Die Übergabe soll im Rahmen der Bezirksvertretungssitzung Ende Novem­ber erfolgen.

Ausbildungszentrum Metall: „Wir schmieden unsere Meister“

Direkt an der Grenze zu Niederösterreich baut die Wirtschaftskammer Wien in der Marksteinergasse (21.) ein „Kompetenzzentrum Metall“. Hier sollen ab Herbst 2018 Branchen­angehörige vom Lehrling bis zum Meister Aus- und Weiterbildungskurse besuchen. Aber auch Metall-Amateure können sich an ihrer ersten Schweißnaht versuchen. „Damit wollen wir dem Fachkräftemangel der Branche ­abhelfen“, erklärte der Wiener Innungsmeister Georg Senft anlässlich des Spatenstichs zur Erweiterung der beste­henden Werkshalle. Diese ist zunächst für 20 ­Ausbildungsplätze ausgelegt. Senft: „Wir schmieden ­Meister und alle, die es ­werden wollen.“

„Nachbar der Woche“ mit neuem Buch

„Wie ich zu einem Veganer wurde!“ – Es war zu Beginn des Jahres 2012. Robert Hipfinger, Büroleiter der Penzinger Bezirksvorstehung, litt an Übergewicht. Nicht nur das. Drei Herz-Operationen machten ihm das Leben schwer. „Ich war mit mir und meinem Leben gar nicht zufrieden.“

Der Bio-Schmäh

Bis er in einer Tageszeitung vom „großen Bio-Schmäh“ las. „Mir wurde klar, wie uns die Lebensmittelindustrie an der Nase herumführt.“ Für Robert ebenso wie für seine Frau Sonja die Initialzündung, es mit der „veganen Lebensweise“ zu probieren. Also nur mehr Lebensmittel zu essen, die ohne ­tierischen Ursprung sind.

Herzpulver Adieu

Schon nach vier Monaten ­gelang das „Wunder“. „Mein Arzt fragte mich, ob ich bei einem Wunderheiler war. Die Probleme waren weg, seitdem muss ich keine Pulver wie Blutverdünner mehr schlucken.“ Vorträge folgten – und die Idee, eine Autobiografie zu schreiben. Nach zweieinhalb Jahren ist das Buch mit zwei Titelseiten („­Extrem!“, „Lies das Buch!“) da. Fazit: „Vegan ist nicht der einzige Weg, aber mein richtiger …“

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Hilfe für hitzegeplagte Polizei

Mit Pomp und Trara wurde am 16. März die neue Polizeiinspektion am Lainzer Platz mit 70 Beamten eröffnet – das WIENER BEZIRKSBLATT berichtete. Doch was damals niemand ahnen konnte: Es wurde ein folgenschwerer ­Planungsfehler begangen …

Denn die neuen, modernen Räume müssen ohne Klimaanlage auskommen. In einem Sommer wie diesem abso­lut unerträglich. Die SPÖ Hietzing und der FSG – Klub der Exekutive erhörten die hitzigen Hilferufe und begannen zu sammeln. Mit Hilfe der Beam­tenversicherung und Vorstand Josef Trawöger kamen 6.000 Euro zusammen, die nun kühlere Luft in der Amtsstube ermöglichen. Dem Betriebsausschuss der Polizei wurde der Scheck übergeben.

Was wurde ­eigentlich aus Paul Pawlek?

Was wurde ­eigentlich aus dem ehemaligen Linksaußen von Rapid Paul Pawlek? Der Goalgetter der 70er Jahre hat sich vom Fußball zurückgezogen und betreibt eine der letzten Videotheken Wiens. Das „VTC“ auf der Favoritenstraße kurz vor dem Verteilerkreis ist nicht zu übersehen: knallrot überklebte Auslagescheiben, die das typische Angebot einer Videothek ausweisen. Videothek im 21. Jahrhundert?

