Der Raub der Sabinerinnen

Mit dem Stück „Der Raub der Sabinerinnen“ bringt der Kulturverein Forum 18 eine chaotische Komödie auf die Bühne des Theater im Lindenhof (18., Gentzgasse 22-24). Die Brüder Franz und Paul von Schönthan schrieben die Geschichte, in der von einem theaterliebenden Professor erzählt wird. In seiner Studentenzeit verfasste der Protagonist eine Römertragödie, die nie aufgeführt wurde. Doch dann ergibt sich die große Chance: eine fahrende Theatertruppe gastiert in der Stadt, deren Direktor stets begeistert Stücke von Ortsansässigen auf die Bühne bringt. Alles gerät aus den Fugen, als plötzlich die Gattin des Professors vorzeitig von der Kur nach Hause kommt. Sie ist ganz und gar nicht begeistert von dem Vorhaben ihres Mannes und die Aufführung läuft auch nicht wie geplant.

Wir verlosen 5 x 2 Tickets für die Premiere am 18. April!

Waghalsiges Verwirrspiel

Wahre Begebenheit: Dass die Welt im Wandel ist muss Leo Reuss Mitte der 1930er Jahre am eigenen Leib erfahren. Als Schauspieler hatte er sich in Berlin einen Namen gemacht, doch als Jude erhält er von den Nazis Auftrittsverbot. Doch Reuss nimmt eine neue Identität an: die Haare blond gefärbt, der Bart voll, der Name Kaspar Brandhofer. Als Naturtalent aus den Bergen spricht er Josefstadt-Direktor Ernst Lothar vor, der ihm sofort eine Hauptrolle anbietet. Die Presse bejubelt Brandhofers arische Schauspielkunst. Felix Mitterer hat basierend auf der irrwitzigen historischen Geschichte „In der Löwengrube“ geschrieben. Anlässlich seines 70. Geburtstags inszeniert seine Lieblingsregisseurin Stephanie Mohr („Jägerstätter“, „Der Boxer“, „Galápagos“) das Stück mit Florian Teichtmeister in der Hauptrolle. Ab 15. März auf der Bühne des Theater in der Josefstadt zu sehen.


Karten und Infos zu „In der Löwengrube“

Ein neuer Star wurde geboren

Täglich sieht Eve Aufführungen mit der von ihr verehrten Diva Margo Channing. Als sie es schafft im Zirkel rund um die Schauspielerin Aufnahme zu finden, macht sich Eve bald unentbehrlich. Obwohl in Margo der Verdacht wächst, dass deren Fürsorglichkeit keineswegs uneigennützig ist, lässt sich die durchtriebene Eve nicht mehr bei ihrem Aufstieg zum neuen Broadway-Star am Theaterhimmel aufhalten. In diesem Intrigenspiel rund um Glanz, Glamour und Ruhm ist sich jeder selbst der Nächste und auf welche Freundschaften tatsächlich Verlass ist, wird sich erst nach einigen Härteproben erweisen.

Christopher Hampton, britischer Dramatiker und Oscar-ausgezeichneter Drehbuchautor, hat aus Joseph L. Mankiewicz legendärer Filmvorlage (1950 mit Bette Davis) die Bühnenfassung von „All About Eve“ angefertigt, Daniel Kehlmann ist für die Übersetzung verantwortlich. Sandra Cervik ist als Margo Channing und Martina Ebm als Eve Harrington zu sehen Die Regie führt Herbert Föttinger.


Termine: 28. Februar bis 29. Juni 2018, jeweils 19.30 Uhr
SpielstätteKammerspiele der Josefstadt (1., Rotenturmstraße 20)
Tickets & Infoswww.josefstadt.org

All you need is laugh!

Die weltweit unbekannten Fools Brothers sind zurück! Die aus Wien stammenden Brüder Lionel und Liam Fool sind vor vielen Jahren hinausgezogen in die große, weite, glitzernde Show-Welt. Sie haben schräge Comedy-Magic und Clown-Acts mitgebracht und präsentieren diese in der neuen Show „On A Magical Mystery Detour“. Sie sind im Kabarett Vindobona (20., Wallensteinplatz 6) mit der „Mystery De Tour Band“ am 16. und 17. März 2018 zu sehen. Das Brüder-Duo will mit einem Mix aus erfrischender Dummheit und Zauberkunst erheitern. Die Besucher erwartet ein Show-Erlebnis aus Magie, Clownerie und Live-Musik.

