Wiener werden öfter krank

Die Wiener erkranken häufig. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Sozialmedizin an der Medizinischen Universität Wien, für die eine Erhebung von Statistik Austria unter rund 15.000 Personen herangezogen wurde.Untersucht wurde die Mortalität (Sterberate) bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den vergangenen Jahren, in Verbindung mit den bekannten Risikofaktoren, wie Diabetes mellitus, Übergewicht (Adipositas), Bluthochdruck, körperlicher Aktivität bzw. Inaktivität oder Rauchen. „Wir konnten feststellen, dass hier signifikante Unterschiede bestehen, je weiter man nach Osten kommt", sagt Thomas Dorner vom
Institut für Sozialmedizin. „Zudem wurden erstmalig auch psychische und soziale Faktoren als Mitverursacher der Unterschiede der Sterblichkeit ermittelt."

Ost-West-Gefälle
Das Ergebnis ist eindeutig: In Wien liegt die Mortalitätsrate bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Männern bei 370,8 pro 100.000 Einwohnern. Zum Vergleich: Tirol ist mit 271,4 vorbildlich. Gründe für das Ost-West-Gefälle gibt es viele. Dorner: „Sport und Bewegung haben in Westösterreich einen ganz anderen Stellenwert als
im Osten." Zudem zeigt die Befragung, dass sich viele
Menschen in Ostösterreich über einen Mangel an sozialer
Unterstützung bei Gesundheitsproblemen
beklagen. Was den Bildungsstatus betrifft, wird das Gefälle durch den höheren Akademikeranteil im Osten sogar gebremst. Bekanntlich geht ein geringerer
Bildungsgrad mit einem höheren Gesundheitsrisiko
einher. Dorner: „Hätten wir im Westen genauso viele Akademiker wie im Osten, dann wäre dieses Ost-West- Gefälle noch viel dramatischer."

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