Der erhoffte Ansturm auf Gasthäuser und Cafés ist erst einmal ausgeblieben. Darüber hinaus müssen die Lokal wegen der Abstandsregeln mit einem geringeren Platzangebot auskommen. Im Schanigarten sitzt trotz schönen Wetters ein einziges Paar. „Ganz schlecht“, antwortet Ilonka Haller auf die Frage nach dem Geschäftsgang seit der Wiedereröffnung. Sie führt das bezirksweit bekannte Gasthaus Haller auf der Wallensteinstraße, das vor allem von Pensionisten besucht wird.
Ihr Platzangebot hat Haller auf knapp mehr als die Hälfte reduziert und „die Leute, die sonst an der Bar stehen, fallen jetzt völlig weg“.
Zehn Gruppen, die Erstkommunionen, Taufen oder Hochzeiten gebucht hätten, habe sie bereits storniert. Dazu kommt die Unsicherheit. Haller: „Die Leute haben Angst.“
Besser sieht es auf der Terrasse des „Prindl“ am Gaußplatz aus: Zumindest die Hälfte der Tische ist besetzt, sogar im Lokal selbst sitzen einige Gäste. Die Bäckerei profitierte vor dem Wiederaufsperren der Lokale vom ­erlaubten Gassenverkauf.
Inhaber Zoran Dobrosavljevic klagt trotzdem: „In der Corona-Zeit war’s viel besser, da haben die Leute mehr Brot gekauft.“

Gewinnspiel
Seine Kunden hätten bei ihm eingekauft, weil sie, im Gegensatz zum Supermarkt, einzeln ins Lokal kommen konnten. Dobrosavljevic: „Die Bäckerei war jeden Tag ausverkauft. Derzeit schmeißen wir jeden Tag 200 Stück ­Gebäck weg.“
Um das Geschäft der Lokale anzukurbeln, startet das WIENER BEZIRKSBLATT eine Aktion: ­Brigittenauer Lokale schicken ihre witzigsten Fotos an die Redaktion (gewinn@wienerbezirksblatt.at), die besten Bilder werden ausgesucht. Über die Gewinner wird ein Artikel im WIENER BEZIRKSBLATT veröffentlicht, darüber hinaus kommt der Bezirksvorsteher zu Besuch. Brigittenau-Chef Hannes Derfler unterstützt die Aktion gerne: „In unserem Bezirk kann man sich durch die Küchen der ganzen Welt futtern. Und es ist auch für jede Brieftasche etwas dabei.