Wiens Polizei übt “sensible” Korrektheit

Die Farbkombination Schwarz-Weiß-Uniformblau bietet zunehmend weniger Zündstoff  

Autofahrer kennen das Gefühl: Der Polizist winkt mit der Kelle und obwohl man mit einer routinemäßigen Verkehrskontrolle rechnet, fragt man sich anhaltend: "Habe ich etwas angestellt?" Ähnlich geht es tausenden Menschen, die durch ihr Äußeres oder unterschiedliche Sprache und Körpersprache hervorstechen.

Der wahre Mensch hinter dem Vorurteil

"Feindbilder gedeihen am besten dort, wo es keine Kommunikation gibt", Oberstleutnant Josef Böck, Leiter des Referats für Minderheitenkontakte. Mit einem weiteren Beamten und einer Sekretärin unterstützt er den vor elf Jahren gegründeten Verein "Fair und Sensibel", der vom Bund, Privaten und der EU finanziert wird. Mussten sich Beamte vom Land, die ein regelmäßig stattfindendes Sensibilisierungsseminar besuchten, als "Negerstreichler" verhöhnen lassen, ist das heute anders. Nicht zuletzt durch die Polarisierung in polizeifeindlichen Tagesmedien wird das Zusatzwissen heute bei Kollegen und Vorgesetzten geschätzt.
An Berufsschulen sorgen Rollenspiele für Aufklärung unter Jugendlichen. Mit Sport- und Kulturevents kommen Farbige und Polizisten zwanglos in Kontakt und in der Beratungsstelle, die allen Ratsuchenden offen steht, klagen auch schon mal Leute ihre Sorge wegen eines farbigen Schwiegersohns.

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