Ein Wiener in Rio

Neue Ausstellung im Jüdischen Museum

Wie viele andere seiner jüdischen Zeitgenossen musste Kurt Klagsbrunn vor den Nazis aus seiner Heimatstadt Wien fliehen. Der Familie ­gelang die Flucht über Rotterdam und Lissabon nach Rio de Janeiro, wo sie im März 1939, ein Jahr nach dem Anschluss, ankamen.

Fotograf der Stars

Kurt Klagsbrunn, der in Wien mit dem Medizin­studium begonnen hatte, wandte sich der Fotografie zu. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde er zu einem der bedeutendsten Fotografen Brasiliens und prägte mit seinen Bildern die Berichterstattung und das Gesellschaftsleben. 
Vor seiner Linse fanden sich ­Prominente wie Orson Welles oder Evita Perón ebenso wie Szenen aus dem Alltag des aufstrebenden Landes. Im Alter von 87 Jahren verstarb Klagsbrunn in Rio de Janeiro.

Grosse ausstellung

Das Jüdische Museum in der Dorotheergasse 11 widmet sich seit 5. Dezember dem Leben und Schaffen des aus Wien ­emigrierten ­Fotografen. Unter dem Titel „Das Auge Brasiliens. Kurt Klagsbrunn“ werden dort bis 19. Mai 2019 Objekte aus der Schenkung seines Neffen Victor Hugo Klagsbrunn und Werke aus der Exilzeit zu sehen sein. Infos unter: www.jmw.at