Donaustadt: Imkerschule

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Die Imkerschule, die neben dem Donauturm liegt (22.), feierte dieser Tage ihr 250-jähriges Bestehen. Die Kurse sind regelmäßig ausgebucht. Der Präsident des Wiener Imkerverbandes Albert Schittenhelm im WBB-­Interview: Herr Schittenhelm, womit erklären Sie sich den 
enormen Zulauf, den 
Ihre ­Imkerschule genießt? Viele Medienberichte, der Film „More than Honey“ und eigene Beobachtungen machen die Menschen sensibler. Nicht wenige wollen da einen Beitrag leisten, um der Natur zu helfen. Gott sei Dank sind viele so klug und bemühen sich um entsprechende Schulungen, bevor die ersten Bienenvölker angeschafft werden. Ohne fundiertes Wissen Bienen betreuen zu wollen, kann mehr Schaden anrichten, als etwas Positives zu bewirken. Die Imkerschule wurde 
vor 250 Jahren gegründet. Was von dem damaligen Wissen gilt heute noch – was ist hinzugekommen? Über die Unterschiede zwischen der Imkerei 1769 und heute könnte man ein Buch schreiben. Es sind unheimlich viele Erkenntnisse und Er­findungen dazugekommen. ­Früher hat man in Stroh­körben oder Klotzbeuten (von Menschen ausgehöhlte ­Stücke eines Baumstamms, Anm.) geimkert, kannte die Varroamilbe noch nicht und konnte lediglich beim Winterfutter Fehler machen. Heute stehen uns Magazinbeuten mit beweglichen Waben zur Verfügung. Dafür stellen die Varroamilbe sowie Agrar- und Umweltgifte hohe Ansprüche an das Wissen eines Imkers. Heute wird von einem weltweiten Bienensterben gesprochen. Wie beurteilen Sie dieses Phänomen? Ein echtes Bienensterben gibt es eigentlich nicht. Natürlich überlebt ein Teil der Bienenvölker aus den unterschiedlichsten Gründen den Winter nicht. Der Imker züchtet im darauffolgenden Jahr wieder nach, sodass die Völkerzahlen ziemlich konstant bleiben. Prob­lematisch dabei ist jedoch, dass von einem Volk, das geteilt wird, viel weniger Honig zu erwarten ist. Leidtragender ist in diesem Falle der Imker. Infos: www.imkerschule-wien.at