Tickets und Infos unter www.vindo.at oder 01/ 512 47 42

Ilse Riedler,  Gerfried Krainer, Hans Danzer, Nikola Stanosevic, Lionel & Liam Fool
© www.momentegrafie.at

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Neuer Kultur-Hotspot in Hernals

Der Reaktor (17., Geblergasse 40) ist ein neuer privater Ort der Künste in Wien, der seit Kurzem im Gebäude des ehemaligen Grand Etablissement Gschwandner beheimatet ist. Die Eröffnung der neuen Kulturstätte schlug eine musikalische Brücke zwischen der Vergangenheit des Orts und seiner Zukunft. Die von Friedrich Cerha in sehr jungen Jahren komponierten „Gschwandtner Tänze“ erklangen am ursprünglichen Ort der Inspiration, anschließend wurde das von Franz Hautzinger eigens für das Haus komponierte Stück „Reaktor#2“ zur Uraufführung gebracht.

Das Programm der folgenden Tage ließ bereits die thematische und mediale Vielfalt des Programms erahnen: am Samstag hielt der Medien- und Konzeptkünstler Aram Bartholl einen Vortrag mit anschließendem Workshop zur Verflechtung der digitalen und physischen Welt in unserem Alltag, am Abend wurde der neue Kinosaal mit dem größtenteils vor Ort entstandenen Spielfilm von Bernhard Kammel „Elysium Hernalsiense“ eingeweiht.

Am Montag und Dienstag folgten eine Präsentation aktueller Arbeiten der Studierenden der Klasse Neue Medien der Kunsthochschule Kassel und ein Konzertabend des Ensemble Reconsil. Als nächstes öffnet der Reaktor im April für eine Ausstellung der Serie „Formaunica“ des Künstlers Federico Vecchi. Ein Stück inspiriert von den Werken und eigens dafür komponiert wird am 18. April vom Ensemble Reconsil neben anderen Werken Neuer Musik uraufgeführt.

Besenschwingen und Mülltonnenklappern

Stomp verblüfft die Welt mit einer Performance, die Rhythmen des Alltags in mitreißende Klänge verwandelt. Die Formation ist von 6. bis 11. März 2018 im Museumsquartier (Halle E) zu erleben. Luke Cresswell und Steve McNicholas sind die Erfinder von Stomp und erklären die hohe Kunst des Besenschwingens und Mülltonnenklapperns: „Wir verwenden Dinge, die jeder täglich benutzt. Man muss nur ihr Potenzial erkennen“.

Mit Humor und untrüglichem Taktgefühl entlocken acht eigenwillige Bühnencharaktere den Dingen des Alltags ihre vielseitigen Klänge. Dabei spannt sich der Bogen von der hauchzarten Serenade auf Streichholzschachteln über das zündende Feuerzeug-Stakkato bis hin zum großen Mülltonnen-Finale. Was vor über 25 Jahren in den Straßen Großbritanniens mit Händen, Füßen und ein paar Besen begann, ist zu einem weltweiten Erfolg geworden.

© Steve McNicholas

Finden des gemeinsamen Körpers

Der Choreograph und Gewinner des Nestroy-Preises Michael Turinsky zeigt ab 8. März seine aktuelle Arbeit „Reverberations“ im neu eröffneten Wiener Tanzquartier. Mit seinen drei Tänzern startet Turinsky in „Reverberations“ den Versuch, eine Antwort auf die fortschreitende Entsolidarisierung zu finden. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem Resonanzraum, in dem sich die Körper neu zusammen finden. Musikalisch stellt Turinsky diesmal den Dub ins Zentrum seines Stücks. Turinsky möchte der zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft, welche die Einzigartigkeit zelebriert, ein choreographisches Ereignis des Gemeinsam-Werdens der Körper entgegensetzen.


