Hernals: Wienerischer geht’s nicht

Die Entscheidung war ein Bekenntnis zu Wien. „Wir wollten unsere Produktion keinesfalls ins billige Ausland verlagern“, betont Karin Steinhart, Kommunikationschefin bei Manner. „Auch das macht unsere Marke aus.“
Also hat der Süßwaren-Spezialist sein Werk im 17. Bezirk kräftig ausgebaut und aus 
der Platznot eine Tugend ­gemacht: In einem der Höfe steht nun ein siebenstöckiges Produktionsgebäude, in dem – von oben nach unten – die Creme, dann die Waffeln und schließlich die Schnitten hergestellt werden. Weiter ­abwärts folgen: Einzelver­packung, Palettierung und Lagerung. Die Waffelpro­duktion, die ursprünglich im oberösterreichischen Perg ­angesiedelt war, wurde nach Hernals geholt. Im vierten Stock des neuen Gebäudes steht nun Europas größter Waffelofen: 60 Meter lang und 95 Tonnen schwer.
Darüber hinaus verfügt die im Jahr 1890 gegründete Josef Manner & Comp. AG jetzt über ein neues Produkt­entwicklungszentrum mit ­angeschlossener Lehrlingsausbildung sowie ein ­modernes Labor. 

Seit 1898 gleich
Weder Rezept noch Abmessungen (47 mal 17 mal 17 Millimeter) der „Neapolitaner Schnitten“ wurden seit 1898 geändert – eine Wiener Erfolgsstory, wie Karin Steinhart weiß: „Weltweit werden pro Sekunde zwei Taschen­packungen Mannerschnitten 
verspeist.“ 
Hans-Paul Nosko

Manner hat sein Werk in Hernals kräftig ausgebaut