Donaustadt: Vom Komponisten zum Gärtner

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Am Anfang stand, wie so oft, die Liebe. „Meine Frau und ich leben seit zwölf Jahren zusammen, seit zehn Jahren sind wir verheiratet“, erzählt Daniel Ganger. Der 33-Jährige, der aus Kroatien stammt, arbeitete zunächst in einer völlig anderen Branche: „Ich war Musik­redakteur bei Radio Max.“

Komponist

Als der gelernte Medienkomponist in den traditionsreichen Donaustädter Gärtnereibetrieb eingeheiratet hatte, orientierte er sich jedoch neu: „Mein Schwiegervater bat mich, die Gärtnerei-Lehre zu machen.“ Und das ging ­natürlich am einfachsten im familieneigenen Betrieb in der Aspernstraße. 
Inzwischen fehlen dem angehenden Gärtner nur noch ein paar Monate bis zur Lehrabschlussprüfung. Ob Ganger bereits über den berühmten „grünen Daumen“ verfügt? „Noch nicht, aber es wird.“

Blumen für die Bienen

Die Gärtnerei, die seit 121 Jahren besteht, produziert zum einen Gemüse: Gurken, Paprika, Porree, Sellerie, Fisolen, Paradeiser – davon beispielsweise zehn Sorten. Verkauft wird im Betrieb selbst, aber auch an die Genossenschaft LGV-Frischgemüse. Andererseits werden bei Ganger hunderte Blumenarten gezüchtet, darunter Begonien und Pelargonien, aber auch etwa Blumen, die Bienen anlocken, wie Ziersalbei oder Zauberschnee. Im angeschlossenen Geschäft gibt es eine Vielzahl an Marmeladen, Säften und Eingelegtem zu kaufen, jeden zweiten Samstag ist Bauernmarkt auf dem Gelände.
Dass er die richtige Wahl ­getroffen hat, weiß Ganger, wenn er sieht, wie zufrieden die Kunden sind: „Unlängst hat eine Frau eine Stunde Fahrzeit auf sich genommen, um bei uns Kärntner Nudelminze zu kaufen.“

Hans-Paul Nosko