„Und wo bitte ist der Falco?“

Der Zentralfriedhof mit den Augen eines Touristen: Eine Reise durch die Promi-Jahrzehnte

Die Basisdaten sind schnell erzählt: Der Zentralfriedhof an der Simmeringer Hauptstraße ist eine Weltsensation. Mit 2,5 km2 Größe die Nummer 2 in Europa und mit drei Millionen Bestatteten die Nummer 1. Eröffnet wurde sinnigerweise am Allerheiligentag 1874. Wer nachrechnet, weiß also, dass die 100-Jahr-Hymne von Wolfgang Ambros auch schon wieder 36 Jahre alt ist.

Von Mozart, Kreisky, Zilk bis zum Falken

Wesentlich jünger ist der Kultplatz eines "Bruders im Geiste“ des Austro-Barden. Hansi Hölzel, Falco. Sein Ehrengrab ist seit 1998 zum Pilgerziel geworden. Dabei ist es bei einer Sightseeing-Tour nicht leicht zu finden. Der Schöpfer von "Amadeus“ liegt neben Prominenten wie Löwin­ger, Ocwirk oder Dusika in der Ehrengräber-Gruppe 40. Vom Haupteingang weg heißt das eine halbe Stunde Fußmarsch und Durchfragen: "Entschuldigen Sie, wo liegt denn der Falco?“ – "Wer? Wen meinen Sie?“, antwortet die ältere Dame. "Falco, Hansi ­Hölzel.“ – "Ah, der ist hinten.“

Zuvor gilt es, die pralle Historie zu durchleben. Gleich neben dem geräumigen Haupteingang, vor dem es sich vortrefflich parken lässt, liegt die Ehrengräber-Gruppe 0 des 19. Jahrhunderts. Dann geht es geradeaus in Richtung der imposanten Lueger-Kirche und linker Hand folgt die Gruppe 32A. Gewaltig: ­Mozart, Beethoven, Schubert – die ganze Liga. Daneben liegt 14A, Thema Ringstraße (­Billroth, Anzengruber, Schlesinger). Dahinter 14C mit Gratz, ­Broda, Sallinger und Firnberg, neben 32C (mit dem Namen Schauspieler!) und den Allzeit-Größen Kreisky, Benya und Zilk.

Stadt trägt Kosten der Ehrengräber

Beinahe vergisst man vor Begeisterung, dass man ja eigentlich zu Falco wollte … Die Präsidentengruft direkt vor der Kirche ist das nächste Highlight. Sie liegen friedlich nebeneinander: Renner, Körner, Schärf, Jonas, Kirchschläger, Klestil, Waldheim. Ergriffenheit ist hier nicht zu leugnen.

Wobei nun die Frage auftaucht, was es mit den Ehrengräbern genau auf sich hat. Der Grund war damals banal: Man wollte den Zentralfriedhof für die Bevölkerung attraktiver machen und beschloss, dass sich Ehrengräber nur hier zu befinden haben und sämtliche Kosten von der Stadt zu tragen sind. Gesagt – getan. Heute gibt es in dem Simmeringer Riesengrätzel mehr als 350 Ehren­gräber und gut 600 "ehrenhalber gewidmete Gräber“ (die Stadt trägt die Grabmiete). Das Kulturamt (MA 7) entscheidet über die Vergabe. Bei Falco gab es einst wenig Diskussionen. Zum Glück, denn so hat der Kultort weitere Fans gewonnen …

Führungen am Zentralfriedhof

Man muss keine geführte Tour machen, um Europas zweitgrößten Friedhof erleben zu können. Aber es hilft, um sich auf den 2,5 km2 zurechtzufinden. Unter www.viennatouristguide.at werden zweistündige Touren zu allen Sehenswürdigkeiten des Friedhofs angeboten.

  • Adresse: Zentralfriedhof, 1110 Wien

Italo-Flair in der Gruft

Grün-Weißes Herz schlägt auch für Obdachlose

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Rapid-Kapitän Steffen Hofmann einer guten Sache annimmt. ­Letzten Donnerstag war es wieder so weit: In der Gruft der Caritas (6., Barnabiten­gasse 14) verteilte er für die Firma iMeal 200 Pizzen – unzählige Obdachlose standen Schlange, um ein warmes Mahl zu

bekommen. Und schüttelten dem Deutschen "nebenbei“ gleich begeistert die Hand. iMeal verteilt während der gesamten Adventzeit 1.000 Pizzen an Bedürftige in Wien.

Rapid-Fans, Spieler und Verein spenden 35.000 Euro für das Caritas Betreuungszentrum Gruft

Ein großes Herz für obdachlose Menschen bewies einmal mehr das grün-weiße Fußball-Lager: Vor dem letzten Spiel der Herbstrunde übergaben Oliver Pohle, Chef der Rapid-Ultras und Rapidkapitän Steffen Hofmann ein Scheck über 35.000 Euro an Susanne Peter, stv. Gruft-Leiterin. 20.000 Euro sammelten die Rapid-Fans, 15.000 Euro legten Spieler und Verein drauf.

Du willst auch spenden?

Mit der aktuell Spendenkampagne "Gruft Winterpaket" bittet die Caritas für ein winterfeste Schlafsäcke und warmes Essen obdachlose Menschen.