Start mit acht Jahren

„Meine Kunden kommen aus ganz Wien“, erzählt Inhaber Paul Pawlek. Sein Geschäft ist einer der allerletzten Plätze in ganz Wien, wo man noch VHS-Kassetten bekommt. Daneben führt er natürlich auch das gesamte DVD-­Sortiment. Was nur langjährige Fußballfans erkennen können: Der grau melierte Herr mit dem freundlichen Lächeln hat in den 70er Jahren als Stürmer bei Rapid gespielt. „Mit siebzehn bin ich in die Kampfmannschaft gekommen“, ­erzählt der heute 60-Jährige, der bereits mit acht Jahren bei den Rapid-Knaben begann. „Unter meinen Mannschaftskollegen waren Gustl Starek, Peter Persidis und Hans Krankl“, erinnert sich der ehemalige Stürmer.

Trotz ­seiner Körpergröße von 1,68 Metern war der Linksfuß auch mit dem Kopf erfolgreich. So wie bei seinem wichtigsten Tor im Cupfinale 1976 gegen Wacker Innsbruck, als Pawlek zwei Minuten vor Schluss das 1:0 erzielte und damit Rapid zum Cupsieger machte. Ein weiterer Höhepunkt war das Eröffnungsspiel im Hanappi-Stadion 1977: das einzige Tor zum 1:0-Sieg gegen die ­Wiener Austria.

Mit 26 Jahren war Schluss mit Fußball und Pawlek wurde Geschäftsmann. „Zuerst in der Textilbranche und danach mit der Videothek.“ Fußballer verdienten damals weit weniger als heute und mussten nach Karriereende weiterhin arbeiten gehen.
Dank eigenem Fitnessraum zu Hause in Liesing ist ­Pawlek noch immer bemerkenswert durchtrainiert, die Bräune holt er sich im Garten. Und die Arbeit in der Videothek? „Was ich mache, mach ich gern.“


 

Immer gut drauf an der Grenzstation

Vermutlich sind die meisten von uns schon daran vorbeigefahren, schließlich liegt der Würstelstand von Wolfgang Bernold am Wienerberg, in der Nähe der Zentrale der Wiener Gebietskrankenkasse und an der Grenze zwischen Meidling und Favoriten. Seit fast fünf Jahren verkauft Bernold hier Würstel, Leberkäse, Bier und G’spritzten. Auch sein Kaffee kann sich schmecken lassen. Seine Kunden sind fast nur Stammgäste, sie kommen zu jeder Jahreszeit, denn es gibt nicht nur einen kleinen Gastgarten, sondern auch einen überdachten Stehbereich in der „gmiatlichen Hittn“, in der es sogar ein WC gibt. Jeder kennt hier jeden, das Publikum ist „sozial gut durchmischt“, lacht Bernold. Seine gute Laune überträgt sich auf die Gäste, und obwohl der Beruf sehr zeitintensiv ist, könnte er „sich nicht vorstellen, etwas anderes zu machen“.

Wolfgang Bernold © Stefan Joham


Checkpoint 10/12
10., Wienerbergstraße 27c
Mo.–Sa., 8.30–20 Uhr

Mehr Sport geht nicht!

Vor genau einem Jahr standen den Mitarbeitern des Sportministeriums Schweißperlen auf der Stirn. Musste der „Tag des Sports“ doch nach Jahrzehnten vom Heldenplatz übersiedeln – und der Prater wurde als neue Heimat auserkoren. „Doch wird das auch funk­tionieren?“, fragten sich die Organisatoren damals.

Aufgebot der Stars

Es hat funktioniert. Sogar noch besser, da das Prater­areal beim Happel-Stadion mehr Entwicklungsmöglichkeiten bietet als der Heldenplatz. Und so geht heuer am 23. September ab 10 Uhr der zweite neue „Tag des Sports“ über die Bühne. Mit praktisch allen Sportarten und ­vielen Stars, vor allem aus dem Wintersportbereich. Eine herrliche Möglichkeit, einen schönen Tag mit seinen Kindern zu verbringen …

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Das 39. Vinzi-Wunder wurde gestartet

Heimat für Heimatlose. Das „VinziDorf“ Wien soll nach dem Vorbild von jenem in Graz, das seit mehr als 20 Jahren eine Vor­reiterrolle in der Betreuung obdachloser alkoholkranker Personen einnimmt, errichtet werden. 24 Obdachlose werden hier ein Zuhause finden und werden rund um die Uhr von einem haupt- und ehrenamtlichen Team betreut. Es handelt sich dabei um Menschen, die auf der Straße leben und bisher nicht in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe versorgt werden. In der Hetzendorfer Straße 117 wird ein leer stehendes Gebäude adaptiert. Zusätzlich werden Wohn-­Module im Garten
des Grundstückes errichtet.

