Donaustadt: Einkaufen in Kagran

Es ist flächenmäßig der viertgrößte Bezirksteil der Donaustadt, gehörte allerdings bis Mitte des 20. Jahrhunderts 
zu einem anderen Bezirk: ­Kagran war bis 1954 ein Teil von Floridsdorf, mit dem es heute noch die größte gemeinsame Grenze aller acht Donau­städter Bezirksteile hat.
Der Name selbst leitet sich von „Wagram“ ab und wurde 1199 als „Chagaran“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt, was im Mittelhochdeutschen „Wogenrand“ ­bedeutet: Bis zu ihrer Regulierung lag der Ortsteil an der Wogengrenze der Donau. Heute beginnt der Bezirksteil im Süden unmittelbar nach der Alten Donau. 
Die Hauptverkehrsader ­Kagrans ist die Wagramer Straße. Geschäftlich dominiert wird diese vom Donau Zentrum: 1975 eröffnet, ­beherbergt dieses heute auf rund 130.000 Quadratmetern Einkaufsfläche mehr als 260 Handels-, Unterhaltungs- und Gastronomielokale.

Kirche

Hier steht auch die – ehemals „Albert-Schultz-Halle“ ­genannte – Heimstätte der „­Vienna Capitals“, die nun nach dem Sponsor „Erste Bank Arena“ heißt. Davor kann man gerade die Vor­arbeiten für das „Forum ­Donaustadt“ beobachten, das künftig Wohnungen, Büros, Gastronomielokale sowie ein Hotel umfassen soll. Die ­Anrainer können sich derzeit noch nicht so sehr über das Vorhaben freuen: Ein Gratis­parkplatz für ca. 300 Autos musste weichen. Per U-Bahn erreicht man dieses Grätzel seit 1982, als die U1 bis zu ihrer heu­tigen Station Kagran ver­längert wurde. 
Gleich danach folgt ein kleines Behördengrätzel mit Finanz­amt, Bezirksgericht und Polizei. Hier tost der Auto­verkehr in beide Richtungen dreispurig dahin. Eine klassische Flaniermeile ist die Wagramer Straße nicht, trotzdem finden sich in weiterer Folge einige Geschäfte. 

Fussball
Im Herzen des Bezirksteils liegt die Heimstätte des Fußballvereins Hellas Kagran. Dieser 1926 von griechischen Siedlern gegründete Verein belegt heute einen Platz im Mittelfeld der 2. Landesliga.
Eine eigene U-Bahn-Station besitzt der Kagraner Platz. Kurz davor befindet sich die Kagraner Pfarrkirche. Die ursprüngliche Pfarre St. Georg war in einem Sakralbau in Stadlau, der aber bei einer Überschwemmung zerstört wurde. Die heutige Kirche, die Denkmalschutz genießt, wurde im 15. Jahrhundert ­errichtet und im 17. Jahr­hundert erweitert. 
Gleich daneben liegt das ­legendäre Café Falk. Kürzlich feierte es seinen 90. Geburtstag unter der Ägide der ­Eigentümerfamilie.
Von hier aus erstreckt sich – ausgehend vom K1, in dem sich neben einem Nahversorger u. a. eine Apotheke findet – der Kagraner Platz. Markantestes Wahrzeichen 
ist die alte Feuerwehr, in der seit langem das Bezirksmuseum der Donaustadt ­beheimatet ist. 

Napoleon
Der Kagraner Platz erinnert in Struktur und Architektur noch stark an den ehemals dörflichen Charakter des Viertels: Hier stehen fast ­ausschließlich einstöckige Häuser, in denen eine bunte Mischung an Geschäften ­untergebracht ist.
Am östlichen Ende steht der „Bierfreihof Napoleon“: eine Erinnerung an die erste militärische Niederlage des französischen Kaisers im Jahr 1809. Aber das ist eine ­andere Geschichte.

Der viertgrößte Bezirksteil der Donaustadt
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