Caritas Spendenkonto
RZB 40 40 50 050
BLZ 31000
Kennwort "Gruft Winterpaket"

Leuchten schlägt Glitzern

Kinder haben ein Recht auf den Sternenhimmel. Dieses Motto hat sich ein Wiener Astronom zu eigen gemacht. Günther Wuchterls Welt sind die Sterne. Er ist der einzige Österreicher, der einen Planeten entdeckt hat, und kämpft heute gegen die weltweite "Lichtverschmutzung“.

"Die ­Milchstraße bei klarem Himmel zu sehen, ist ein wunderbares Ereignis. Leider aber gibt es immer mehr künstliches Licht, die Sterne dahinter werden dadurch unsichtbar“, so der Sternenforscher. Er weiß auch Ärzte und Biologen an seiner Seite. Schließlich beeinträchtigt dauernde Beleuchtung den Schlaf der Menschen und die langfristigen Auswirkungen der permanenten Dunkellosigkeit auf Insekten und Vögel sind noch nicht erforscht. Großstädte wie Wien sind von Lichtverschmutzung natürlich weit mehr betroffen als der ländliche Raum.

Großmugl zum Beispiel ist nur 50 Kilometer von Wien entfernt, "aber der Himmel über diesem Ort ist ein Lichnatur­wunder“, schwärmt der Mann der Teleskope vom potenziellen nächtlichen Ausflugsziel für Großstadtfamilien. Übri­gens hat die UNESCO den Sternenhimmel im Vorjahr zu einer eigenen schützenswerten Kategorie erklärt.

  • Adresse: Johann Staud-Straße 10, 1160 Wien

Musterbeispiel für Grätzel-Belebung

Der erste Blick ist atem­beraubend, wenn man durch den Haupteingang bei der Goldschlagstraße kommt. Baustelle so weit das Auge reicht. Riesige Kräne. Herumkletternde Arbeiter, Helme tauchen überall auf und versinken wieder. Auf 25.000 Quadratmetern ­entsteht hier ein neues Wirtschaftszentrum mitten in Penzing. Die optimale Kombination aus Arbeiten, Wohnen, Freizeit, Entspannung, mit Parkplätzen und Anbindung an die Öffis.

TV-Macher von W24 und Okto live dabei

Für die TV-Macher von Okto und dem Stadtsender W24 ist der Baustellen-Anblick genauso Routine wie für die Hightech-Experten der "Lasergruppe Prihoda“ oder der Firma "Wittner“. Oder jener Sicherheitsfirma, die längst in dem Gewerbehof in Breitensee zu Hause ist. 20 Betriebe sind im alten, bereits renovierten Trakt des "Vierkant-Parks“ heute ­untergebracht. Und fühlen sich wohl, wie der Lokal­augenschein von Bezirksvorsteherin Andrea Kalchbrenner Mitte Oktober (das WIENER BEZIRKSBLATT berichtete) bei den Hightech-Firmen bestätigte: "Toll, dass sich die beiden Betriebe so wohlfühlen und nicht an eine Abwanderung in den Osten denken.“

40 Firmen werden sich niederlassen

Ab 2012 werden es etwa doppelt so viele wie jetzt sein, die in dem neuen Wirtschaftspark, den die Wien Holding finanziert, beheimatet sind. Mit insgesamt rund 1.000 Arbeitsplätzen. Dazu kommt ein Neubautrakt der Genossenschaft "Neue Heimat“ mit 75 geförderten Mietwohnungen. "Dafür ist der Spatenstich ebenfalls schon erfolgt“, so Wien-Holding-Geschäftsführerin ­Sigrid Oblak.

Jener Neubautrakt, der ­vorige Woche feierlich seiner Bestimmung übergeben wurde, betrifft die Büroräumlichkeiten. Auf fünf Etagen entstehen gewaltige 10.000 Quadratmeter Geschäftsflächen. Bei der Innenraumgestaltung wird viel Wert auf Luft, also die größtmögliche Raumhöhe gelegt. Außerdem entstehen neun in sich abgeschlossene Einhei­ten, die sich für Serviceeinheiten oder Ateliers eignen. Manche können dann nach der Fertigstellung 2012 ganz hoch hinaus. Zumindest, wenn sie in einem der Dach­geschoß-­Büros residieren. Von dort hat man sogar den Ausblick auf die Gloriette und auf den Schönbrunner Schloss­park. Wenn man vor lauter Arbeit dazukommt, aus dem Fenster zu blicken …

Telefone wurden vor 100 Jahren gebaut

Zurück zum äußeren Erscheinungsbild. Wer sich auf der Seite der Goldschlagstraße dem Bau nähert, wird gleich die Backsteinziegel bemerken, die an die Jahrhundertwende erinnern. So ist es beim Gewerbehof auch. Er ist mehr als 110 Jahre alt und viele Händler und Gewerbetreibende schlossen sich einst zusammen, um alles an einem Ort anbieten zu können. So wurden in der Goldschlagstraße früher ­Telefonapparate produziert – genau, die alten mit der riesigen Wählscheibe.

Im Laufe des letzten, des 20. Jahrhunderts, konnte der ­Gewerbehof nicht immer an seine Blütezeit anschließen, ehe 2007 beschlossen wurde, daraus etwas Großes und Zukunftsträchtiges zu machen.

