Wiener Automaten und virtuelle Realität

Ein Leben ohne ihn ist für die meisten Menschen nicht mehr vorstellbar: Der Supercomputer in der Tasche. Doch wie könnte die Zukunft des technologischen Fortschritts aussehen. Mike Schroepfer, oberster Technologiechef von Facebook hat davon eine ziemlich genau Vorstellung. Im Rahmen des Web Summit in Lissabon hat der Cheftechniker des sozialen Meganetzwerks einen kurzweiligen Ausblick in die nächsten zehn Jahre gegeben. Für Schroepfer sind es drei Bereiche die immer wichtiger werden. Vernetzung, künstliche Intelligenz und virtuelle Realität.

Vernetzung

Von den 7,3 Milliarden Menschen auf der Welt  ist nur die Hälfte mit dem Internet verbunden.  Mit einem (vorerst fehlgeschlagen) Satelliten und dem Einsatz von solarbetrieben Dronen-Flugzeugen sollen auch die entlegensten Gegenden der Welt mit Internet versorgt werden. Erste Testflüge von „Aquila“ waren bereits erfolgreich.

 

Künstliche Intelligenz

„Die Menschen haben immer schon gerne Automaten gebaut,“ so Schroepfer. Und bringt auch gleich eine Wiener Erfindung als Beispiel. Der „Schachtürke“, ein vom Wiener Mechaniker Wolfgang von Kempelen Ende des 18. Jahrhunderts erfundener Schachautomat mit ausgeklügelter Mechanik.

Der Automat wurde gebaut um die Kaiserin zu beeindrucken. Mittlerweile übernehmen ihre Nachfolger, die Computer, immer mehr Aufgaben. Die Fähigkeit mit der künstlicher Intelligenz (AI) etwa Bilder analysieren kann hat sich in in den letzten 20 Jahren  millionenfach verbessert. Zumindest in den nächsten 10 Jahren sieht Schröpfer allerdings keine „Übernahme der Roboter“. Der Mensch dahinter bleibt wichtig. Auch beim Schachautomaten war das schließlich so. Trotzdem werden die Anwendungsmöglichkeiten, vom Autonomen Auto bis zum schlauen Telefonroboter schon in der nahen Zukunft zum Alltag gehören.

Virtuelle Realität

Die virtuelle Realität schließlich hat neben dem großen Nutzen in der Unterhaltungsindustrie, vom Gruselspiel über die Achterbahnfahrt hin zum Erkunden fremder Länder durch die VR-Brille auch im Gesundheitsbereich bereits erste Erfolge gefeiert. So wurden etwa bei Patienten mit Querschnittslähmung in Brasilien Fortschritte mit Unterstützung der VR-Brille Oculus Rift gemacht (Video).

Facebook bleibt aber vor allem ein soziales Netzwerk. So wundert es auch nicht, dass die Technologie künftig genau dort eingesetzt wird. „Die Möglichkeit mit den Menschen die uns wichtig sind zu interagieren, egal wie weit sie räumlich von uns getrennt sind, darum geht es uns“, so Mike Schroepfer.

Was im Demovideo noch etwas lustig wirkt könnte schon bald in der breiten Masse angekommen. Facebook hat einen Prototypen, der ganz ohne Computer oder Handy in die „soziale virtuelle Realität“ einsteigt.

 

 

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