Wo: Tanzquartier Wien, Halle G
Wann: 8. bis 10. März 2018, 19:30 Uhr
Ticketstqw.at/tickets-service

 

 

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Musikalische Reise mit Ukulele

Die sieben Musiker des The United Kingdom Ukulele Orchestra (TUKUO) interpretieren alles, was ihnen in die Finger kommt – virtuos auf gerade mal vier Seiten und gespickt mit jeder Menge britischem Humor. Die Künstler rücken die Ukulele als bisher vernachlässigtes Instrument in den Mittelpunkt und verleihen dem Musik-Kabarett eine neue Dimension.

In seinen Programmen zeigt TUKUO, wozu der Viersaiter so alles in der Lage ist. Ob Klassik, Jazz, Pop oder Rock – es gibt kaum etwas, das sich nicht mit der Ukulele spielen lässt. Mal ist es die Ouvertüre aus „Carmen“, mal ein bisschen Mozart oder eine bekannte Filmmusik, die zum Besten gegeben wird. Im Mittelpunkt aber stehen Interpretationen von großen Pop- und Rock-Klassikern. Dass die Künstler nicht nur flinke Finger, sondern auch stimmliche Qualitäten haben, macht die Sache musikalisch rund.

Wir verlosen 5×2 Tickets!


Wann: 16. März 2018 | 19.30 Uhr
Wo: Konzerthaus, Mozart Saal
Ticketswww.konzerthaus.at | 01/ 242002

© KCP Concerts

Kaya rastet aus!

Humorvoll, intelligent und selbstironisch: Der deutsche Komiker Kaya Yanar gastiert wieder in Wien! Am 9. und 10. März sowie am 26. April präsentiert er seine neue Show „Ausrasten! für Anfänger“ im Gasometer. Im Programm thematisiert Yanar das stressige Leben und den Ausweg daraus. Sein Vorschlag: auswandern, Burn-Out bekommen oder Amok laufen. Kurz gesagt – ausrasten! Der Comedian versucht, das Wienerische Sudern auf eine neue Ebene zu bringen und die kleinsten Plagen aufzubauschen. Er scherzt über öffentliche Toiletten und Staus und nimmt In- und Ausländer, Radfahrer und Senioren auf die Schaufel.

Wir verlosen 2×2 Karten für den 26. April!

Karten und Infos: www.oeticket.com

Reif für die Traumfabrik

Spezielles Tonstudio auf dem Gelände der ehemaligen Rosenhügel-Filmstudios: Die historische Synchronhalle aus den 40er Jahren wurde zu neuem Leben erweckt. Durch ihre zukunftsweisende Aufnahmetechnik setzt die Synchron Stage Vienna internationale Standards.

Bis Mitte der 1950er Jahre wurden in der Synchronhalle bis zu zehn Filmmusiken pro Jahr mit großem Orchester eingespielt. In den 1960er Jahren wurden legendäre Schallplattenaufnahmen, unter anderen mit Karl Böhm, produziert. 2013 übernahm die Vienna Symphonic Library schließlich die denkmal­geschützte Halle vom ORF.

„Inferno“-Aufnahmen

Für Geschäftsführer Herbert Tucmandl war die Übernahme der Halle zwar ein großes finanzielles Risiko, aber dennoch „ein Glücksfall. Das Gebäude verfügt über eine einzigartige Akustik. Durch die Ausstattung mit modernster Aufnahmetechnik können selbst ausgefallene Kundenwünsche erfüllt werden.“ Auf einer Gesamtfläche von über 3.000 m2 stehen mehrere Aufnahme- und Regieräume, Einzelkabinen, zwei Instrumentenlager mit mehreren Klavieren und etwa 280 Schlaginstrumenten, ein Notenarchiv sowie Büros zur Verfügung. Anna Netrebko und Andreas Gabalier haben hier bereits aufgenommen. Die ­herausragenden akustischen Eigenschaften der Synchron Stage übertreffen selbst führende Aufnahmestudios in Los Angeles oder London. Oscar-Preisträger Hans Zimmer wollte die Aufnahmen für „Inferno“ mit Tom Hanks unbedingt in Wien machen.