  • Adresse: Missindorfstraße, 1140 Wien

Lichterglanz für mehr Shopping-Vergnügen

Wienweit werden heuer 39 Geschäftsstraßen und Grätzel mit einer Weihnachtsbeleuchtung ausgestattet. 28 davon aus dem Projekt der Wiener Wirtschaftskammer und der Stadt mit dem Namen "Light up“. In Summe wurden in den letzten fünf Jahren 4,3 Millionen Euro investiert.

Seit drei Jahren mit dabei ist die Hütteldorfer Straße, die ab 26. 11. im strahlenden Licht der silbernen und goldenen Kugeln erstrahlt. "Wir haben heuer die Lücke geschlossen und haben von der Nummer 135 bis 181 eine durchgehende Beleuchtung“, betont Emil Oberegger, Vize-Obmann des Einkaufskreises Hütteldorf. Die Gesamtkosten von 70.000 Euro stammen zum Großteil von Mitgliedsbetrieben, Light up, aus dem Bezirksbudget (20.000 Euro) sowie aus den persönlichen Verfügungsmitteln von Bezirksvorsteherin Andrea Kalchbrenner.

Ein Lückenschluss und Schneemänner

Davon kann die zweite feierlich beleuchtete Straße nur träumen: Die Linzer Straße bäckt kleinere Weihnachtskekse: "Vor zwei Jahren wurde die Straße der Engel geboren“, erzählt Obfrau Monika Schrottmeyer. "Auch heuer werden die Engel in den Bäumen das Licht der Autos reflektieren.“

Außerdem werden ab Ende November ein Drittel der Betriebe Schneemänner vor ihren Türen stehen haben: "Wir werden ihnen eine Weihnachtsmütze aufsetzen.“ Schrottmeyer ist es wichtig zu betonen, „dass wir nur wenig investieren können und versuchen, eine schöne Alternative zu bieten“. Damit die Einkaufenden genauso in die Linzer Straße gelockt werden.

  • Adresse: Hütteldorfer Straße, 1140 Wien

Affengeil – Wiener Haustiermesse 2010

Ob Dog Dancing oder Cat Agility: Auf der grössten österreichischen Veranstaltung fu?r Tierbesitzer – und alle, die es werden wollen – geben sich rund 250 Aussteller und Besucher zum Thema: "Alles rund ums Tier" am Wochenende ein Stelldichein.

Hund, Katz' & Co.

In Kooperation mit dem ÖKV finden Sie auch viele Informationsstände Österreichischer Vereine und österreichischer Hundezüchter auf der Haustiermesse. Dazu gibt's Österreichs buntestes Hunde-Rahmenprogramm auf insg. vier Aktionsflächen mit Internationalem Dog Dancing Turnier, einem Trick Dog Turnier, Hundemodenschauen, Rassenpräsentationen, einem Weltrekordversuch, Agility, Flyball, Hundefussball, Dog Frisbee und vielem anderen mehr …  
 
Eine Katzenausstellung, Cat Agility und Österreichs grösstes Angebot an Kratzbäumen, Katzennahrung  und Zubehör lässt das Herz jedes Katzenfreundes höher schlagen.

Alles für die Fisch(e) – und die Nager!

Im Aquaristikbereich  wird alles zum Thema Nano-, Süss- und Meerwasseraquaristik präsentiert, kombiniert mit Workshops und Wettbewerben.

Weil sie klein, flauschig und leicht zu pflegen sind, fühlen sich besonders Kinder stark von Meerschweinchen und anderen Nagern angesprochen. Mehrere Vereine präsentieren und informieren am kommenden Wochenende über diese Tiere und deren artgerechte Haltung – und bieten gesendes Futter in zahlreichen Sorten an.
 
Im Terraristikbereich präsentieren (aus Tierschutzgründen nur an jeweils einem Tag) am Sa. renommierte Schlangenzüchter und am So. Züchter von Fröschen, Schildkröten und Echsen ihre Exemplare – und bieten auch zum Kauf an. Alles an Zubehör, Futter, Literatur, Terrarien und Technik sowie Spinnen und Insekten werden an beiden Tagen angeboten.

VIP-Tickets zu gewinnen!

Mit dem WIENER BEZIRKSBLATT 7 x VIP-Tickets für die Wiener Haustiermesse zu gewinnen!
(jeweils 2 Erwachsene plus Kinder)
Email an: gewinn@wienerbezirksblatt.at, Betr.: Haustiermesse
Einsendeschluss: 24.11.2010, 12 Uhr

WAS: Wiener Haustiermesse
WANN: 27.+ 28. November 2010
WO: Messe Wien Halle A, Messezentrum Wien, Messeplatz 1, 1020 Wien,
mehr Infos auf: www.haustiermesse.info

  • Adresse: Messeplatz 1, 1020 Wien

SMS an Petrus: General Winter kann kommen!

Es kam unerwartet. Auch für die Wetterexperten der Stadt. In dieser denkwürdigen Nacht ergoss "Frau Holle“ ihre weiße Pracht über die Millionenstadt. Zwei ­Meter Neuschnee innerhalb weniger Stunden. Völliges Chaos. Überforderte Straßendienste. Steckengebliebene Autos. Fluchende Menschen und ältere Herrschaften, die auf der Schnee- und Eisschicht dahinschlitterten. Es dauerte eineinhalb Tage, bis man in der Stadt wieder Herr der Lage war …

"Oranges Ballett“ probt den Ernstfall

So geschehen im Jahr 2005 in München. Sogar Flüge wurden gestrichen. Warum diese dramatische Schilderung? Um zu zeigen, dass es keineswegs selbstverständlich ist, "General Winter“ mit Souveränität zu empfangen. Wien tut das seit Jahren, obwohl es auch schon andere Zeiten gab. Aber das ist Schnee von gestern.

