Dass er dieser Tage seinen 70. Geburtstag begeht, sieht ihm niemand an. Und auf den ersten Blick würde man den Mann, der Lederjacke und enge Jeans trägt, auch nicht für den Leiter eines Bezirksmuseums halten. Aber genau diese Position füllt Richard Felsleitner in der Brigittenau seit knapp einem Jahr aus.

„Ich bin dem Bezirk schwer verbunden“, sagt der ehemalige Sonderschuldirektor, der vor fünf Jahren als Schulin­spektor in Pension ging und sich heute ehrenamtlich unter anderem um die mobile Jugendarbeit im Bezirk kümmert. Daher war Felsleitner skeptisch, als Bezirkschef Hannes Derfler ihn fragte, ob er das Museum in der Dres­dner Straße leiten wolle. „Aber ich lebe schon seit fast 60 Jahren in der Brigittenau und Geschichte habe ich ja auch unterrichtet.“ 
Über seine Vorgängerin Heidi Schwab und die 20 ebenfalls ehrenamtlichen Mitarbeiter ist Felsleitner voll des Lobes: „Sie haben eine hohe Identifikation mit dem Haus.“ 
Er selbst will das Museum auch zu einer Stätte der Begegnung machen und plant Veranstaltungen sowohl im Haus als auch im Innenhof: zehn Lesungen pro Jahr, da­runter etwa der Brigittenauer „Zettelpoet“ Helmut Seethaler oder ein Konzert der Jazzgröße Karl Ratzer, der ebenfalls aus dem Bezirk stammt.

Am 15. März beginnt, wie in allen anderen Bezirksmuseen auch, die Ausstellung „Kino, Theater, Varieté in Wien“: 1960 gab es in der Brigittenau noch sechs Kinos. 
Zunächst wird Felsleitner für eine neue Bestuhlung des Veranstaltungsraums sorgen und auch den „Außenauftritt“ verändern: „An der Straßenseite kommt eine ­eigene ­Museumsleuchte.“