Die heurige Serie wurde sogar seinem Vater unheimlich: Sieg bei der Six Day Serie von Berlin, drei Triumphe im April, darunter im Welser Kirschblütenrennen, sechs Mal Gold und drei österreichische Rekorde bei den heimischen Bahnmeisterschaften – womit wir erst im April wären und die Liste noch lange nicht zu Ende ist. 25 Siege sind es heuer insgesamt geworden.
„In unserer Familie war Radfahren immer das beherrschende Thema“, erinnert sich Tim Wafler. Kein Wunder: Vater Roland war selbst Radprofi. An dem Tag, als er sein letztes Rennen bestritt, fuhr Tim sein erstes. Heute weiß der 16-Jährige, dass er Profisportler werden will.
Auf sein erstes Fahrrad stieg der Donaustädter mit drei Jahren. Seit er vierzehn ist, besucht er die Liese Prokop Privatschule für Hochleistungssportler, in knapp drei Jahren ist Matura angesagt.

Lanzerote

Unter dem Jahr hat der Jungchampion ein dichtes Trainings- und Rennprogramm. Da bleibt wenig Zeit für andere Dinge. „Manchmal treffe ich mich mit Freunden, aber später als elf wird es am Abend nie“, gesteht Tim. In puncto Ernährung hält er keinen strikten Plan ein: „Ich esse, was mir schmeckt.“ Allerdings schaut die Mama darauf, dass der Sohn genügend Proteine und Kohlenhydrate aufnimmt.
Ende Oktober fuhr der Radchamp nach Lanzerote – nicht zum Baden, sondern um zu trainieren.
Ob er sich später einmal für die Straße oder für die Bahn entscheiden wird, steht derzeit noch nicht fest. Die Unterschiede liegen nicht nur im sportlichen Bereich. Tim: „Das Geld verdient man bei Straßenrennen.“ Trotzdem heißt das nächste große Ziel: Qualifikation für Olympia auf der Bahn.

Hans-Paul Nosko

Radjungstar Tim Wafler feiert derzeit Siege am laufenden Band