"Auch wenn bei den frühlingshaften Temperaturen nur die wenigsten daran denken – die MA 48 ist bestens für den Winter gerüstet“, versichert die ressortzuständige Stadträtin Ulli Sima. Beweise gefällig? Erst vor zwei Wochen probte das Magistrat in einer Nachtaktion mit 139 Einsatzfahrzeugen für den Ernstfall und fuhr alle wichtigen Strecken ab. Denn im Falle eines totalen Wintereinbruchs rücken alle verfügbaren 389 Räum- und Streufahrzeuge nach einem genauen Einsatzplan aus, wobei das Straßennetz in vier Klassen aufgeteilt ist. Die städti­schen Fahrzeuge räumen die Hauptrouten ("A-Pläne“), die Privatfuhrwerker im MA-48-Auftrag die Straßen mit starkem Berufs- und Busverkehr ("B-Pläne“). Bei den kleinen Nebengassen heißt es oft: Bitte warten! Sie sind in den "K-(Kleinfahrzeug)-Plänen“ festgehalten und werden von der Straßenreinigung betreut.

Gehwege sind eine sehr heikle Sache

Damit zu jenen, die kein Blech rundherum ­haben und auch bei Eis und Schnee hinaus müssen – den Fußgängern. Und da kann es von Bezirk zu Bezirk, von Grätzel zu Grätzel, sogar von Straße zu Straße Unterschiede geben. Da gibt es viele Gehsteige, Stiegen, ­sowie kombinierte Geh- und Radwege (in Summe 500.000 Laufmeter), die von der MA 48 betreut werden, die wiederum den Winterdienst teilweise an private Schneeräumfirmen ausgelagert hat.

Dann gibt es 852 Wiener ­Anlagen inklusive aller Wege rundherum, die vom Wiener Wohnen-Ressort betreut werden. 110 Winterteams mit 350 Mitarbeitern, 2.200 Haus­besorger und Fremdfirmen kümmern sich um gewaltige 2.897.705 m2 Fläche. 1.900 Einachser und 250 Traktoren helfen, damit die Gehsteige ab 6 Uhr früh nicht mehr verschneit oder vereist ist. Das ist die Zeit, die vielen Bewohnern wohl bewusst macht, dass die "guten alten Hausbesorger-Seelen“ ja doch recht praktisch sind.

Wiener Wohnen ist längst winterfit

Bei Wiener Wohnen herrscht große Gelassenheit. Ende ­Oktober wurde das gesamte Streumaterial in die Einzel­depots ausgeliefert und nun laufen die letzten Service­arbeiten an Traktoren, Streuwagen und Räumgeräten. Weniger Glück könnten im Ernstfall jene ­haben, die in Gegen­den mit hohem Privathausanteil wohnen. Denn es gilt die Regelung, dass für Schneeräumung, Beseitigung drohender Dachlawinen oder „absturzgefährdeter“ Eiszapfen und das Entfernen des Splitts Anrainer und Hauseigentümer bzw. die beauftragten Firmen zuständig sind.

Apropos: Was wird im Kampf gegen die weiße Pracht eigentlich verteilt? Auf den Straßen hauptsächlich Feuchtsalz, das durch Verdampfung von Sole hergestellt wird und umweltfreundlich ist. Wo Salzeinsatz nicht möglich ist, werden Kaliumkarbonat und geringe Mengen an Streusplitt verwendet.
Anders ist es im Bereich der Gehwege und Wohnhaus­flächen: Hier gilt Salzstreu-
Verbot, sobald Pflanzen in der Nähe sind. So auf Gehwegen im Umkreis von zehn Metern rund um eine Grünfläche. Das Verbot kann bei Eisregen oder gefrierendem Nebel von der MA 48 aufgehoben werden.
Fehlt zum Glück nur mehr die Hauptattraktion, der Schnee – aber vielleicht wartet Frau Holle ja heuer auf Weihnachten.

  • Adresse: Rathaus, 1010 Wien

Engelwerk-Bund kommt nach Wien

Vom Vatikan als fundamentalistische Bewegung innerhalb der katholischen Kirche gerade noch anerkannt, von ehemaligen Mitgliedern und deren Angehörigen als menschenfeindliche Sekte verteufelt?– das umstrittene Engelwerk hält am kommenden Sonntag (Christkönigsfest) im Don-Bosco-Haus in Hietzing einen sogenannten "Einkehrtag“ ab.

Nicht so harmlos, wie es klingt

Dass die Veranstalter dabei nicht nur bestehende Mitglieder im Auge haben, sondern auch potenzielle Neueinsteiger, liegt auf der Hand. Die "geistliche Leitung“ des "Einkehrtags“ hat Pater Philippus Seeanner über, wenig überraschend das Thema der spirituellen Zusammenkunft: "Die Engel im Heilsplan Gottes“. Klingt harmlos, ist es aber nicht. In seiner ursprünglichen Ausrichtung propagiert der 1949 gegründete Geheimbund, der auf obskure Engel-Offenbarungen einer Tirolerin zurückgeht, eine bizarre Welt voller Himmelswesen (400 an der Zahl), Götzen und Dämonen: Angehörige der Roma und Sinti, Hebammen, Bauersfrauen, "Kinder, die den Pfarrer nicht ansehen können“, und junge Frauen nach einer Fehlgeburt seien demnach vorrangig von fürchterlichen Dämonen befallen.

