Döbling als Radweg-Stiefkind!

Mit einer Reihe von Bauprojekten führt Wien – nach Angaben der grünen Verkehrsstadträtin ­Hebein – die Förderung des Radverkehrs auch 2020 „konsequent“ fort. Wirklich in ganz Wien? Für Döbling sei da nämlich nicht viel übrig geblieben, ­meinen die Kritiker. Komfortabler und sicherer, wie Birgit Hebein bei der ­Präsentation des Bauprogramms für Wiens Rad­verkehrsanlagen 2020 versprochen hat, wird es im 19. Bezirk für Radfahrer mit ­Sicherheit nicht.

Nur 300 Meter
Während auf der Wagramer Straße der bestehende Radweg ausgebaut wird oder in der Breitenfurter Straße beidseitige Einrichtungsradwege errichtet werden, gibt es für Döbling nur einen „verkehrsberuhigten Bereich“ am Döblinger Gürtel. Das winzige Stück von knapp 100 Metern zwischen den Hausnummern 2 und 10 hinter dem Würstelstand „Leo“ führt von der Heiligenstädter Straße bis zur Glatzgasse. Ein zweites ­Teilstück wird zu einer „fahrradfreund-lichen Straße“ umfunk­tioniert. Und zwar ganze 200 Meter an der Nußdorfer Lände zwischen den Hausnummern 35 und 43.

Radweg liegt auf Eis
Der Bezirk ist darüber alles andere als erfreut. „Die Döblinger Radfahrer hätten sich weiß Gott mehr verdient!“, weiß auch Bezirksvorsteher Daniel Resch (Bild). Der ­Bezirk hat nämlich bereits im Jahr 2003 die Errichtung eines Radwegs in der Krottenbachstraße beschlossen. Der Bau müsste von der ­Verkehrsstadträtin in Auftrag gegeben und aus dem Zen­tralbudget finanziert werden. Seit 2003 herrscht zu diesem Thema aber eine rathäusliche ­Sendepause.

Ein Guter Rat
„Das war bei der Stadträtin Maria Vassilakou so und ist jetzt unter Birgit Hebein nicht anders. Die Vertreter der Rad-Lobbys sollten das endlich akzeptieren und ihre Forderungen dann auch an die dafür zuständigen ­Politiker richten“, muss der Bezirkschef ein wenig erfreuliches Fazit ziehen.