Bezirksvorsteher-­Stellvertreter Kurt ­Kossek beklagt das Geschäftesterben in Hernals. „Die FPÖ fordert seit Jahren eine Wirtschaftskommission aus Politik, Wirtschaft und zuständigen Behörden“, erinnert Kossek an mehrere ähnliche Vorstöße in den Sitzungen des Bezirks­parlaments. Zwar sei im ­Jänner das nächste „Vernetzungstreffen“ geplant, er ist aber skeptisch: „Diese Treffen, die eher spärlich besucht sind, gibt es seit mehreren Jahren. Das ist leider eine reine Alibihandlung.“ Ähnlich sieht es auch Klaus Heintzinger, Klubchef der Hernalser ÖVP, der vor Jahren eine Wirtschaftskommission mit Fachleuten gefordert hat, die aber von der SP-Mehrheit abgelehnt wurde. Heintzinger: „Die Probleme werden vom Bezirk nicht mit dem nötigen Ernst behandelt!“ Durch den Verzicht auf den Markt am Dornerplatz hat beispielsweise die Rosensteingasse an Kunden­frequenz ­verloren. Mit Jänner schließt nun auch das Kleidergeschäft von Christa Trestl-Pölzelbauer in der Kalvarienberggasse, weil die Konkurrenz der Einkaufs­zentren am Stadtrand und der Online-Handel zu stark sind. Auch auf der Hernalser Hauptstraße werde zu viel und zu lange gebaut. „Das ist kein günstiges Umfeld. Als Unternehmer ist man eher dazu ­geneigt, den Bezirk zu ver­lassen“, meint etwa der Obmann der Hernalser Kaufleute Dieter Holzhammer. Kossek hält jedenfalls an der Forderung nach einer Wirtschaftskommission weiter fest. Ohne umfassende Einbindung der Themen Verkehr, Parkplätze, Ober­flächengestaltung und behördliche Auflagen werde es keine konkreten Ergebnisse für die Wirtschaft geben. Auf weitere Entwicklungen darf man durchaus gespannt sein.