Musiker & Technik top

Mit dem Synchron Stage ­Orchester steht Hollywood ein Klangkörper zur Verfügung, der auf einen Pool von mehr als 300 Musikern zurückgreift. Diese werden nach strengen Kriterien ausgewählt. „Der Takt kommt über den Kopfhörer, der Dirigent kommuniziert mit dem Produzenten, der via Handy in Los Angeles seine Wünsche äußert“, so Tucmandl. Zu Hause hat er 5.000 DVDs und Blu-Rays gesammelt. Er lernte schon mit acht Jahren Cello spielen und ist ausgebildeter Orchestermusiker. Seit 16 Jahren produziert er Samples. „Wir wollten nie etwas er­set­zen, aber mithilfe von Werkzeugen inspirieren.“ Bis dato wurden in der Vienna Symphonic Library 2,5 Millionen Samples von Orchesterinstrumenten digitalisiert. „Vielleicht nehmen Kunden der Sample-Bibliothek wie Herbie Hancock, Lenny Kravitz oder Justin Timberlake auch einmal in Wien auf“, lacht Tucmandl.

© Diesner

Synchron Stage

Die Synchron Stage Vienna (23., Engelshofengasse 2) ist ein Tonstudio, das speziell für die Aufnahme von orchestralen Instrumenten sowie von Filmmusik angelegt ist. Das Haus befindet sich in der denkmalgeschützten Halle 6 auf dem Gelände der ehemaligen Rosenhügel-Filmstudios und wird von der Vienna Symphonic Library betrieben. Führungen möglich.

Infos: www.synchronstage.com

Noch ein Schöpfer Menthol-Aufguss?

Die Idee dazu hatte sie schon vor ­einiger Zeit: Das Sauna-Geschehen in Comic-haften Zeichnungen festzuhalten. Nun ist Corona Gsteu zur Tat geschritten. Nachdem sie einige Saunen durchprobiert hatte, entschied sie sich für die im Brigittenauer Bad. „Jede Sauna hat ihre eigenen Abläufe und Gesetzmäßigkeiten“, weiß Gsteu, die auf der „Angewandten“ studiert hat. Letztlich war es die Mischung der Gäste und deren markige Sprüche, die den Ausschlag für die Brigittenau gaben.

Herr Walter

Also zog die leidenschaftliche Sauna-Besucherin los, hielt trotz größter Hitze und beißenden Aufgüssen Augen und Ohren offen, um sich – reich an optischen und akustischen Mitbringseln – zu Hause ans Zeichenbrett zu setzen. „Eine Institution ist der Herr Walter, der für den Aufguss zuständig ist“, erzählt die Malerin. Wenn der seine Anweisungen erteilt, gibt’s keine Widerrede. Zusammen mit den Kommentaren der Damen zu Menthol, Kirsche und Cappuccino als Essenzen oder dem Austausch von Kekserl- und Kuchenrezepten hatte Gsteu jede Menge Text beisammen, um ihre Zeich­nungen mit Textblasen zu ­unterfüttern. Ihren Mitbesuchern hat sie zwar zuvor nichts von ihrem Projekt erzählt – als sie ihnen ihre Bilder auf dem Handy zeigte, hieß es einhellig: „Gut erwischt“. Gsteu: „Unlängst haben sie mich gefragt, ob ich ein eigenes Sauna-Blatt ­machen kann.“

Ausgefallene Konzerte werden nachgeholt!

Gute Nachricht für Helene-Fischer-Fans: Alle von den Konzertausfällen betroffenen Ticketinhaber können aufatmen, denn sie dürfen sich über Nachholtermine freuen. Die Schlagerkönigin wird in Wien am Dienstag, den 11. September (für Tickets vom 13.2.2018) und Mittwoch, den 12. September (für Tickets vom 14.2.) Ersatzkonzerte für die ausgefallenen Shows spielen. Die Veranstalter beteuern, dass ein früheres Nachholen der Shows leider nicht möglich ist und entschuldigen sich für die Unannehmlichkeiten.

Wer holt „Gold“ bei Amadeus Awards?