Dämonen-Hokuspokus

Besonders abgesehen hätten es die 243 namentlich bekannten Satansjünger auch auf "die grauen, gefleckten und schwarzen Katzen, die gefleckten und schwarzen Hennen, die Schweine und die glatthaarigen Hunde, die Schmeißfliegen,  Ratten und Schlangen“, wie aus dem 1987 (durch Indiskretion im Vatikan) bekannt gewordenen "Handbuch des Engelwerkes“ hervorgeht.

So viel Aberglaube und Dämonen-Hokuspokus, der mit den Lehren der katholischen Kirche unvereinbar war, musste den Vatikan irgendwann erzürnen. 1983 verbot die Glaubenskongregation den Gebrauch der Engelnamen und das Schweigeversprechen des Engelwerks. Mit wenig Erfolg: Das "Werk der hl. Engel“ machte munter weiter mit Isolation der Mitglieder, Indoktrination und Angstmache – und gefährdete damit junge Menschen. 1991 wurde, und das ist verbürgt,  eine 26-jährige Frau abgemagert und verängstigt in einem Waldstück entdeckt, nachdem sie eine "Bergwoche“ beim Engelwerk verbracht hatte. 

Eltern-Initiative gegen Engelwerk

Im selben Jahr wurde eine "Initiative engelwerkgeschädigter Eltern“ gegründet, zwei Dutzend Familien aus Österreich und Deutschland sind dabei. Dem Vatikan platzte daraufhin endgültig der Kragen: 1992 schickte der Papst einen Delegaten, also einen Gesandten, nach Tirol, um die vom Vatikan ausgesprochenen Verbote wie die Engelweihe und Fernspendung von Sakramenten zu überwachen.

Doch die Zeiten änderten sich: Nicht zuletzt aufgrund der Kirchenaustrittswellen ging die Amtskirche ab 2000 einen Schritt auf das Engelwerk zu, und vor kurzem wurde bekannt, dass der Vatikan bereits 2008 die erneuerten Statuten des Engelwerks anerkannt hat – solange das Dekret von 1992 weiterhin auf der Burg St. Petersberg, dem Stammsitz des Engelwerks, befolgt werde. Bereits in den 1960er Jahren hat das Engelwerk die mittelalterliche Burg gekauft und adaptiert, 20 Hektar Wald und Wiesen sind ebenfalls im Besitz der Engel-Jünger. 24 Priester und Laienbrüder leben auf der Burg, hinzu kommen 40 Ordensschwestern, die im Tal leben.

Zahlen und Fakten

Weltweit umfasst das "Opus Sanctorum Angelorum“, wie das Engelwerk noch genannt wird, zwölf Klöster mit weiteren Niederlassungen in der Schweiz, in Deutschland, Brasilien und Portugal. Nach kirchlichen Schätzungen sollen rund 100 Priester und 400 Ordensfrauen dem Engelwerk angehören, die Zahl der Anhänger ist allerdings deutlich höher: Bis zu eine Million Menschen, darunter Bischöfe und Kardinäle, sollen mit dem obskuren Gedankengut des Engelwerks sympathisieren. Spiritueller Hintergrund des Engelwerks sind angebliche Offenbarungen der Tirolerin Gabriele Bitterlich (1896–1978), die bereits als Vierjährige ihren Schutzengel gesehen haben soll. Ihre Aufzeichnungen über hunderte Engel und Dämonen wuchsen im Laufe der Jahre auf angeblich 80.000 Manuskriptseiten an, offizielles Anliegen des Engelwerks ist Förderung der "Verehrung der heiligen Engel in der Kirche“.

  • Adresse: Sankt Veit Gasse, 1130 Wien

Dessous statt Sportleiberl

Die "Grande Dame“ des Wiener Hockey­sports Karin Cech-­Proksch (AHTC, 134 Länderspiele) zeigt sich beim Gespräch mit dem WIENER BEZIRKSBLATT gespalten: Einerseits hat sie erotische, aufregende Damen-Fotos zu bieten und will einen Kalender anpreisen, andererseits legt sie Wert darauf, "dass es bei den Aufnahmen nicht nur um ,Sex sells‘ geht“. Sondern einfach darum, den Sport von einer schönen Seite zu präsentieren. Okay.

Und das ist gelungen. Die vier "Hockey-Models“ Kathi Anders (SV Arminen, 35 Länderspiele), Ariane Servatius (AHTC, Studentin), Teresa Wengeler (AHTC, Studentin) und Ruth Wittmann (AHTC, 10 Länderspiele) wurden von Christa Krista (Frisuren) und Brigitte Wagner (Make-up) kameratauglich gestylt und von Cech-Proksch abgelichtet. "Unterstützt wurde ich von Alexander Kowatschek, der die Kalendergrafik gemacht hat“, so die Fotografin. "Wir können stolz sein.“

Hockey-Girls: Cover

Der Kalender–Hot hockey

Am 15. 11. wurde im "Doc 5“ am Karlsplatz der Kalender mit den "Glamour Girls“ präsentiert. Zwölf Blätter mit Dessous statt Bällen, Rock statt Leiberl. Bestellung: kalender@hockey.at

Keine Angst vor Kriechtieren mehr!

