Freitagmittag im Café Falk. Ein Drittel der Tische ist besetzt, im ehemaligen Raucherzimmer riecht es – nach Fisch: Das Mittagsgericht heißt „Gebackener Seehecht mit Sauce Tartare und ­Erdäpfelsalat“. 
Gleich vorne sitzt Frau Klara, sie ist hier Stammgast. Ihr Kommentar zum Rauch­verbot: „Schlimm, sehr schlimm.“ Die 63-jährige Pensionistin kommt auf etwa 40 John Player Special pro Tag. Als in den Lokalen noch geraucht werden durfte, waren es 60. Einen gesundheitlichen Effekt spürt sie ­bereits: „Das Stiegensteigen fällt mir jetzt leichter.“ ­Trotzdem bedauert sie, dass sie nun zum Rauchen auf die Gasse gehen muss.

Herr Peter sieht die Veränderung entspannt. „Ich rauche manchmal, mich stört das Verbot nicht.“ Die Luft sei besser geworden und „das G’wand stinkt nicht mehr“, sagt der 70-Jährige. Genauso wie Frau Klara hält er dem Falk nach wie vor die Treue.
 Das scheint nicht bei allen früheren Gästen so zu sein. „Der Umsatz ist um bis zu 30 Prozent zurückgegangen“, schätzt Hausherr Wolfgang Falk. Überrascht habe ihn das nicht. Wie bereits im Oktober angekündigt, fährt er nun mit weniger Personal, die Live-Konzerte sind nicht mehr gratis, sondern kosten 15 Euro und das Lokal ist statt 24 Stunden nur noch von acht Uhr morgens bis ein Uhr früh geöffnet. „Dafür komme ich jetzt mehr zum Trainieren.“ Nächstes Jahr will Falk, selbst Nichtraucher und Sportler, wieder einmal einen Marathon laufen.