Rein privat finanziert

Dieses Bauprojekt erhält ­keinerlei Unterstützung aus ­öffentlicher Hand und wird ausschließlich mit privaten Spenden und ehrenamtlichem Engagement realisiert. Innerhalb von zwei Jahren wurden mehr als eine Million Euro Spenden gesammelt. Die finalen 500.000 Euro für den Bau erhielt man durch ein zinsloses Darlehen. Nach 14 Jahren und unzähligen ­Bemühungen ist es nun endlich möglich, das Projekt in die Tat umzusetzen.

Pferde-Boxen warten auf Mieter

Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde!“ Und wo ist es in Wien am leichtesten möglich, dieses Glück zu finden? Im Prater, genauer in der Freudenau, seit Jahrzehnten das Zentrum der Wiener Pferdewelt. Auf der 100.000 Quadratmeter großen Anlage mit Turnierplatz, Reithallen, Dressurplätzen und herrlichen Reitwegen haben die „Cowboys“ und „Cowgirls“ ihr halbes Leben ­verbracht. 180 Vierbeiner sind hier untergebracht.

Neue Einstellboxen
Genau in diesem Grünparadies gibt es neue, moderne Stallungen, die im Herbst 2016 saniert wurden. Und Einstellboxen sind für Interessierte noch frei. „Die Einstellboxen werden auf Selfservice-Basis ohne Einstreu und Futter angeboten“, heißt es von Seiten der ASKÖ. „Es gibt Boxen mit Paddock oder mit Fenstern, inkludiert ist die Nutzung der Reitsportanlage mit fünf Außenplätzen und der Reithalle.“ Weiteres Plus: Hufschmied, ­Tierarzt und Kraftfutter sind leicht zu ­organisieren.

Der Kontakt
Die Kosten für eine Fensterbox betragen 320 Euro pro Monat, jene für eine Paddock-Box kommen auf 390 Euro. Kontakt: Johanna Czech, Anlagenleitung des ASKÖ-Reitsportzentrums, Tel.: 0664/830 45 72.

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Jugendcoaching der VHS

Viele Jugendliche ­wissen nach ihrer Pflichtschule nicht gleich, welchen beruflichen Weg sie einschlagen sollen. Um allen 14- bis 19-Jährigen einen Schubs in die richtige Richtung zu geben, bietet die Volkshochschule Simmering ein Jugendcoaching an, das zur Unterstützung beim Herausfinden der eigenen Stärken und Fähigkeiten, zum Beispiel durch die Organisation individueller Praktika, dienen soll. Die Experten geben Jugendlichen Bewerbungstipps und andere Hilfestellungen zum Thema Berufsorientierung. Das Jugendcoaching ist freiwillig und kostenlos.

Reges Interesse

Sowohl Schüler als auch Schulabgänger aus Simmering sind in der Gottschalkgasse 10 willkommen. In diesem Jahr feiert die Zweigstelle Jugendcoaching ihr 5-jähriges Bestehen im 10. und 11. Bezirk. In den letzten Jahren haben mehr als 7.500 Jugendliche und junge Erwachsene das Angebot der VHS in Anspruch genommen.

Weitere Infos: vhs.at/jugendcoaching

Ein Platz für Ludwig Hirsch

Er sang seine „dunkelgrauen Lieder“ mit ­derselben Hingabe, mit der er in Nestroys „Jux“ den Weinberl spielte. Ludwig Hirsch war in vielen Genres zu Hause: Schauspiel, Chanson, Mundartdichtung. Nachdem bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert worden war, schied der Künstler im Jahr 2011 freiwillig aus dem Leben. Der geborene Steirer erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Goldenen ­Wiener Rathausmann oder das Silberne Ehrenzeichen der Stadt Wien.

Am 8. September um 19 Uhr erfolgt die offizielle Benennung eines Platzes nach Ludwig Hirsch, der im Verlauf der Großen Sperlgasse zwischen Krummbaumgasse und Tandel­marktgasse liegt. Im ­Anschluss findet eine Ver­anstaltung mit Filmbeispielen und Texten im Bezirksmuseum statt.

© DeSt