Zwei Jahre ist es her, als der Tiergarten der Furcht vor den kriechenden, feingliedrigen, beängstigenden Tierchen den Kampf ansagte. Den Grundkurs "Angst vor Spinnen?“ besuchten mehr als 80 Wienerinnen und Wiener. Und eine Dame meinte: "Durch die direkte Konfrontation mit dem Angstobjekt in Gestalt der zahmen Vogelspinne Sissi habe ich endlich einen Ausweg aus der Angstspirale gefunden!“

Jetzt wartet noch mehr Nervenkitzel

Dieses war der erste Streich – und der nächste folgt sogleich. Im „Fortgeschrittenen-Workshop“ wird der Nervenkitzel noch größer. Diesmal gehen die Teilnehmer mit der noch beweglicheren Hauswinkelspinne auf Tuchfühlung. Diese Spinnenart läuft in den meisten Kellern und Nass­räumen herum. Aufgrund des feingliedrigeren Aussehens und der extrem flinken Bewegungen ist die Hauswinkelspinne furchteinflößender als die Vogelspinne.

Umso erfreulicher war es am Ende des ersten Fortgeschrittenen-Workshops, dass sich die Teilnehmer völlig entspannt dem Kriechtier näherten und einige die Hauswinkelspinne dann sogar über ihre Hand laufen ließen …

  • Nächster Fortgeschrittenen-Workshop: 27. November, Kos­ten: 70 Euro inklusive Zoo-Eintritt. Tel.: 877 92 94-500 (werktags 8–17 Uhr), E-Mail: reservierung@zoovienna.at

Eine Pirsch durch das nächtliche Tierreich

In John Irvings Roman "Laßt die Bären los!“ werden turbulente Szenen bei einem Zooeinbruch geschil­dert. In Schönbrunn ist das heute nicht nötig – der Tiergarten öffnet am Hintereingang in der Maxingstraße 13b ganz ­legal seine Pforten. Der Leiter des Besuchszentrums Hanno Fürnwein kann über eine Erfolgsgeschichte jubeln: "Das Angebot der Nachtführungen wird von den Besuchern mit viel Begeisterung angenommen – auch von Leuten, die den Zoo schon sehr gut kennen.“

"In der Nacht kann man den Zoo von einer unbekannten Seite ent­decken. Das fasziniert viele."
Hanno Fürnwein

Ausgestattet mit einem videokameragroßen Nachtsichtgerät geht’s auf die abgedunkelte Pirsch. Sogleich zum ersten, gemächlich seinen Mitternachtssnack einnehmenden Dickhäuter, der Elefantenkuh Trumbo. Gänzlich unbeeindruckt von der Handvoll sie anstarrender, grünäugiger "Zyklopen“. Klar, wer täglich bis zu 100 Kilo Blätter und Äste verschlingt, braucht auch in der Nacht was zum Futtern.
Nicht weit entfernt schlummert ein zu einem drolligen Päckchen zusammengekauertes Knäuel Humboldt-Pin­guine. Sie sind der genaue ­Gegenpol zu einem Gehege mit einem martialischen Namen: "Wächter der Toten“ wurden die Jaguare einst von den Mayas genannt. Die prachtvollen Großkatzen sind dämmerungs- und nachtaktiv und verstecken sich nicht.
Doch erst als der Blick nach oben wandert, gibt es für Fürnwein "das wahre Highlight“ zu ­sehen: Die Nilflughunde, die einzige Tierart in Schönbrunn, die "man wirklich nur in der Nacht sehen kann“. Geis­terhafte Flatterei. Den Abschluss machen die Waldrappen, die mit ihren langen Schnäbeln majestätisch im Sternenhimmel thronen.

Der Mann, der Tuluba ins rechte Licht rückt

In der Branche ist er längst kein Unbekannter mehr. Dem 41-jährigen gebürtigen Kärntner wurde 2003 und 2007 der Titel "Naturfotograf des Jahres" verliehen. Und seine Aufnahmen wurden vielfach bei internationalen Foto-Wettbewerben ausgezeichnet.

Schöner Beruf

Das könnte auch mit seinem neuen Tuluba-Kalender passieren. Der neue dickhäutige Schönbrunn-Star, den sie "Große Ohren" (Tuluba) rufen, hat es Daniel Zupanc angetan: "Ich habe ihn in seinen ers­ten zwei Lebenswochen fotografiert. Sogar die erfahrenen Pfleger sagen, dass er für sein Alter sehr agil und gut entwickelt ist. Daher konnte ich in der kurzen Zeit viele Verhaltensweisen festhalten", betont der Mann, der seit drei Jahren im Tiergarten "zu Hause" ist. "Ja, es ist ein schöner Job. Bisher sind schon ein Zoo-Bildband und ­einige Kin­der­bücher mit meinen Tier­fotos erschienen."

Tuluba-Kalender zu gewinnen!

Zupanc war von frühester Kindheit an von den Schönheiten der Natur begeistert und machte das Hobby zum Beruf. 2007 gründete er den KIKO-Verlag, der Bildbände und Kalender in hoher Qualität herausbringt (www.zupanc.at, www.kiko-verlag.at).