Die österreichischen Skifahrer haben’s vorgemacht, jetzt sind die heimischen Musiker dran! Am 26. April heißt es dann nämlich wieder „Und der Amadeus Austrian Music Award geht an…“. Heuer wird die Verleihung des österreichischen Musikpreises im Wiener Volkstheater bereits zum 18. Mal über die Bühne gehen. Die Nominiertenliste wird von Bilderbuch und Wanda mit jeweils fünf Nominierungen gefolgt von 5K HD, Pizzera & Jaus und Raf Camora mit jeweils drei Nominierungen angeführt. Mit jeweils zwei Nominierungen haben auch Ina Regen, Leyya, Mavi Phoenix und das Nockalm Quintett gute Chancen auf eine der Amadeus Trophäen. Die komplette Nominierungsliste ist unter www.amadeusawards.at zu finden. Erstmals wird Österreichs Song-Contest Gewinnerin Conchita als neuer Host der Amadeus Show durch den Abend führen.

Das Wiener Aquarell

Leichtigkeit, Transparenz, Unmittelbarkeit und Strahlkraft der Farben sind besondere Qualitäten der Wiener Aquarellmalerei des 19. Jahrhunderts. Virtuose Stadtansichten und Landschaften, Porträts, Genrebilder und Blumenstücke ergeben den reichen Motivschatz, der mit künstlerischem Virtuosentum vorgetragen wird. Die Albertina verwahrt etwa 2.500 Aquarelle österreichischer Künstler des 19. Jahrhunderts. Die Ausstellung „Das Wiener Aquarell“ zeigt bis 13. Mai 2018 einen Bilderreigen von über 200 Werken aus den Sammlungen der Albertina, bereichert durch wertvolle Leihgaben.

Wir verlosen 5×2 Eintrittskarten inklusive Katalog zur Ausstellung!

Nähere Infos zur Ausstellung: www.albertina.at

 

Richtung 90 und kein bisschen leise

Als Künstler prägte Arik Brauer mehrere Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts, von Austropop bis Phantastischen Realismus. Mit 89 gibt er ein Tondokument neu heraus. Auf klassischem Vinyl.

Jedes Mal, wenn Arik Brauer eine seiner einzigartigen musikalischen Produktionen vorbereitet, dann ist das an und für sich schon ein Garant für eine gelungene sowie durchdachte Konzeption. Wenn es dann gar sein letztes Werk werden könnte, wird die Sache in ­vielerlei Hinsicht noch um ­einiges spannender. Er hat uns in sein privates Museum in Währing eingeladen und uns einen intimen Einblick in seine Welt gewährt. Vom Vinyl kommt Österreichs großer Maler und Musiker schnell auf die „Schrecken der Perfektion“ und erklärt, warum er der EU alles Gute wünscht.

Malerei jeden Tag

Das Malen auf der Staffelei wird Arik Brauer niemals loslassen, und Brauer will auch keinen der anderen Stile in der Malerei neu erfinden oder radikal umkrempeln. Das zu machen, was er kann und immer wollte, ist für Brauer das größte Geschenk: „Ich stehe in der Früh auf und male. Jeden Tag. Ich kann sagen, ich lebe malend.“

Zeitzeuge

Als echter Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts, das er oftmals auch als Motiv für seine, dem „Phantastischen Realismus“ zugeschriebenen Werke ­verwendet, wohnt ihm eine absolut positive Euphorie des europäischen Staatenbundes inne, welche jedoch von einem Hauch der ehrlichen Ratlosigkeit ob der Entwicklung der gesamten Menschheit ­umspannt wird.

„Wenn wir von der Politik sprechen, dann sehe ich aus meinem Leben heraus die EU als einen Jahrtausend-Fortschritt an. Ein freiwilliger ­Zusammenschluss zwischen Staaten, der nicht einem Krieg diente, das gab es noch nie! Ich bin auch zuversichtlich, dass die Menschen diese lange Friedenszeit wieder erkennen werden und sich auch Europa wieder konsolidieren wird. Wie man hingegen mit der Umweltzerstörung umgehen will, dazu reicht meine Vorstellungskraft nicht aus. Alle Probleme gehen doch irgendwie von dieser Explosion der Bevölkerung aus. Seit ich lebe, in diesen lächerlichen Jahrzehnten, hat sich die Menschheit verdreifacht. Und jetzt soll sie sich wieder verdreifachen? Das kann leider nicht gut gehen“, so Arik Brauer.

Einen spannenden TV-Beitrag zu Arik Brauer gibt es auf W24 zu sehen. 

