Erdbeben in Wien

(c) ZAMG

Erdbeben sind in der Stadt Wien glücklicherweise seltene Ereignisse. Jüngst sorgten allerdings Ausläufer von Beben, deren Epizentren in Neunkirchen lagen, für Aufruhr.

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In der Nacht auf Dienstag, 20. April bebte die Wiener Erde. Grund dafür war ein Erdbeben der Stärke 4,4 in der Region Neunkirchen. Die Ausläufer des Erdstoßes waren bis nach Wien zu spüren.

Laut Experten des ZAMG war das vorausgegangene Erdbeben vom 30. März – das Epizentrum lag auch hier im Bezirk Neunkirchen – das stärkste Beben der letzten 20 Jahre im Wiener Becken. „Es wurden erwartungsgemäß einige leichte Schäden im Epizentrum gemeldet, etwa feine Haarrisse im Verputz”, berichtete der Seismologe Vogelmann der ZAMG im Gespräch mit der APA. Dass keine Schäden zustande gekommen sei, lag aufgrund der Tiefe des Ausgangspunktes. Denn die Herdiefe betrug rund zehn Kilometer. Mit weiteren Nachbeben war zu rechnen, so der Experte. Denn eine Nachbebenaktivität von etwa zwei bis drei Wochen seien keine Seltenheit.

Auch wenn man in der Hauptstadt dann und wann minimale Erderschütterungen spürt, war Wien die letzten tausend Jahr nie das Epizentrum eines Bebens. Oftmals sind es die Ausläufer aus der Niederösterreichischen Umgebung die die Wienerinnen und Wiener verspüren. Laut Statistik kommen diese Umgebungserdbeben etwa alle 10 Jahre vor.

Ihre Erdbebenmeldungen

Der Erdbebendiest des ZAMG bittet die Bevölkerung um persönliche Wahrnehmungen zu Beben. Mittels Fragebogen werden die Effekte auf Mensch, Bauten und Natur erfasst. Diese Informationen dienen der wissenschaftlichen Aufbereitung und helfen dabei den Katastrophenschutzplan aktuell zu halten. Auch kann mit der App QuakeWatch Austria Meldungen an das Institut eingehen.

Erdbeben 1972

Gröbere Schäden durch tektonischen Spannungsabfälle kommen in Wien sehr selten vor. Das letzte Beben, welches größere Schäden in der Stadt verursachte, war jenes von 1972. Am Vormittag des 16. April 1972 fing in Seebenstein (Bezirk Neukirchen) die Erde an zu beben. Das Beben der Stärke 5,3 auf der Richterskala sorgte für rund 800 Feuerwehreinsätze in Wien. Teile der Balustrade an der Universität Wien fielen herab, unzählige Schornsteine und Dachziegel stürzten in Wien von den Dächern. Personen wurden glücklicherweise keine verletzt.