  • Der Tuluba-Kalender ist im Tiergarten und im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-902644-07-7, Preis: € 14,90,-. Wir verlosen 10 Stück: gewinn@wienerbezirksblatt.at)
  • Adresse: Maxingstraße 13b, 1130 Wien

Eine tierische „Klinik unter Palmen“

Der ­Superstar des Jahres heißt Tuluba – auf Suaheli, der Sprache Ost­afrikas. "Große Ohren“ heißt das übersetzt, und die sind auch schon gut erkennbar. Das "zarte“ vier ­Wochen alte Elefantenbaby ist als neuer Publi­kums­magnet der Nachfolger des legen­dären Pandabären Fu Long. Allerdings könnte er bald von einem anderen Neugeborenen in den Schatten ­gestellt werden. Denn genau am dritten Geburtstag von Fu Long, der wieder in China "zu Hause“ ist, brachte am 23.?August um 14.14 Uhr die ­Panda-Dame Yang Yang ein Kleines zur Welt. "Yang Yang hat die Wurfbox am Vormittag nicht mehr verlassen und wir konnten das Einsetzen der Wehen am Monitor mitverfolgen“, so Zoo­login Eveline Dungl. Das Baby war 12 Zentimeter groß und 100 Gramm schwer, ein Geschlecht ist noch nicht feststellbar. Mutter und Kleines werden nunmehr einige Zeit in der Wurfbox bleiben.

Der Baby-Boom als Millionen-Geschäft

Pfleger und Tiergarten-Chefs können auf die vielen Geburten stolz sein. Gleichzeitig dürfen sie sich die Hände ­reiben – Tier­babys sind bare Münze wert. So brachte es Fu Long in seiner bewegenden Wien-Zeit auf gezählte 825 Artikel, die Besucherzahl stieg nachweislich um 23 Prozent und der Umsatz im Tiergartenshop verdoppelte sich. Das Gleiche steht auch jetzt an. Nur 10 bis 15 Prozent mehr Besucher bedeuten bei 2,2 Millionen Zoo-Gästen im Jahr ein Ein­nahmenplus von gut drei Millionen Euro.
Der Tiergarten hat auch abseits des Dickhäuter- und ­Bärengeheges einen einmaligen Baby-Boom zu verzeichnen. Zu Sommerbeginn gab es im Vogel­haus eine braun-­
blau-grün-gelbe Geburt: Vier Küken der farbenfrohen "Euro­päischen Bienen­fresser“ schlüpften. Die Zucht des buntesten Vogels des Kontinents ist äußerst selten. "Wir haben ihnen eine neue, künstliche Brutmauer mit fertigen Bruthöhlen gebaut. Die Bruthöhlen und deren Eingänge wurden mit Lehm gefüllt, damit die Vögel wie im Freiland graben konnten“, ­erzählt ­Direktorin Dagmar Schratter. Der Dank ­waren vier süße ­Küken. Nachwuchs gab es zudem in kälteren Gefilden des Zoos, der insgesamt 480 Arten und 4.600 Tiere beherbergt. Die Felsenpin­guine stellten mit zehn neuen Jungtieren ­gar einen Rekord auf. "Schönbrunn ist der einzige Tiergarten in ganz Europa, der die stark bedrohten Felsenpinguine züchtet“, so Schratter.
Liebes-Urlaub in Wien erfolgreich
Erheblich größer wurde der bei den Kleinsten so beliebte Streichelzoo. Sieben schwarz-weiße, putzige Zwerg­ziegen erblick­ten das Licht der Tierwelt. Der Vater der Babys lebt übrigens in Herberstein in der Steiermark. Er war für ein paar ­Monate auf "Liebesurlaub“ nach Wien zu den vier Weibchen eingeflogen worden …
Rein "wienerisch“ ist schließlich der zottelige Eselsnachwuchs, der Ende Juli im Schatten von Tuluba auf die Welt kam. Das seltene Poitou-Esel-Fohlen hört passend zu seiner Herkunft auf den ­Namen „Richelieu“.

  • Adresse: Maxingstraße 13b, 1130 Wien

Hält ja keiner aus – wo Wien Hitzeverbot hat!

Wenn Haushaltsmuffel freiwillig einkaufen gehen, dann herrscht Hitzealarm in der Stadt … und Stau rund ums Kühl­regal im Supermarkt, einer sehr beliebten Erfrischungszone für fantasielose Sommergequälte. Dabei gibt es doch in Wien feinere Möglichkeiten, der jährlich wiederkehrenden Klimaerwärmung zu entkommen. Wenigstens für einige kostbare Augenblicke.

Zu allem bereit. Hitzeopfer, die zu allem bereit sind, nehmen sich Urlaub und einen Sommerjob in der Eisfabrik an. Bei bis zu 30 Grad minus wird von Blockeis bis zu Crushed Ice alles produziert, was sich aus gefrorenem Wasser herstellen lässt. Da wird nach Schichtende, wenn man Fellmütze und Daunenfäustlinge abgenommen hat, die Sommerhitze richtig lauschig.

Wer es nicht ganz so extrem will, verbindet Kultur mit Erfrischung und steigt in die Kapuzinergruft hinab. 138 tote Habsburger ruhen dort – fern der Kapuzineraffenhitze. Allein der Anblick der Totenschädel lässt wohlig das Blut gefrieren. Kartenspielen und andere Zerstreuungen sind aber nicht gestattet, darum wird der Aufenthalt unter den Toten rasch langweilig. Wahrscheinlich gibt es deshalb auch keine Jahreskarten zu kaufen.