Wir verlosen zehn exklusive Exemplare von „Von Haus zu Haus“!
(10 x 2 Vinyl-Platten Sonderedition)

© Arik Brauer



Benedikt Hesoun zu Besuch bei Arik Brauer in dessen Privatmuseum in Wien Währing.

Arik Brauer bereitet eine neue Schallplatte vor, vom Vinyl kommt der 89-Jährige schnell auf die Schrecken der Perfektion. Im  Interview erklärt Österreichs großer Maler und Musiker aber auch, warum er der EU alles Gute wünscht.

© Stefan Joham


Im Frühjahr 2018 wird die Vinyl-Edition der Musikproduktion „Von Haus zu Haus“ veröffentlicht.

Es wird  nur noch dieses eine Werk veröffentlicht. Die Musik selbst interessiert mich aber in immer höherem Maße, ich höre viel Klassik und guten Jazz , Stücke aus meiner Jugend (Arik Brauer ist Jahrgang 1929, Anm. d. Red.) z.B. Mahalia Jackson!

Das einzige, wozu ich mein ganzes Leben lang keine Verbindung aufbauen konnte, ist Musik aus elektronischen Geräten. Perfektion ist ja etwas Unmenschliches. Auch die Natur ist nicht perfekt, sie braucht dieses leichte Variieren, um Neues hervorzubringen. Das sieht man ja auch in der Architektur früherer Zeiten; ein völlig gerader Turm im mathematischen Sinne war lange gar nicht möglich. Und er hat auch etwas Langweiliges.

Die Übergabe kreativer Techniken an den Computer führt zwangsläufig dazu, dass sich der Mensch nicht mehr darinnen wiederfindet. Es geht ja um eine Kombination. Das, was uns am menschlichsten macht, sollten wir anstreben und das ist nun einmal die Kunst. In jedem Gegenstand vom einfachen Esslöffel bis zum Wolkenkratzer müsste immer noch etwas Menschliches enthalten sein. Die Automaten helfen ja nicht nur, sie führen und auch ständig unser Unvermögen vor. Je perfekter das ist, desto ohnmächtiger sind wir.

Hat damit auch die aktuelle Begeisterung für Vinyl, immerhin kommerziell eines der wenigen Wachstumsfelder der Musikbranche, zu tun?

Zunächst denkt man, dass ist nur so eine Modeerscheinung. Aber auch bei diesen Moden steckt oft ein echtes Bedürfnis dahinter. Vielleicht geht es da ebenfalls einfach um die eigene Tätigkeit, darum aktiv zu werden. „Ich leg mir Musik auf“, klingt nicht nur anders als „ich schalte ein“, es hat auch eine andere Qualität, als einen Knopf zu drücken. Ich glaube aber nicht, dass man die Geschichte oder auch die Kunstgeschichte zurückkurbeln kann. Es hat sich aber mittlerweile doch einiges als falsch herausgestellt. Die Euphorie für den Fortschritt wie wir sie in den 1950er und 1960er Jahren noch hatten, wurde deutlich eingebremst.

Und die Kunst wäre das Heilmittel gegen diese Angst in den Städten?

Die Kunst wurde ja systematisch abmontiert im letzten Jahrhundert. Seit der Erfindung der Fotografie ergab sich eine neue Fragestellung an die Malerei und die wurde unterschiedlich beantwortet von der bildenden Kunst. Was die Malerei betrifft, ist sie für viele Fachleute eine Kunst der Vergangenheit und von gestern. Ich halte das für vollkommen falsch. Für mich stellt sie eine Entfaltung des Menschen dar, die sich mit dem Erlernen einer Sprache vergleichen lässt: Es geht um die Ausdrucksmöglichkeiten und das Erfinden von Neuem. Einen Baum mit allen Blättern, die er hat, zu malen, kann der Mensch nicht, das schafft nur der Fotoapparat. Aber das soll der Mensch auch gar nicht können, er braucht nur im Stande sein, den Ausdruck des Baums, die Stimmung, zu erfassen.

Dazu kommt, dass auch die physische Bearbeitung von Material einen Urtrieb darstellt, der zurückgeht bis zum steinzeitlichen „Nestbau“. Die Arbeit mit den modernen Materialien – auch wenn es da kreative Leistungen gibt – beantworten dieses Bedürfnis nicht. Wenn sie nur einen Knopf drücken und etwas ist nicht mehr grün, sondern in Sekunden rot, dann geht das nicht nur zu schnell. Es fehlt auch was. 

