In einem konservativ 
dominierten Bezirk ist eine derartige Rochade schon eine Ansage. „Die ÖVP hat in Hietzing zwar ein bemerkenswertes Ergebnis abgeliefert, aber wir sind weit davon entfernt, dass hier die Erbpacht regiert“, betont der junge Rote dann auch angriffslustig. Er vermisst eine Vision, „wo und wie wir Hietzing in 20 Jahren sehen bzw. haben wollen“.

Ein Lokal-Mix

Ideen dazu hat Friedrich. „Wir wollen eine Grätzel-Ini­tiative umsetzen, eine eigene Auszeichnung für das Ehrenamt im Bezirk vergeben, eine Galerie, die junge Künstler unterstützt, ins Leben rufen, den Kulturpfad ausbauen und den Weinbau zurück nach Hietzing holen“, ist er voller Tatendrang. Und überzeugt: „Wenn wir wollen, dass der Bezirk wächst, muss das ­Angebot stimmen. Dazu ­gehört, endlich eine ver­nünftige Bandbreite an Lokalitäten zu schaffen.“

Schlechte Planung

Auch zu aktuellen Fragen hat Friedrich zum Teil klare Meinungen. So befürwortet er die Verbindungsbahn, ist aber ehrlich genug zu sagen: „Passt in der Planung alles? Nein! Sind wir glücklich mit der Kommunikation? Nein!“ Aber: „Durch unsere Initiative tagt eine eigene Arbeitsgruppe und arbeitet gemeinsam mit den ÖBB an Lösungen.“ Zum ebenso sensiblen Verkehrsthema gesteht er ein: „Ob wir es hören ­wollen oder nicht: Der motorisierte Individualverkehr wird in Zukunft an Bedeutung ­verlieren.“Hans Steiner