Routinierte Hitzeflüchtlinge weichen sofort auf eine alternative unterirdische Adresse aus. Sie wandern auf den Spuren des Dritten Manns durch Wiens Kanal­system. Dort gibt es zwar mehr Leben als in der Kapuzinergruft, aber das wollen die Besucher der Führung gar nicht so genau sehen.

Viel cooler sind da schon die Pinguine. Diese flugunfähigen Vögel leben ja in Südpolnähe. Hitze ist ihnen so fremd wie uns das Packeis. Damit sie möglichst artgerecht gehalten werden, haben sie im Tiergarten Schönbrunn ein eigenes Haus, kühl und hell. Wiener, die auch gerne artgerecht gehalten werden, gesellen sich im Sommer daher zu den watschelnden kleinen Kerlen. – Wichtig: Der Strom für die Kühlanlage des Pinguinhauses wird aus der Solaranlage auf dem Hausdach gewonnen. Ein Pinguinbesuch erwärmt also nicht das Weltklima. Wem beim Betrachten der dicken Vögel zu langweilig wird, der kann ja ins Terrarium
ausweichen. Sogar bei den Krokodilen ist es kühler als im Hitzestau des Wiener Häusermeers.

Geheimtipp Salzgrotte. Fast unbemerkt wird Wien zur Salinenstadt. Salzgrotten entstehen derzeit praktisch in allen Grätzln. Gestresste Städter suchen immer öfter einen Ort, an dem Handyverbot, Ruhe und Relaxen angesagt sind. Umso besser, dass diese Grotten auch die wertvollste Währung des Sommers bieten: Kühle. Zum Glück sind nur die Grotten und nicht die Preise gesalzen.

Paradoxe Intervention. Heißluft-Routiniers setzen bei Hitze auf noch mehr Hitze. Paradoxe Intervention heißt dieses Lösungsszenario. Sie dünsten im Sommer in der Sauna und drängen sich in die flimmernden,
tropischen U-Bahn-Garnituren. Steigen sie aus, erscheint die vermeintliche Hitze als Mailüfterl. Zu dumm nur, dass immer mehr klimatisierte U-Bahn-Garnituren fahren. Andererseits: auch ein Geheimtipp bei Affenhitze.

Von Gerd Millmann.

PS.: Noch ein cooler-Tipp von CR Nicola Schwendinger:
Bei der U3 Station Herrengasse, Ausgang Herrengasse die Rolltreppe nehmen! Im Winter erfriert man wegen des starken Windes/Durchzugs dort – jetzt ist das herrlichst! 😉

Cooles Wien

Eisfabrik Wien: 2., Pasettistraße 76, www.eisfabrik-wien.at
Kapuzinergruft: 1., Tegetthoffstraße 2, www.kaisergruft.at
Tiergarten Schönbrunn: 13., Maxingstraße 13b, www.zoovienna.at
Dritte Mann Tour: www.drittemanntour.at
Wiener Bäder: www.wien.gv.at/freizeit/baeder
Salzgrotte: 11., Simmeringer Hauptstr. 80–82, www.aktivital.at

noch mehr Hitzetipps der Stadt

  • Adresse: Maxingstraße -, 1130 Wien

Im Dienste ihrer 1.350 Schüler

Sie ist die Nummer eins in Wien und steht in Hietzing wie ein Herrenhaus. Die "Höhere Bundeslehranstalt für Tourismus und wirtschaftliche Berufe“, kurz HLTW, geht über acht Häuserblocks und wer das Gebäude nicht gut kennt, verirrt sich schnell.
Nicht so Ingrid Vogt, die seit mehr als zwei Jahrzehnten als Schulleiterin die Geschicke des Hauses leitet. Und maßgeblich am Aufstieg der Lehranstalt beteiligt war. Jetzt geht sie mit 63 Jahren in den verdienten Ruhestand. Das WIENER BEZIRKSBLATT traf die Gründungsdirektorin der "Fachschule für Gastronomie und Ernährung“ in der HLTW zum Abschiedsinterview.

Lieber fit gehen als "total müde“

Sind Sie wehmütig, Frau Vogt?
Ingrid Vogt: Nein, ich habe so viele Jahre für die ­Schule gelebt. Es ist besser, jetzt zu gehen, als wenn man total müde ist. Andere erhalten die Chance, ihre Visionen umzusetzen.
Ihre konnten Sie umsetzen?
Vogt: Ja, vieles ist gelungen. Wir sind etwa in der EDV und im Bibliotheksbereich sehr gut ausgestattet, haben ein erstklassiges Bistro mit Betriebsküche, einen eigenen Weingarten und Weinkeller für den Unterricht und bestqualifizierte Lehrkräfte. Die Schule wurde zweimal mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet.
Wie steht’s mit der Nachfolge?
Vogt: Das entscheidet der Stadtschulrat und das wird vermutlich bis Oktober dauern.
Und wie sind die Aussichten für einen Tourismus-Absolventen, einen Job zu kriegen?
Vogt: Derzeit sehr gut, der Tourismus boomt. Man muss nur flexibel sein und auch ins Ausland gehen. Wiewohl jetzt immer mehr nach der HLTW eine Fachhochschule anhängen. Auch nicht schlecht.
Danke und alles Gute!

  • Adresse: Bergheidengasse, 1130 Wien