Brigittenau: Auf ein letztes Zigaretterl

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Montagmittag im Gasthaus Haller auf der Wallensteinstraße. Im Schankraum sitzt Frau Jutta auf ihrem Stammplatz und lässt sich eine John Player Special schmecken. „Ich 
fang meinen Tag hier um acht Uhr mit einem Kaffee an, die Zigarette gehört dazu“, sagt sie. Ab dem 1. November wird sie für dieses kleine ­Vergnügen vors Lokal gehen. Dem Rauchverbot kann sie auch Positives abgewinnen: „Gesünder für die Angestellten ist es schon.“ 
Dies scheint Frau Trixi nicht zu betreffen. Die Kellnerin geht einmal pro Jahr zur ­Untersuchung: „Gesund­heitliche Schäden habe ich keine“, konstatiert sie. Was 
ihr hin­gegen Kopfzerbrechen bereitet, ist ein möglicher ­Umsatzrückgang durch das Rauchverbot: „Ich hab Sorge um meinen Job.“
Herr Roland, selbst Nicht­raucher, ist gegen Bevor­mundung und drückt seine Befürchtungen drastischer aus: „Das ist für die Wirte 
der ­Todesstich.“
 
Langstrecke
Herr Franz und seine Pauline rauchen schon lange nicht mehr. „Aber wir sind tolerant“, betont er. Aufgehört hat Herr Franz, als auf den Langstreckenflügen das Rauchverbot kam. Klar, dass auch die beiden Stammgäste im Haller bleiben werden.