SOS-Kinderdorf

Zehn Jahre SOS-Kinderdorf in Floridsdorf

Das SOS-Kinderdorf Wien feierte kürzlich seinen 10. Geburtstag. „Vor zehn Jahren haben wir mit einer SOS-Kinderdorf-Familie mit drei Kindern begonnen, heute können wir fast 150 Kindern und Jugendlichen in Wien ein liebevolles Zuhause geben“, so Erwin Roßmann, Leiter SOS-Kinderdorf Wien. Das Jubiläum ist für SOS-Kinderdorf auch Anlass, sich neue Ziele zu setzen: Im Mittelpunkt steht der Ausbau der Elternarbeit, die Erweiterung des Ambulatoriums für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der Einsatz für geflüchtete Kinder und Jugendliche.

Urban integriert

Das SOS-Kinderdorf in Jedlesee im Bezirk Floridsdorf ist ein ganz besonderes – ein urbanes – Kinderdorf. „Hier leben unsere SOS-Kinderdorf-Familien und -Wohngruppen integriert in die Nachbarschaft und somit auch in das ursprüngliche Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen“, erklärt Roßmann. Das SOS-Kinderdorf Wien ist das einzige dieser Art in Österreich. Nach 10 Jahren habe sich dieses Modell absolut bewährt. Die leibliche Familie, Freunde, Schule und Vereine sind in Reichweite für die Kinder und auch für die PädagogInnen. Diese sogenannte Elternarbeit möchte man in Zukunft noch weiter ausbauen.
Es gehe dabei nicht nur darum, die Eltern in der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder einzubeziehen. „Eltern brauchen auch Hilfe, um sich selbst helfen zu können in Bezug auf Arbeitssuche, Schuldnerberatung, Haushaltsmanagement, Tagesstruktur oder Psychotherapie“, so Roßmann. Für das Wohl der Kinder ist diese Arbeit sehr wichtig, unabhängig davon, ob eine Familienzusammenführung zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist oder nicht. Alleine das Wissen darum, dass den leiblichen Eltern auch geholfen wird, fördert das Wohlbefinden der Kinder.

Ambulatorium für die Nachbarschaft

Vom ersten Tag an war für SOS-Kinderdorf klar, dass man auch für Familien in der Nachbarschaft in schwierigen Lebenslagen da sein möchte. Im FamilienRAThaus in Jedlesee gibt es zwei Angebote für Familien: Das Café Floritz ist ein Begegnungsort, an dem alle Familien im Umkreis des SOS-Kinderdorfs willkommen sind.
„In unserem Ambulatorium für Kinder- und Jugendpsychiatrie können wir mit einem Expertenteam, bestehend aus Ärzten, PsychologInnen sowie Psycho- und ErgotherapeutInnen, seelisch belasteten Kindern helfen sowie ihre Bezugspersonen beraten und unterstützen“, so Roßmann. „Da der Bedarf in diesem Bereich in Wien nach wie vor sehr groß ist, sind wir sehr froh darüber, dass wir gemeinsam mit unserer Partnerin der Wiener Gebietskrankenkasse das Angebot in unserem Ambulatorium ausbauen können.“ Neben einer zusätzlichen Facharztstelle wird es auch zusätzliche Therapiekapazitäten geben.

Zuhause für 50 junge Flüchtlinge

SOS-Kinderdorf Wien ist nicht nur in Floridsdorf stark gewachsen. Seit Anfang 2016 hat die Organisation vor allem im Westen der Stadt neue Angebote geschaffen. Im 12., 13. und 19. Bezirk gibt SOS-Kinderdorf seit Kurzem über 50 geflüchteten Kindern und Jugendlichen abseits von Massenquartieren ein neues liebevolles Zuhause mit hochwertiger pädagogischer Betreuung. Dafür wurden drei neue Wohngruppen, eine Nachbetreuungsstelle und das Projekt Gastfamilien für jugendliche Flüchtlinge, im Rahmen dessen private Familien betreut werden, die jugendlichen Flüchtlinge in ihr Zuhause aufnehmen, ins Leben gerufen.

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