Im Frühjahr 2018  kommt als Tondokument  Ihr „Von Haus zu Haus“ als Vinyl-Edition heraus. Wie steht es mit der Malerei?

Ich stehe in der Früh auf und male. Jeden Tag. Ich kann sagen, ich lebe malend.

Hat sich dabei etwas geändert an Technik oder Farben?

In meinen Augen schon, wobei ich nicht weiß, ob das auch Betrachtern auffallen würde. Ich gehöre aber zu den Malern, die ihr Leben lang das Gleiche gemacht haben. Im Gegensatz zu denen, deren berühmtestes Beispiel wohl Picasso darstellt, die sich immer neu erfinden. Das allein kann aber auch kein Qualitätsmerkmal sein. Auch Breughel hat stets das Selbe gemacht, Mozart auch.

Was fasziniert einen nach Jahrzehnten an der Staffelei noch?

Man vertieft die Sache, die man hat und an die man glaubt. Wenn man das kann. Deshalb hält man daran fest.

Freut Sie als Dialekt-Pionier („Sie hab‘n a Haus baut“) die Rückkehr wienerischer Texte in die Popmusik?

Die letzten Jahrzehnte wurde viel auf Englisch gesungen, weil die jungen Leute das auch weitaus besser können als in meiner Generation. Mir waren die Texte ja oft peinlich, weil man gemerkt hat, das ist jetzt kein „native English“. Vor allem aber soll man die Sprache ja nicht nur als Verständigungsmittel betrachten, sondern auch in ihr denken und träumen. Es wäre also eine Sünde, ein musikalisch vorgetragenes Gedicht, was für mich ein Lied immer war, in einer Fremdsprache zu machen. Dazu kommt, dass der Dialekt eine starke Potenz hat. Nicht nur das Wienerische, sondern jeder Dialekt.

Aber zu viel Zucker im Tee ist auch ungesund… Als ich die Chansons in Paris geschrieben habe, das war noch in den 1960er Jahren, bin ich draufgekommen, dass der Wiener Dialekt mit der deutschen Sprache das Gleiche macht wie die französische Sprache zuvor mit dem Latein: Sie lässt Buchstaben weg um des besseren Sprachflusses wegen. „I hob an Huat“ klingt viel besser als „Ich/habe/einen/Hut“.

Bei all der Nostalgie heute: Wäre da eine Zusammenarbeit mit einer der aktuellen Bands nicht reizvoll?

Mich haben schon ein paar Gruppen angesprochen, die Chansons von mir vortragen, und das mal besser, mal weniger gut tun. Aber ich finde immer, dass die Jungen lieber was Eigenes erfinden sollen, als bei etwas zu „hitchhiken“, was ein anderer gemacht hat. Das gilt vor allem bei den Texten. Wobei leider manche von mir immer noch Aktualität besitzen

Wenn Sie sich doch noch hinsetzen würden, um ein Lied zu schreiben, was wäre so ein Thema?

Vermutlich die Thematik, die momentan ganz Europa in seinen Grundfesten erschüttert, und an der man gar nicht vorbeischreiben kann.

Wie zuversichtlich blicken Sie in die Zukunft bei solchen Herausforderungen?

Wenn wir von der Politik sprechen, dann sehe ich aus meinem Leben heraus die EU als einen Jahrtausend-Fortschritt an. Ein freiwilliger Zusammenschluss zwischen Staaten, der nicht einem Krieg diente, das gab es noch nie. Ich bin auch zuversichtlich, dass die Menschen diese lange Friedenszeit wieder erkennen werden und sich auch Europa wieder konsolidieren wird. Wie man hingegen mit der Umwelt-Zerstörung umgehen will, dazu reicht meine Vorstellungskraft nicht aus. Alle Probleme gehen doch irgendwie von dieser Explosion der Bevölkerung aus. Seit ich lebe, in diesen lächerlichen Jahrzehnten, hat sich die Menschheit verdreifacht. Und jetzt soll sie sich wieder verdreifachen? Das kann nicht gut gehen!